Übersicht: Tempel in Arashiyama und weitere Sehenswürdigkeiten, Kyoto

Das Viertel Arashiyama im Westen von Kyoto ist für die Einheimischen ein beliebtes Naherholungsziel und für Touristen ein Gebiet mit zahlreichen und sehr lohnenden Sehenswürdigkeiten. Das Viertel ist auch sehr schnell per Bus oder Bahn leicht zu erreichen. Allerdings handelt es sich hier um keinen offiziellen Verwaltungsdistrikt, die Grenzen sind daher eine persönliche Definitivionssache, die allgemein mehr oder weniger akzeptiert sind.

Neben zahlreichen Tempeln, sehr wenigen Schreinen und der einen oder anderen Besonderheit wartet Arashiyama im Zentrum mit seinem inoffiziellen Wahrzeichen auf, der Togetsukyo-Brücke über den Fluss Katsuragawa. Besonders aber sind die Tempel in Arashiyama berühmt, ganze vorne dabei der recht weitläufige Tenryuji. Ebenfalls untrennbar verbunden mit dem Viertel ist der lokale Bambuswald, der berühmteste Vertreter seiner Zunft in Kyoto.

Im Folgenden eine kleine Auswahl der Highlights in Arashiyama, die gerade für Erstbesucher eine gute Richtlinie bilden. Für alle Artikel aus dem Gebiet Arashiyama mit all seinen Tempeln und weiteren Sehenswürdigkeiten folge man diesem Link: Arashiyama (Viertel)

Anmerkung: In manchen Arashiyama-Listen taucht auch die kaiserliche Villa Katsura-Rikyu auf. Kann man so machen, aber dafür müsste man das Arashiyama-Viertel sehr weit fassen. Für JAKYO zu weit, daher taucht die Villa hier nicht auf. Würde man die Villa Katsura-Rikyu erwähnen, so müsste auch das Badehaus Tenzan-no-Yu dabei sein.

Karte Arashiyama

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Im Kerngebiet Arashiyama

Das Kerngebiet von Arashiyama, welches sich um den Tempel Tenryuji herum ausbreitet, bietet natürlich die meisten Sehenswürdigkeiten für die neugierigen Besucher. Sinnvoll ist es, die Route zwischen den Tempeln Tenryuji und Gioji zu absolvieren, denn dazwischen liegen der Bambuswald, die Villa Okochi-Sanso sowie die Tempel Jojakkoji und Nisonin. Damit hat man schon einen großen Teil der berühmteren Sehenswürdigkeiten und vor allem Tempel von Arashiyama abgedeckt. Die Auflistung richtet sich daher auch anhand dieser Route.

Tempel Tenryuji

Der Tempel Tenryuji ist — abgsehen vielleicht vom lokalen Bambuswald — der unangefochtene Platzhirsch, was Sehenswürdigkeiten in Arashiyama betrifft. Allein schon seine Ausmaße sind recht beachtlich, doch es ist sein Sogenchi genannter Teichgarten, die den Tenryuji in allen Jahreszeiten zum Anlaufpunkt Nummer 1 in Arashiyama machen.

Bambuswald

Hier handelt es sich um einen etwa 600 Meter langen und frei zugänglichen Pfad durch den Bambuswald und zählt neben dem Tempel Tenryuji zu den Hauptattraktionen von Arashiyama. Der Bambuswald von Arashiyama gilt als der schönste Bambuswald von Kyoto, aber eingeschränkt wird das durch die schiere Masse an Besuchern. Selbst früh morgens ist ein ungestörter Besuch eher ein Glücksfall. Damit gehört der Bambuswald in einen Verbund mit dem Tempel Kinkakuji und Kiyomizudera sowie dem Schrein Fushimi-Inari-Taisha, die einen ähnlich hohen Andrang erfahren.

Villa Okochi-Sanso

Gegen Ende des Pfads durch den Bambuswald, direkt an der letzten T-Kreuzung, befindet sich eine Sehenswürdigkeit, die vom Großteil der Besucher (glücklicherweise) ignoriert wird: die Villa des Schauspielers Denjiro Okochi (1898 – 1962). Das überraschend weitläufige Gelände der Villa bietet den Besuchern einen wunderschönen Hügelweg mit entsprechenden Aussichten nach Kyoto hinein; mehrere traditionelle Holzgebäude, wovon vor allem die Teehütte mit Moosgarten im Gedächtnis haften bleiben wird; ein kleines Open-Air-Museum und zum Abschluss auch eine Schale Matcha, die bereits im Eintrittspreis von 1000 Yen enthalten ist.

Tempel Jojakkoji

Nach dem Besuch im Bambuswald und der Villa Okochi-Sanso macht es Sinn, der schon halb eingeschlagenen Route nach Norden zu folgen. Nachdem man den Ogura-Teich passiert hat, landet man direkt vor den Toren des Tempels Jojakkoji, der besonders für seine Momiji-Bäume bekannt ist. Im Frühjahr darf man hier ein frisches und saftiges Blattgrün bewundern, im Herbst dann aber die berühmte Laubfärbung. Im Herbst steht der Jojakkoji in jedem Arashiyama-Prospekt als Empfehlung. Der komplette Tempel liegt an einem recht steilen Hang, entsprechend viel Aufstieg mit Treppen gibt es hier zu bewältigen. Dafür gibt es dann auch eine schöne Aussicht nach Kyoto hinein. Während das Hauptgebäude des Tempels auf der mittleren Ebene wenig spektakulär erscheint, macht das Niomon-Tor auf der unteren Ebene und die Tahoto-Pagode auf der oberen Ebene einiges her.

Tempel Nisonin

Die nächste Station ist der Tempel Nisonin, der noch recht unbekannt und wenig besucht wird. Schon der breite Eingangsweg macht anfangs Eindruck, doch die zwei Highlights des Tempels liegen im Detail: an der Südseite (links) des Hauptgebäudes, welches man betreten darf, liegt ein wunderschöner kleiner Garten angelegt. Und die große Glocke — die sich an der rechten Seite am Aufstieg zum Friedhof befindet und geschlagen werden darf — dürfte den schönsten Klang haben, den JAKYO jemals bei einer Glocke gehört hat. Selbst mit wenig Klangbegeisterung sollte der Glockenton in Erinnerung bleiben. Wie beim Nachbarn Jojakkoji gibt es auch hier eine schöne Aussicht auf Kyoto. Dazu muss man dem Aufstieg zum Friedhof folgen und ganz oben den Weg auf der linken Seite einschlagen.

Tempel Gioji

Der Tempel Gioji ist ein recht kleiner Subtempel des großen Daikakuji, könnte aber interessanterweise die höhere Besucherzahl von den beiden Tempeln aufweisen. Der Gioji ist vor allem für seinen Moosteppich mit hohen und schmalen Bäumen und die abgeschiedene Atmosphäre bekannt – mehr als noch eine weitere kleine Hütte gibt es hier auch schlicht nicht zu sehen, da der Tempel wirklich sehr klein ist. Die Gefahr, aufgrund toller Bilder mit zu großen Erwartungen den Gioji zu besuchen und letztendlich enttäuscht zu werden sollte man nicht ignorieren.

Vom Gioji ist aus ist das nördliche Arashiyama nicht fern.

Lese auf JAKYO: Gioji-Tempel in Arashiyama, Subtempel des Daikakuji, Kyoto

Affenpark Iwatayama

Südlich des Katsura-Beckens mit der Togetsukyo-Brücke wartet der Affenpark Iwatayama auf die Besucher. Man bekommt das, was man wohl auch erwartet: Affen. Wilde Affen. Um mit diesen abhängen zu können, muss man allerdings erst einen recht anstrengenden Hügelpfad hinter sich bringen, denn die Affen bevorzugen die höheren und abgelegeneren Gefilden. Wer etwas Abwechslung von Tempeln und Schreinen sucht, wird hier fündig und das ganz ohne Tierquälerei.

Lese auf JAKYO: Der Affenpark Iwatayama in Arashiyama, Kyoto

Kimono Forest

Der Kimono Forest ist ein kleines, frei zugängliches Areal direkt an der Südseite des zentralen Arashiyama-Bahnhofs der Keifuku-Bahngesellschaft. In sehr vielen Plastiksäulen (daher auch Forest) werden traditionelle Kimono-Textilien zur Schau gestellt. Die vielen Übertreibungen im Netz (“the most underrated place in Arashiyama?”) sollte man sicherlich nicht zu Ernst nehmen, aber der kleine Abstecher zum Kimonowald ist dennoch sehr zu empfehlen und vor allem photogen. Besonders abends, denn von Sonnenuntergang bis 21 Uhr werden die Säulen beleuchtet. In dieser Zeit ist auch am meisten los im recht kleinen Kimono Forest. Steht man vor der Frontseite des Bahnhofs, so befindet sich der Kimono Forest auf der rechten Seite. Man muss die Schranken zu den Gleisen nicht(!) passieren und entsprechend auch kein Ticket kaufen.

Nördliches Arashiyama

Das nördliche Arashiyama fängt etwa nach dem Passieren des Gioji-Tempels an. Hier fängt auch gleich die historisch konservierte Straße Saga-Toriimoto an, in der auch heute noch zahlreiche interessante Machiya-Stadthäuser aus der Meiji-Zeit stehen und zahlreiche kleine Geschäfte und Restaurants beherbergen. Folgt man der Straße, landet man auf halber Strecke beim Tempel Adashino-Nenbutsuji, ein gutes Stück weiter hinten folgt noch der Otagi-Nenbutsuji. Auch wenn das ein gutes Stück zu Laufen ist, so ist der Weg wunderschön und sehr empfehlenswert für einen Spaziergang. Das ist die westliche Seite. Auf östlicher Seite befindet sich etwa 20 Minuten Fußweg entfernt noch der große Daikakuji-Tempel.

Tempel Adashino-Nenbutsuji

Der Adashino-Nenbutsuji-Tempel ist bekannt für seine zahlreichen Steinstatuen, seinen kleineren Bambushain, aber vor allem für die Aussichten auf die Herbstlaubfärbung. Insgesamt ist der Tempel sehr überschaubar und wenn nicht gerade Herbst ist, dann auch wenig spektakulär. Kann man besuchen, muss man aber nicht. Wer etwas unter Zeitdruck ist, für den könnte der Spaziergang zum und der Besuch des Otagi-Nenbutsuji-Tempels lohnender sein.

Tempel Otagi-Nenbutsuji

Vom Tempel Adashino-Nenbutsuji sind es nochmal knapp 650 Meter Fußweg zum Otagi-Nenbutsuji. Dabei lässt man die Straße Saga-Toriimoto hinter sich und folgt einem kleinen Waldweg. Auf halber Strecke an einer Y-Kreuzung mit einem großen roten Schreintor trifft man auf zwei traditionelle Restaurants, die Kaiseki-Gerichte mit den lokalen Süßwasserfischen anbieten. Allein deswegen lohnt sich schon der Extraweg zum Otagi-Nenbutsuji. Am Tempel selber warten dann zahlreiche Rakkan-Statuen auf den Besucher, die durch ihre Vewitterung (vor allem Moos!) ihren ganz eigenen Charme ausstrahlen. Besonders im Herbst sollte man den Weg auf sich nehmen!

Lese auf JAKYO: Otagi Nenbutsuji Tempel in Kyoto

Tempel Daikakuji

Etwas abseits von den anderen nördlichen Sehenswürdigkeiten liegt der große Daikakuji-Tempel in westlicher Richtung. Er wurde ursprünglich als kaiserliche Villa gebaut und unterscheidet sich daher im Aufbau stark von anderen Tempeln. Da alle Gebäude durch erhöhte Korridore miteinander verbunden sind, bekommt man hier das Gefühl, von Insel zu Insel zu springen. Im November wird der Daikakuji zudem mit unzähligen Saga-Chrysanthemen geschmückt, das sollte man nicht verpassen.

Lese auf JAKYO: Daikakuji-Tempel in Kyoto

Südliches Arashiyama

Das südliche Arashiyama beginnt mit dem Matsuo-Taisha, der einzige größere Schrein der Gegend — der dafür aber auch für ganz Kyoto ein Schwergewicht unter den Schreinen ist. Noch weiter südlicher befindet sich dann eine Reihe von Tempeln, die man als Spezialtempel bezeichnen könnte. Jeder Tempel aus dieser Reihe hat sein Spezialthema und trägt daher neben seinen offiziellen Namen noch einen weiteren, wesentlich gebräuchlicheren Spitznamen.

Schrein Matsuo-Taisha

Der Matsuo-Taisha-Schrein gehört zu den größeren Schreinen in Kyoto und ist einer der Wenigen, die für seinen Garten Eintritt verlangt. Davon hat der Schrein allerdings drei Stück und einer ist kostenlos zugänglich. Alle drei Gärten wurden vom berühmten Landschaftsarchitekten Mirei Shigemori angelegt und werden zu den besten modernen japanischen Gärten gezählt. Weiterhin ist der Schrein auch für sein gutes Wasser bekannt und damit einhergehend auch für Miso-Paste und Sake, für deren Qualität Wasser eine wichtige Rolle spielt. Es gibt viele kleine Details hier zu entdecken. Uneingeschränkt empfehlenswert!

Lese auf JAKYO: Arashiyama Teil 3: Der Großschrein von Matsuo, Matsuo Taisha (09.10.2011)

Der Moostempel Kokedera (Saihoji)

Wer Moos liebt, für den wird der Kokedera-Tempel eine Offenbarung sein. Hat man die recht hohen Eingangshürden (Reservierung per Post, 3000 Yen Eintritt) hinter sich gelassen, darf (muss) man zunächst an einer Tempelzeremonie teilnehmen und anschließend kann man den weitläufigen Garten durchwandern, der komplett mit Moos bewachsen ist. Es entscheidet sich allein an der Moosfrage, ob sich der Besuch persönlich lohnt oder nicht!

Der Bambustempel Take-no-Tera (Jizoin)

Der Tempel Jizoin liegt komplett in einem Bambushain und hat daher auch seinen Spitznamen Take-no-Tera (Bambustempel). Es ist aber leicht ironisch, dass man beim Tempelbesuch nur auf dem ersten Wegstück Bambus zu Gesicht bekommt. Sitzt man im Tempelgebäude und betrachtet den Garten, sieht man absolut nichts vom Bambushain. Aus Bambusinteresse muss man daher nicht extra die Anreise auf sich nehmen.

Lese auf JAKYO: Jizoin – der Bambustempel von Kyoto

Der Glöckchenzikaden-Tempel Suzumushidera (Kegonji)

Gleich vorneweg: wer Käfer in jeder Ausprägung abscheulich findet, wird hier nicht glücklich. Der Kegonji-Tempel widmet sich nämlich den zirpenden Glöckchenzikaden namens Suzumushi, die zwar sicherlich zu den schöneren Käfern gehören, aber immer noch Käfer sind! Die Suzumushi leben nur von etwa Mai bis September. In dieser Zeit läuft der Besuch folgendermaßen ab: zunächst findet man sich in einen größeren Raum, in dem etliche Terrarien mit vielen Suzumushi stehen. Es gibt einen Vortrag (leider nur auf Japanisch) über die Suzumushi, anschließend kann man den Tempelgarten frei besuchen.

Lese auf JAKYO: Suzumushidera – der Tempel der Glöckchenzikaden

Übersicht

Bewertung

5 / 5

JAKYO

Arashiyama

»Naherholungsgebiet mit zahlreichen und vielseitigen Sehenswürdigkeiten. Immer einen Besuch wert!«

Kokedera-Tempel: der schönste Moosgarten Kyotos!
Für Bambusliebhaber: Bambuswald, Jizoin-Tempel.
Nisonin-Tempel: Tempelglocke mit dem schönsten Klang!
Etliche Cafés mit leckeren Matchaeis und -getränken.
Affenpark Iwatayama
Prächtige Herbstaussichten!

Im Kerngebiet massiver Besucherandrang.

※ Alle Bewertungen von Japan-Kyoto

Allgemein

Name
Arashiyama (Gebiet)
Japanisch
嵐山 | あらしやま | arashiyama
Andrang
Anspruch
Anreise (ÖPNV)

Features

Galerie

Umgebung

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