Kinkakuji Tempel in Kyoto

京都市 金閣寺・鹿苑寺

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Kinkakuji Tempel in Kyoto

Aktualisiert: 26. August 2017| 2017-08-26T16:36:20+00:00 Veröffentlicht: 17. November 2015|Thema: Die Großen in Kyoto, Sehenswürdigkeiten|Tags: , , , , |Regionen: , , , , |0 Kommentare

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Der Kinkakuji in Kyoto kann als echte Ausnahmeerscheinung betrachtet werden: große historische Prachtbauten, wie wir sie aus Europa kennen, sucht man in Japan vergebens. Während wir mit Marmor, Stein und … Edelmetallen regelrecht verwöhnt werden, haben solche Materialien in der Architektur in Japan eher eine geringe Rolle gespielt. Eine große Ausnahme gibt es hier jedoch: der goldene Pavillon – auf japanisch: kinkaku – im Rokuonji-Tempel in Kyoto, oder besser bekannt unter seinem bereits erwähnten Alltagsnamen: Kinkakuji.

Reihe: Die Großen in Kyoto

Japan-Kyoto Wertung

Über Kinkakuji

Kinkaku-ji (jap. 金閣寺, dt. „Goldener-Pavillon-Tempel“), eigentlich Rokuon-ji (鹿苑寺, dt. „Rehgarten-Tempel“), ist ein buddhistischer Tempel im Nordwesten der japanischen Stadt Kyōto.

Bekannt ist die Tempelanlage für die Shariden (舎利殿, „Reliquienhalle“), deren obere Stockwerke vollständig mit Blattgold überzogen sind und die daher als Kinkaku (金閣), „Goldener Pavillon“, bezeichnet wird. Wegen der Bekanntheit des Pavillons wird heutzutage für die gesamte Anlage der Name Kinkaku-ji verwendet.

Wikipedia

Den Grundstein für den Kinkakuji legte der Shogun Ashikaga Yoshimitsu (1358-1408), dem großen Förderer der Kitayama-Kultur. Nach seiner Abdankung 1394 verfolgte er vor allem den Bau seines Alterssitz. Dazu übernahm er den Palast eines anderen Clans und renovierte diesen. Daraus wurde der Kitayama-Palast, wo er ab 1397 in dessen Nähe den goldenen Pavillon bauen ließ. Nach dem Tod von Yoshimitsu 1408 wurde dieser Besitz auf dessen Wunsch hin in einen Tempel der Rinzai-Sekte umgewandelt.

Weiterhin gehört der Kinkakuji zum Ginkakuji-Tempel und Shokokuji-Tempel. Von diesen drei Tempeln ist der Shokokuji der Haupttempel.

Rundgang

Das Tempelgelände des Kinkakuji kann man in zwei große Bereiche aufteilen: der Teich mit dem goldenen Pavillon und der sich anschließende Weg durch den Garten. Aber bereits im Eingangsbereich merkt man den Besucheransturm.

Kinkakuji Temple, Kyoto

Auf dem Weg zum goldenen Pavillon

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Der goldene Pavillon

Der Pavillon nach dem Brand 1950

Der Pavillon nach dem Brand 1950

Hat man den Eingang hinter sich gelassen, dauert es nicht lange, bis man den goldenen Pavillon zu Gesicht bekommt. Vorher habe ich von historischen Prachtbauten geredet und dass der Pavillon eine Ausnahme darstellt. Dem ist – wie in Japan so oft – nicht exakt der Fall. Denn der heutige Pavillon im Kinkakuji ist eine Replika aus den 50er Jahren. Zuvor fiel der Pavillon 1950 Brandstiftung zum Opfer.

Besonderen Charme entfaltet der Pavillon, wenn er direkt von den Sonnenstrahlen getroffen wird, denn dann reflektiert er im Teich, der davon auch seinen Namen erhalten hat: kyōkochi 「鏡湖池」, der Spiegelteich.

Allesamt Postkartenmotive, im Herbst aufgenommen:

Kinkakuji Temple, Kyoto

Der goldene Pavillon aus der Ferne…

Kinkakuji Temple, Kyoto

…mittlere Entfernung…

Kinkakuji Temple, Kyoto

…und ganz nah.

Und im Mai sieht die Aussicht dann so aus, wenn an den Uferrändern die eine oder andere Blume blüht:

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Anschließend geht es fließend in den Garten über.

Garten

Der Garten hinter dem Pavillon war dann leider so arm an ästhetischen Blickpunkten, dass ich kaum die Lust verspürte, die Kamera zu verwenden. Glücklicherweise setzte hier aber schon teilweise die Herbstfärbung ein. Zuvor musste man sich aber an einem Verkaufsstand vorbei kämpfen.

Verkaufstand – hier kann man sich auch Hello-Kitty-Talismane kaufen.

Herbstfärbung im Kinkakuji.

Ein etwas interessanterer Anblick im Garten.

kinkakuji

Von einer Anhöhe aus war dann nochmal ein Blick auf den Pavillon zu erhaschen.

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Richtung Ausgang

Kurz vor dem Ausgang wartet noch ein archaisch wirkendes Teehaus auf den interessierten Besucher. Dieses Teehaus mit dem Namen Sekkatei wurde während der Edo-Zeit (1603-1868) errichtet und fiel stilecht in der Meiji-Zeit (1868-1912) einem Brand zum Opfer und wurde neu wieder aufgebaut.

Teehaus Sekkatei 「夕佳亭」

Man läuft am Café vorbei, wo man sich ausruhen und Matcha trinken kann…

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…bevor sich die letzten Gebäude dann dann wieder um religiöse Aspekte und dem dazugehörigen Geschäft drehen.

Typische Räucherstäbchen in einem Tempel

Persönliche Einschätzung

Kinkakuji gehört mit gewissen anderen Tempeln wie den Kiyomizudera oder Ryoanji* zu den ganz großen Besuchermagneten in Kyoto. Kein Wunder, werden diese Tempel in jeden Reiseführer als die Highlights schlechthin angepriesen. Während für mich der Kiyomizudera und Ryoanji keine Highlights einer Kyotoreise darstellen, aber dennoch als besuchenswert sind, so ist der Fall beim Kinkakuji deutlich anders. Ich habe es schon öfters an anderer Stelle durchblicken lassen, dass ich den Kinkakuji für deutlich überbewertet halte und dieser Eindruck hat sich mit dem neuesten Besuch noch verhärtet.

* Die Tempel Kinkakiji, Kiyomizudera und Ryoanji habe ich bereits alle 2009 besucht, aber in den folgenden Jahren gemieden, daher konnte man zu diesen Tempeln lange Zeit keine eigenständigen Artikel auf Japan-Kyoto finden. Das wurde dann eher widerwillig im November 2015 nachgeholt. Wie heißt es bei Nachrichtenredaktionen so gerne? „Dazu müssen wir auch was haben!“

Der einzige unbestrittene Punkt des Kinkakuji mag dessen goldener Pavillon sein, der zusammen mit dem Teich wirklich schön ist. Was steht dem aber gegenüber? Der riesige Besucheransturm mit Gruppen, die lautstark untereinander kommunizieren und um die besten Fotospots konkurrieren. Die relativ uninteressante Parkanlage, durch die man nach Betrachten des Pavillons geführt wird. Das kann jeder für sich nun werten wie er mag, aber die Rummelplatzatmosphäre durch den massiven Besucheransturm und den ereignislosen Garten gleicht der Pavillon in den Augen des Autors leider nicht aus. Es überrascht mich immer wieder, wie Leute in ihren Erfahrungsberichten vom goldenen Pavillon schwärmen, der sie „regelrecht im Inneren berührt“ hat. Tja, ist halt aus Gold gemacht, nicht wahr? Ähnliche Konstrukte (im weiteren Sinne) findet man überall in Kyoto, nur sind die halt nicht aus Gold gemacht und stehen nicht in jedem Reiseführer, der einem sagt, wie unglaublich fantastisch dieser Pavillon doch ist.

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Ein ganz normaler Tag im Kinkakuji: der Punkt, vom dem man aus den goldenen Pavillon am besten sehen kann.

Eine berechtigte Frage ist sicherlich, ob ich den Kinkakuji auch dann so schlecht bewerten würde, wenn die Besucherzahl niedriger wäre? Wahrscheinlich würde ich dem Kinkakuji dann drei statt zwei Sterne geben, denn dann könnte der Kinkakuji u.a. seiner eigentlichen Rolle als religiöse Stätte besser gerecht werden**. Mit der jetzigen Situation fühlt man sich eher wie ein Teil einer Viehherde, die durch einen Themenpark getrieben wird. Man sieht, manchmal ist es nicht leicht, Sehenswürdigkeiten zu bewerten! Man kann es den Leuten nur schwer übel nehmen, wenn sie den Kinkakuji besuchen wollen und geht man selber hin, wird man automatisch selbst zum Teil des Problems.

** Womit auch gemeint ist, dass man den Tempel in Ruhe besichtigen kann und auf sich wirken lassen kann. Der religiöse Aspekt ist bei vielen größeren Tempeln sowieso schon in den Hintergrund gerückt, siehe z.B. Rurikoin.

Bilder

Auch auf Flickr verfügbar

Goshuin

Informationen über die Goshuin

Goshuin Kinkakuji

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Weitere Infos | Öffnungszeiten | Eintritt…

Schöner Pavillon mit Menschenmassen ohne Ende – an der Akzeptanz derer wird sich entscheiden, wie man den Besuch des Kinkakuji in Erinnerung behält.

Besucht am
2009, 11. November 2015
Eintritt
Öffnungszeiten
400 Yen
Täglich, 9 bis 17 Uhr
Webseite
Adresse
1 Kinkakujicho, Kita Ward, Kyoto, Kyoto Prefecture 603-8361, Japan
鹿苑寺 事務局 〒603-8361 京都市北区金閣寺町1
Google Maps
Schreibweisen
kinkakuji
金閣寺
きんかくじ
Weitere Namen
鹿苑寺 | rokuonji | Rehgartentempel
Weitere Infos
Wikipedia (mehrsprachig)

Schöner, vergoldeter Pavillon, vor allem im Sonnenlicht

Regelrecht überrannt von Touristen
Rummelplatzatmosphäre
Ereignisloser Garten

Kinkakuji-Tempel (Kyoto)
2 / 5 Japan-Kyoto
Wertung
JaTeezimmer/-haus?
NeinRegentauglich?
JaMomiji
Café am EndeAusruhmöglichkeit?
Café am EndeMatcha trinken?

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Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten
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