Wer nicht gerade in ein Bergdorf fährt um komplett vom Alltag abzuschalten, der möchte auch im Urlaub Internet nutzen. Gerade in so einem sagenumwobenen High-Tech-Land wie Japan erst recht! In Japan sind dafür mobile WLAN-Router mit Internetzugang gang und gäbe und es gibt zahlreiche Anbieter auf dem Markt mit verschiedenen Technologien. Wie sich der Anbieter Ninja Wifi mit seinen LTE-basierten Internetroutern im Raum Kyoto schlägt, mehr dazu hier.

Japan-Kyoto Wertung
ninjawifibannerdeutsch

Über den Test

Dieser Test wurde mit der freundlichen Unterstützung von Ninja Wifi ermöglicht, welche Japan-Kyoto die kostenlose Nutzung des Services für den Testzeiträume einrichtete. Eine inhaltliche Weisung oder sonstige Einmischung seitens Ninja Wifi gab/gibt es nicht.

Im Test liegt der Fokus auf die Erfahrungen des Testers im Raum Kyoto, zusätzlich die Städte Osaka, Kobe, Nara und Uji. Im November 2015 wurde der WLAN-Router mit AU LTE Netz getestet, der seit Dezember 2015 aber nicht mehr im Angebot ist. Im April und Mai 2016 wurde der WLAN-Router mit Softbank LTE getestet. Auf Details wie u.a. Reservierungsdeadlines und Öffnungszeiten wird im Test nicht eingegangen und können auf der Webseite von Ninja Wifi nachgeschlagen werden.

Seit August 2016 ist Japan-Kyoto zusätzlich Affiliate Partner von Ninja Wifi. Sämtliche Links zu Ninja Wifi in diesen Artikel sind Affiliate Links. Reserviert der Leser durch den Affiliate Link einen WLAN-Router bei Ninja Wifi, gibt es 10% Rabatt. Japan-Kyoto erhält anschließend eine Provision von ebenfalls 10%.

Einführung: Mobile Router in Japan

Bis etwa 2011 war es für ausländische Besucher in Japan etwas knifflig, in Japan an mobiles Internet zu kommen. Inzwischen hat sich die Situation deutlich verbessert, sowohl bei den SIM-Karten für das eigene Handy, aber auch vor allem im Bereich von mobilen WLAN-Routern, die verschiedene 4G-Technologien nutzen. Der Markt hat sich hauptsächlich auf zwei Technologien aufgeteilt: WiMAX und LTE. Die Details hinter diesen Technologien würde den Rahmen hier sprengen, aber wenn man sich auf die Suche nach Angeboten macht, sollten diese zwei Begriffe nicht unbekannt sein. Denn letztendlich unterscheiden sich die beiden Technologien in ihrer Nützlichkeit für den Alltag je nach Einsatz und Standort enorm.

Der wohl wichtigste Unterschied lässt sich anhand folgenden Vergleiches gut darstellen:

WiMAX kann man sich wie Internet in den eigenen vier Wänden vorstellen. Man kann es so viel nutzen wie man möchte, denn das Datenvolumen wird normalerweise nicht reglementiert oder die Geschwindigkeit gedrosselt nach hohen Verbrauch.

LTE hingegen wird – wie auch hier – wie ein Handynetz behandelt. Man hat ein bestimmtes Datenvolumen pro Zeitraum und wenn das überschritten ist, wird die Geschwindigkeit gedrosselt.

Das sollte man definitiv im Hinterkopf behalten.

Ansonsten verhalten sich diese Router wie ganz normale Router: über WLAN verbindet man sein Smartphone oder Laptop (oder alle WLAN-fähigen Geräte) mit dem Router und los geht es in die Weiten des Internets. Einen LAN-Anschluss haben diese Router aufgrund ihrer Größe meistens nicht.

Von September 2011 bis Oktober 2012 hatte Japan-Kyoto einen Internetrouter von UQ WiMAX im Einsatz. Die zugrunde liegende Technologie sollte nicht schwer zu erraten sein.

Auf Nummer sicher gehen: Internet in der Unterkunft – Bei allen mobilen Internetangeboten sollte man nach Möglichkeit eine Rückversicherung haben, am besten ein separater Internetzugang in der Unterkunft. Oft ist es nämlich ein Glücksspiel, ob man in der eigenen Unterkunft Internet mit dem mobilen Router empfangen kann oder nicht (- oder nur schlecht). Besonders ärgerlich ist der Fall, wenn man in der Unterkunft kein Internet empfangen kann, aber nach drei Metern auf der Straße plötzlich doch.

Karte: Geschwindigkeitsmessungen

Während des Testzeitraums hat Japan-Kyoto an verschiedenen Punkten in Kyoto und Osaka die Internetgeschwindigkeit des Softbank-LTE-Routers mittels Smartphone getestet. Als App wurde Speedtest.net von Ookla auf einem LG G4 Smartphone verwendet.

Legende
Alle Einheiten in kB/s(!)
Schwarzes WLAN: Messergebnisse mit AU-Router (November 2015)
Rotes, Gelbes, Blaues und Grünes WLAN: Messergebnisse mit Softbank-Router (April/Mai 2015), in Relation zueinander. Farbcode: (langsam) Rot – Gelb – Blau – Grün (schnell)

Ninja Wifi im Detail

Das Angebot im Überblick

Ninja Wifi bietet mobile WLAN-Router mit Internetzugriff zur Miete an. Bis Dezember 2015 gab es die Auswahl zwischen einem WLAN-Router, der entweder mit dem Provider AU oder Softbank verbunden ist. Im Dezember 2015 flog die AU-Variante glücklicherweise aber aus dem Angebot – vermutlich wegen der miserablen Leistung, siehe Test weiter unten.

Mit dem WLAN-Router ist folgende Verbindung inklusive:

  • Provider: SoftBank 4G LTE/SoftBank 4G
  • Hardware: Pocket WiFi 303ZT
  • Datenvolumen: unbegrenzt
  • Download: maximal 165-187.5 Mbps
  • Upload: maximal 10-37.5 Mbps

Wer beim Datenvolumen wegen ‚unbegrenzt‘ mißtrauisch wird, tut gut daran, denn bei fast allen mobilen Angeboten gibt es diesbezüglich Einschränkungen, so auch hier. Ninja Wifi verspricht drei Gigabyte pro Tag bei voller Leistungen, was für ein mobiles Angebot ordentlich ist – bei SIM-Karten sind es oft drei Gigabyte pro Monat(!). Nach dem Verbrauch von drei Gigabyte an einen Tag kann es zu Geschwindigkeitsverlusten und temporären Verbindungsabbrüchen kommen – im intensiven Test ist dies aber nie vorgekommen, es kann also durchaus als ‚Internet wie Zuhause‘ genutzt werden.

Zusatzleistungen

Ninja Wifi bietet zudem eine Versicherung mit jeweils 100% oder 80% Abdeckung für die Hardware an. Ungeschickten Naturen sei dies empfohlen, denn ein kaputter WLAN-Router wird mit 350 US-Dollars berechnet. Das Angebot wird noch durch einen externen Akku abgerundet.

Reservierung, Abholung und Rückgabe

Die Reservierung im Internet verhält sich wie jede andere Reservierung auch: Daten eingeben und sich auf den Flug nach Japan freuen. Man kann wählen, ob man seinen gewünschten WLAN-Router direkt am Flughafen abholt (sofern die Öffnungszeiten passen), oder man lässt ihn sich gegen Gebühr an eine Adresse in Japan schicken.  Ist man am gewünschten Flughafen angekommen – in diesem Testbericht in Osaka am Kansai International Airport – begibt man sich gleich auf die Suche nach dem Stand von Ninja Wifi, bevor man sich in Richtung Kyoto begibt.

Laut Plan (siehe unten) befindet sich der Stand näher am Südausgang, allerdings kann es hier zu Verwirrungen kommen. Wenn man zuvor das Bild vom Stand nicht exakt angeschaut hatte, dann sucht man vergeblich nach dem Schriftzug „Ninja Wifi“. Stattdessen wird hier das globale Branding „Global Wifi“ verwendet. Im November 2015 wurde Ninja Wifi immerhin noch durch einen großen Wurfstern angedeutet, der aber im April 2016 nicht mehr zu entdecken war. Die Ninjas haben hier wohl ausgedient.

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Ninja Wifi Stand am Kansai International Flughafen, Lageplan ©Ninja Wifi

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Ninja Wifi Stand am Kansai International Airport – auch der letzte Wurfstern wurde entfernt, jetzt absolut nicht mehr ninjamäßig

Mit einer Reservierung braucht man dann lediglich nur die Reservierungsnummer und den Reisepass vorzeigen und innerhalb einer Minute(!) kann man mit WLAN-Router aufbrechen. Leichter und schneller kann es nicht gehen!

Oder doch, kann es, nämlich bei der Rückgabe. Dafür gibt es meist eine Box (Return Box), in die man die Tasche samt Internetrouter und Zubehör einfach einwirft und fertig. Rückgabe abgeschlossen. Wenn es diese Return Box nicht gibt, muss man sich unbedingt an die Öffnungszeiten des Standes halten.

Was man bekommt: Tasche, WLAN-Router, Ladekabel und viele Gutscheine

Test: Router mit Softbank-Netz

Softbank LTE Router in einem japanischen Garten

Der Softbank-LTE-Router wurde Japan-Kyoto freundlicherweise im Zeitraum vom 22. April bis zum 31. Mai 2016 überlassen.

Empfang in Innenbereichen

Der Empfang in Innenbereichen war überraschend gut. Es gab durchgehend Konnektivität und die Geschwindigkeit war immer ausreichend hoch, sodass die normale Smartphonenutzung nicht beeinträchtigt wurde. Ausnahmen sind wie immer unterirdische Orte wie Bahnstationen, an denen der Empfang in Kyoto ab und zu mal abbrach – jedoch kam das nur selten vor und die meiste Zeit konnte man das Internet selbst bei Fahrten in Tunneln noch sehr gut nutzen.

Insgesamt muss man für den Empfang und die Geschwindigkeit in Innenbereichen ein Lob aussprechen.

Empfang in Außenbereichen

Wenn der Empfang und die Geschwindigkeit in Innenbereichen schon überraschend gut waren, muss das für den Außenbereich erst recht gelten. Bewegt man sich im Stadtgebiet, darf man sich durchgehend über sehr guten Empfang und hohen Geschwindigkeiten freuen. Aussetzer gab es im Testzeitraum keine. Selbst in ländlichen Gegenden war die Internetnutzung kein Problem, wenn auch etwas langsamer als in der Großstadt. In Gegenden, in denen es mit WiMAX keinen Empfang gab, zeigte der Softbank LTE Router seine Stärke und lies keine Internetwünsche offen.

Auch im Außenbereich: Empfang ist Top.

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Der Softbank-Router im Detail

Test: Router mit AU-Netz (Archiv)

Der Router mit AU-Netz wurde Japan-Kyoto freundlicherweise im Zeitraum vom 07. bis zum 29. Oktober 2015 überlassen.

Update Dezember 2015
Der AU-Router wurde zum Dezember 2015 aus dem Angebot genommen, daher steht jetzt nur noch der Softbank-Router zur Auswahl. Und das ist gut so.

Empfang in Innenbereichen

Erfahrungsgemäß ist der Empfang von mobilen Routern in Innenräumen schlechter als im Außenbereich, aber mit dem Router mit AU-Netz von Ninja Wifi war es besonders frustrierend. Hier war der Innenempfang so gut wie durchgehend miserabel bzw. gar nicht vorhanden. Einzige Ausnahme war der Bereich in der Innenstadt im Dreieck Shijo-Karasuma, Shijo-Kawaramachi und Kawaramachi-Sanjo, allerdings auch hier mit regelmäßgen Aussetzern.

Empfang in Außenbereichen

In Außenbereichen war der Empfang erwartungsgemäß besser. Nachrichten schreiben und einfache Webseiten aufzurufen war außen so gut wie ein Problem. Negativ ist hier aber die langsame Verbindung aufgefallen. Wann immer ein Verbindungstest durchgeführt wurde, war die Verbindung nie schneller als 25kb/s. Kompliziertere Webseiten stellten die Geduld hier auf eine starke Probe. Standardmäßig erreichte die Verbindung drei von vier Strichen, ganz selten mal volle vier Striche. Das ist in Relation zum verlangten Preis vor allem in der Innenstadt von Kyoto zu schwach.

Vergleich mit WiMax

Im Testzeitraum November 2015 hatte Japan-Kyoto parallel zum Ninja Wifi AU LTE Router einen Router mit WiMAX zur Verfügung und konnte so die beiden Services miteinander vergleichen. WiMAX konnte den Router mit AU LTE weit hinter sich lassen, dank stabiler und im Durchschnitt akzeptabler Geschwindigkeiten im gesamten Stadtgebiet mit nur wenigen Ausnahmen. Ab April 2016 konnte aber der Router mit Softbank LTE zeigen, was in ihm steckt und schob WiMAX auf den zweiten Platz. Mit Softbank LTE hatte man im Stadtgebiet selbst dort noch Empfang, wo WiMAX aufgab – meist in den äußeren Randlagen von Kyoto.

(am besten)
Ninja Wifi Softbank LTE

WiMAX

Ninja Wifi AU LTE
(am schlechtesten)

Fazit

Während der AU LTE Router von Ninja Wifi auf ganzer Linie versagte und wohl deswegen nicht mehr im Angebot ist, versöhnt der Softbank LTE Router den leidgeplagten Tester ein halbes Jahr später. Der Softbank LTE Router ist fast wie ein ‚Internet wie Zuhause‘ mit stabilen und sehr schnellen Geschwindigkeiten innerhalb des Stadtgebiets von Kyoto. Aussetzer kamen so gut wie nie vor, auch nicht innerhalb von Gebäuden oder an den äußeren Rändern der Stadt.

Allerdings ist Ninja Wifi auch sehr kostspielig und lohnt sich daher eher für Gruppen- oder Familienreisende, die gleichzeitig mit verschiedenen Geräten auf das Internet zugreifen wollen. Leider gibt es auch keinen Rabatt für längere Mietzeiträume, für kurze Zeiträume ist Ninja Wifi aber etwas günstiger als die Konkurrenz.

Infos und Wertung

Mit dem Softbank LTE Router zeigt Ninja Wifi, dass ihr Angebot doch konkurrenzfähig ist. Für Einzelpersonen etwas teuer, aber für Familien und Gruppen perfekt. Zusätzlich gibt es 10% Rabatt durch Japan-Kyoto!

Testzeitraum
AU LTE: 07. bis 29. November 2015 (nicht mehr verfügbar)
Softbank LTE: 22. April bis 31. Mai 2016
Öffnungszeiten
Infos: siehe Webseite ( )
Adresse
Kontaktdaten siehe Webseite
Sprachen
Japanisch
Englisch
Webseite

Einfache und schnelle Abholung und Rückgabe
Der Router kann durch lange Akkulaufzeit überzeugen (mehr als 8 Stunden)
An allen Testorten: schneller und stabiler Empfang ohne Aussetzer
WLAN-Router anschalten und verbinden, sehr einfach zu handhaben
Dank großzügigen drei Gigabyte Datenvolumen pro Tag(!) auch zuhause als Standardinternet einsetzbar

Für Einzelperson sehr teuer, bei geteilter Nutzung wieder preiswert
Mit Versicherung schraubt sich der Preis nochmal deutlich hoch…
…ohne Versicherung wird es teuer, wenn der WLAN-Router Schaden erleitet
Unterwegs hat man immer zwei Geräte dabei: Smartphone und WLAN-Router (letzterer hat auch Potential zum Vergessen werden…)

Ninja Wifi Softbank LTE (WLAN-Router)
4 von 5
Wertung

Der WLAN-Router mit AU LTE hatte im Test vom Dezember 2015 lediglich zwei Sterne erhalten. Da er nicht mehr im Angebot ist, wurde die Wertung hier entfernt.

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten