Der Kiyomizudera-Tempel ist ein weiterer der Großen in Sachen Sightseeing in Kyoto. Von der Atmosphäre her ist der Kiyomizudera dem Kinkakuji sehr ähnlich: gedrängt und laut. Die größten Unterschiede sind, dass der Kiyomizudera weit im Südosten liegt (Kinkakuji: Nordwesten) und dass man erstmal eine ordentliche Steige überwinden muss. Und es gibt deutlich mehr zu sehen.

Reihe: Die Großen in Kyoto

Japan-Kyoto Wertung
Wichtig! Ab Januar 2017 finden am Kiyomizudera umfangreiche Renovierungsarbeiten statt, die auch die Haupthalle und damit die berühmte Aussicht betreffen. Mehr dazu unter ‚Aktuelle Hinweise‘.

Über Kiyomizudera

Kiyomizu-dera (jap. 清水寺) bezeichnet mehrere buddhistische Tempel, aber meistens ist damit der Otowasan Kiyomizudera (音羽山清水寺) in Ost-Kyōto (Stadtbezirk Higashiyama) gemeint, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Tempel wurde 1994 zusammen mit anderen Stätten zum UNESCO-Weltkulturerbe Historisches Kyōto (Kyōto, Uji und Ōtsu) ernannt. Der Kiyomizu-dera ist der sechzehnte Tempel des Saigoku-Pilgerweges (西国三十三箇所, Saigoku sanjūsankasho).

Die Geschichte des Tempels reicht bis ins Jahr 798 zurück, die heutigen Gebäude wurden allerdings im Jahr 1633 errichtet. Der Tempel erhielt seinen Namen vom Wasserfall innerhalb des Tempelkomplexes, der von den nahen Hügeln herunterkommt – kiyoi mizu (清い水) bedeutet wörtlich reines Wasser.

Wikipedia

Rundgang

Bevor man die ersten Gebäude des Kiyomizudera zu Gesicht bekommt, gilt es, die Gojozaka-Steige* hinter sich zu bringen. Die ist auch nicht ohne und es herrscht großer Andrang. Im Hochsommer kommt noch das Hitzeproblem dazu, daher sollten gerade ältere Damen und Herren sich vielleicht überlegen, bei Temperaturen über 30° Celsius unbedingt den Kiyomizudera sehen zu wollen.

* Steht man am Fuße der Gojozaka-Steige, befindet man sich in der Nähe des Keramikladens Kawasaki Totensei. Der Besuch dort lohnt sich!

Die Gojozaka-Steige teilt sich übrigens bergauf einmal. Wer schneller voran kommen möchte, sollte unbedingt den rechten Pfad einschlagen. Nimmt man den linken Pfad, kommt man an zahlreichen Geschäften vorbei, einer davon von Malebranche (Cha no Ka).

Die Gojozaka-Steige mit den Geschäften talabwärts fotografiert

Der erste deutliche Blick auf den Kiyomizudera fällt dann so aus:

Durch das Tor und vorbei an der Pagode steht man dann erstmal vor einem Tempelgebäude, in dem man Talismane u.ä. kaufen kann (zuigutō, ohne Bild). Folgt man dem Weg weiter, findet man rechts die Verkaufsstelle für die Tickets. Mit 300 Yen ist der Kiyomizudera ein richtiges Schnäppchen. Bei der Menge an Touristen muss man sich aber auch nicht wundern, warum der Tempel den Eintritt so günstig gestalten kann. Der Eintritt zum Hauptgebäude und zur Terrasse (dem Wahrzeichen des Tempels) folgt nach weiteren 50 Metern.

Zuvor sollte man sich noch etwas umschauen, denn vor dem Zugang zum Hauptgebäude findet man noch zahlreiche kleine Steinfiguren (ohne Bild).

Der erste Eindruck der Terrasse könnte man so beschreiben: voller Menschen und etwas ernüchternd. Nicht zuletzt liegt das daran, dass der Oku no In („innerer Tempel“, Hintergrund) gerade renoviert wird.

Terrasse, direkt nach dem Eintritt

Allerdings entschädigt die Aussicht auf Kyoto Richtung Kyoto Hauptbahnhof und Kyoto Tower.

Deutlich zu sehen: der Kyoto Tower

Geht man nun weiter Richtung Oku no In, bekommt man die Aussicht geboten, mit der der Kiyomizudera wirbt und man bestimmt schon sehr oft gesehen hat.

kiyomizudera

Das Hauptgebäude und die Terrasse des Kiyomizudera

Und zur Verdeutlichung, wie viele Besucher sich dort aufhalten…

kiyomizudera

Früher sprangen von dieser Terrasse öfters Menschen in den Abgrund, denn es hieß, wer den Mut und den Willen aufbrachte, dort herunter zu springen, dem würde ein Wunsch erfüllt werden. Auf Grund der dichten Vegetation am Fuße der Terrasse überlebten sogar die meisten Springer. Heute ist das natürlich verboten und gar nicht gern gesehen.

Der nachfolgende Weg führt dann wieder langsam talabwärts. Zuvor gibt es aber noch folgende tolle Aussicht zu genießen. Dürfte einem auch bekannt vorkommen, vor allem mit dem Fujiyama im Hintergrund – der hier natürlich nicht zu sehen ist.

Sobald der Weg eine 180°-Drehung einschlägt, kann man entweder weiter abwärts laufen oder links eine kleinen Weg hoch. Dieser führt zu einer weiteren dreistöckigen Pagode.

Die Pagode koyasu no tō

Kommt man dann in den unteren Ebenen an, wartet noch eine besondere Wasserstelle auf den neugierigen Besucher: der Otowa-Wasserfall. Hier kann man sich das Wasser in kleinen Bechern auffangen und in kleinen Mengen auch abfüllen. Das Wasser schmeckt hervorragend, aber leider hat man keine Zeit, sich größere Mengen abzufüllen. An der Behauptung, dass dieses Wasser ein langes Leben beschert, wird wohl leider auch wenig dran sein.

Otowa-Wasserfall mit heiligen Wasser

Es erfordert etwas Geschick, das Wasser aufzufangen

Bevor man das Tempelgelände dann wieder verlässt, kommt man noch am Fuss der Terrasse vorbei und es bietet sich noch der eine oder andere schöne Eindruck an.

Die Holzkontruktion unter der Terrasse

Und noch eine schüchterne Pagode

Goshuin

Informationen über die Goshuin – Ort: Weg zwischen Terrasse und Oku no In

Goshuin Kiyomizudera

Infos und Wertung

Weitläufige Tempelanlage mit schöner Aussicht auf Kyoto, die aber etwas Fitness voraussetzt.

Besucht am
2009, 12. November 2015
Eintritt
Öffnungszeiten
300 Yen
6:00 bis 18:00 Uhr (mit kleinen Abweichungen bei den Schließzeiten, siehe Infos)
Infos: Kiyomizudera.or.jp/lang/01.html (englisch)
Webseite
Adresse
294 Kiyomizu 1-chome, Higashiyama Ward, Kyoto, Kyoto Prefecture 605-0862, Japan
Google Maps
Schreibweisen
kiyomizudera
清水寺
きよみずでら
Weitere Namen
音羽山清水寺 | otowasan kiyomizudera
Weitere Infos
Wikipedia (mehrsprachig)

Schöne Aussicht Richtung Kyoto Tower
Mit nur 300 Yen Eintritt ein Schnäppchen

Sehr starker Besucherandrang
Wegen der Hügellage für ältere Besucher nur bedingt geeignet, vor allem im Sommer

Kiyomizudera-Tempel (Kyoto)
3 von 5
Wertung
NeinRegentauglich?
Empfehlung!Momiji
KaumAusruhmöglichkeit?
Die Großen in Kyoto
3 von 5
Wertung

Aktuelle Hinweise

(01/2017-2020) Umfangreiche Renovierungsarbeiten ab Januar 2017, die auch die Haupthalle und damit die berühmte Aussicht betreffen. Die Arbeiten sollen bis zur Olympiade 2020 in Tokyo abgeschlossen sein. Mehr Details.

Beiträge aus der Umgebung

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten