Kiyomizudera-Tempel in Kyoto

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Der Kiyomizudera-Tempel ist ein Wahrzeichen der Stadt Kyoto. Wer hat bei der Reise-Recherche nicht ein Bild der riesigen Halle mit vorgelagerter Bühne auf Holzpfeilern gesehen? Der goldene Pavillon des Kinkakuji-Tempels und diese Bühne sind wohl die zwei Ansichten, die der Großteil der Besucher am ehesten mit Kyoto verbindet. Doch wie beim Kinkakuji-Tempel sollte man sich vor dem Besuch ein paar Gegebenheiten bewusst machen.

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Die berühmte Bühne des Kiyomizudera-Tempels

Achtung: viel Licht, wenig Schatten! Hitzewarnung!
Hier ist man lange unbeschattet im Freien unterwegs. In den Sommermonaten sollte für allgemeinen Schutz gegen die Sonne und Hitze gesorgt werden, besonders Kopfbedeckungen sind zu empfehlen. Die Sonnenstrahlung in Japan ist deutlich intensiver als in Europa! Der Juli und August sind die heißesten Monate in Japan. Speziell in Kyoto kann es extrem heiß werden mit Temperaturen über 35°C und sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Man sollte es also nicht übertreiben und immer ausreichend trinken.

Kiyomizudera-Tempel

Allgemein

Kiyomizu-dera (jap. 清水寺) bezeichnet mehrere buddhistische Tempel, aber meistens ist damit der Otowasan Kiyomizudera (音羽山清水寺) in Ost-Kyōto (Stadtbezirk Higashiyama) gemeint, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Tempel wurde 1994 zusammen mit anderen Stätten zum UNESCO-Weltkulturerbe Historisches Kyōto (Kyōto, Uji und Ōtsu) ernannt. Der Kiyomizu-dera ist der sechzehnte Tempel des Saigoku-Pilgerweges (西国三十三箇所, Saigoku sanjūsankasho).

Die Geschichte des Tempels reicht bis ins Jahr 798 zurück, die heutigen Gebäude wurden allerdings im Jahr 1633 errichtet. Der Tempel erhielt seinen Namen vom Wasserfall innerhalb des Tempelkomplexes, der von den nahen Hügeln herunterkommt – kiyoi mizu (清い水) bedeutet wörtlich reines Wasser.

Wikipedia

Die letzte große Renovierung brachte der Kiyomizudera im März 2020 hinter sich, seither erstrahlt das Dach der Haupthalle im neuen Glanz. Der Artikel reflektiert noch die Ansichten vor der Renovierung.

Die vorgelagerte Bühne auf Holzpfeilern gibt es insgesamt nur zwei Mal in Kyoto. Der Hauptvertreter hier übertrifft die zweite Bühne am Tanukidanisan-Fudoin-Tempel weiter nördlich aber sowohl in der Größe als auch in der Bekanntheit bei Weitem.

3.3 / 5

Lese auf JAKYO:
Tanukidanisan-Fudoin-Tempel in Kyoto

Halb im Berg, aber noch Stadtrand: der wilde Tanukidanisan-Fudoin-Tempel bietet eine lange, aber atmosphärische Treppenwanderung und eine Holzkonstruktion ähnlich wie die des Kiyomizudera-Tempels. Der Weg ist das Ziel.

Rummelplatz-Syndrom

Leider leidet der Kiyomizudera unter dem Rummelplatz-Syndrom. Der Tempel ist so berühmt und beliebt bei Touristen geworden, dass man definitiv sagen kann, dass es schlicht zu viele Besucher sind. Dichtes Gedränge, hoher Lärmpegel und Selfie-Sticks überall. Der Ort wirkt mehr wie eine Spielwiese für Touristen. Wer Tempel mit Ruhe verbindet, wird nach dem Besuch ernüchtert sein und der religiöse Aspekt haftet im Alltag maximal noch mit einem losen Pflaster an diesem Ort. Das wirkt sich auch auf das umgebende Viertel mit seinen traditionellen Seitenstraßen aus, an denen sich heute aber ein Touristenshop an den Nächsten reiht. Insgesamt gibt es nur drei Sehenswürdigkeiten in Kyoto, die dieses Rummelplatz-Syndrom aufweisen und denen JAKYO den Status “Besucherandrang Extrem” zugeteilt hat: Die Tempel Kiyomizudera und Kinkakuji sowie der Fushimi-Inari-Taisha-Schrein. Weiter unten gibt es zwei Bilder, die das verdeutlichen.

Rundgang

Bevor man die ersten Gebäude des Kiyomizudera zu Gesicht bekommt, gilt es, die Gojozaka-Steige* hinter sich zu bringen. Die ist auch nicht ohne und es herrscht großer Andrang. Im Hochsommer kommt noch das Hitzeproblem dazu, daher sollten gerade ältere Damen und Herren sich vielleicht überlegen, bei Temperaturen über 30° Celsius unbedingt den Kiyomizudera sehen zu wollen.

* Steht man am Fuße der Gojozaka-Steige, befindet man sich in der Nähe des Keramikladens Kawasaki Totensei. Der Besuch dort lohnt sich!

Die Gojozaka-Steige teilt sich übrigens bergauf einmal. Wer schneller voran kommen möchte, sollte unbedingt den rechten Pfad einschlagen. Nimmt man den linken Pfad, kommt man an zahlreichen Geschäften vorbei, einer davon von Malebranche (Cha no Ka).

Die Gojozaka-Steige mit den Geschäften talabwärts fotografiert

Der erste deutliche Blick auf den Kiyomizudera fällt dann so aus, mit dem Niomon-Tor im Fokus:

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Durch das Tor und vorbei an der Pagode steht man dann erstmal vor einem Tempelgebäude, in dem man Talismane u.ä. kaufen kann (zuigutō, ohne Bild). Folgt man dem Weg weiter, findet man rechts die Verkaufsstelle für die Tickets. Mit 300 Yen ist der Kiyomizudera ein richtiges Schnäppchen. Bei der Menge an Touristen muss man sich aber auch nicht wundern, warum der Tempel den Eintritt so günstig gestalten kann. Der Eintritt zum Hauptgebäude und zur Terrasse (dem Wahrzeichen des Tempels) folgt nach weiteren 50 Metern.

Zuvor sollte man sich noch etwas umschauen, denn vor dem Zugang zum Hauptgebäude findet man noch zahlreiche kleine Steinfiguren (ohne Bild).

Der erste Eindruck der Terrasse könnte man so beschreiben: voller Menschen und etwas ernüchternd. Nicht zuletzt liegt das daran, dass der Oku no In (“innerer Tempel”, Hintergrund) gerade renoviert wird. Allerdings entschädigt die Aussicht auf Kyoto Richtung Kyoto Hauptbahnhof und Kyoto Tower.

Geht man nun weiter Richtung Oku no In, bekommt man die Aussicht geboten, mit der der Kiyomizudera wirbt und man bestimmt schon sehr oft gesehen hat.

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Das Hauptgebäude mit der vorgelagerten Bühne des Kiyomizudera

Und zur Verdeutlichung, wie viele Besucher sich dort aufhalten, zwei Bilder aus unterschiedlichen Zeiten:

Früher sprangen von dieser Terrasse öfters Menschen in den Abgrund, denn es hieß, wer den Mut und den Willen aufbrachte, dort herunter zu springen, dem würde ein Wunsch erfüllt werden. Auf Grund der dichten Vegetation am Fuße der Terrasse überlebten sogar die meisten Springer. Heute ist das natürlich verboten und gar nicht gern gesehen. Der nachfolgende Weg führt dann wieder langsam talabwärts. Zuvor gibt es aber noch folgende tolle Aussicht zu genießen: die Pagode vom Eingangsbereich mit Blick auf Kyoto.

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Sobald der Weg eine 180°-Drehung einschlägt, kann man entweder weiter abwärts laufen oder links eine kleinen Weg hoch. Dieser führt zu einer weiteren dreistöckigen Pagode.

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Die Pagode koyasu no tō

Kommt man dann in den unteren Ebenen an, wartet noch eine besondere Wasserstelle auf den neugierigen Besucher: der Otowa-Wasserfall. Hier kann man sich das Wasser in kleinen Bechern auffangen und in kleinen Mengen auch abfüllen. Das Wasser schmeckt hervorragend, aber leider hat man keine Zeit, sich größere Mengen abzufüllen. An der Behauptung, dass dieses Wasser ein langes Leben beschert, wird wohl leider auch wenig dran sein.

Bevor man das Tempelgelände dann wieder verlässt, kommt man noch am Fuss der Bühne vorbei und es bietet sich noch der eine oder andere schöne Eindruck an.

Goshuin

Informationen über die Goshuin – Ort: Weg zwischen Terrasse und Oku no In

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Kyoto & Kansai Reiseführer

JAKYO
3.8
von 5

Kiyomizudera-Tempel

Weitläufige Tempelanlage mit schöner Aussicht auf Kyoto, die aber etwas Fitness voraussetzt.

Schöne Aussicht Richtung Kyoto Tower
Mit nur 300 Yen Eintritt ein Schnäppchen

Sehr starker Besucherandrang
Ambiente geht mehr Richtung Themenpark statt japanischen Traditionalismus
Wegen der Hügellage für ältere Besucher nur bedingt geeignet, vor allem im Sommer

Infos & Features

Diese Sehenswürdigkeit ist Teil des
UNESCO-Weltkulturerbe Japans

Name
Kiyomizudera (Tempel)
Standort
Andrang
Anspruch
Anreise (ÖPNV)
Japanische Bezeichnungen

Gebrauchsname
清水寺 | きぞみずでら | kiyomizudera

Bergname
音羽山 otowasan

Buddhistische Schule
Hosso
Besucht am
Mehrmals, zuletzt 12. November 2015

Öffnungszeiten & Eintritt & Anreise

※ Saisonal können die Öffnungszeiten um eine halbe Stunde abweichen.
※ Sofern nicht anders vermerkt: täglich geöffnet.

Öffnungszeit
06:00 - 18:00 Uhr
Preis
300 Yen

Am Kiyomizudera gibt es sehr viele Nacht-Öffnungszeiten. Details dazu auf der offiziellen Webseite.

Interaktive ÖPNV-Karte Kyotos | Bahnlinien in Kyoto

Galerie

※ Auch auf Flickr verfügbar

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Stefan

Kleiner Tipp: Die Haupthalle des Enryakuji wird aktuell auch renoviert – wohl bis 2016. Man kommt zwar noch rein, aber die Halle ist eingerüstet.