Besuch im Tempel Shinnyodo – Man hört es immer wieder mal wieder von Japanreisenden: Nachdem man bereits viele Tempel (und auch Schreine) besucht hat, rutscht einem manchmal die Aussage „Sehen doch alle gleich aus!“ heraus. In groben Zügen kann man dem auch zustimmen, auch wenn das die Faszination für die Ästhetik nicht brechen muss und man weiterhin Tempel „sammelt“. Hat man sich aber an die Ästhetik von Tempeln gewöhnt, stechen besonders diejenigen heraus, die sich durch eine Sache besonders von allen anderen Tempeln unterscheiden. Shinnyodo – oder auch Shinshogokurakuji – hat so ein Alleinstellungsmerkmal: einen ungewöhnlichen Steingarten.

Weg zum Shinnyodo

Um auf das Gelände vom Shinnyodo zu kommen, kann man zwischen mehreren Wegen wählen. Unser Weg führte durch den östlichen Eingang, für den wir auch eine Empfehlung aussprechen können. Warum? Wegen den Schildern.

Der Zugang ist leicht von der Bushaltestelle Shinnyodo Mae1)Shinnyodo Mae: 真如堂前, Linie 32, 203, 204 aus zu erreichen. Auf dem Weg kann man auch etwas die Berge im Osten bewundern.

Tempelgelände

Ist man dann im Shinnyodo selber angelangt, kommt man in den recht natürlich wirkenden, hinteren Bereich, der je nach Jahreszeit noch die eine oder andere Besonderheit aufweist. In unserem Fall (Frühling) durften wir uns über die aomomiji (青紅葉) freuen. Den Begriff oder den Baum Momiji (Ahorn) kennt man in Japan eigentlich eher aus der Herbstzeit, wenn diese ihre roten und orangen Blätter zum besten geben, aber auch die frischen, grünen Aomomiji haben ihren Reiz. Im Namen steckt zwar das Kanji für Blau (ao), was im japanischen aber auch die Bedeutung für neu beinhaltet.

Zahlreiche Aomomiji

Kyōzō – Aufbewahrungsort der Sutren

Hier wurde auch vor Schlangen gewarnt, die sich aber doch bedeckt hielten und damit auch nicht fotografiert werden konnten.

Geht man dann um das große Gebäude herum, landet man auf dem Hauptplatz vom Shinnyodo, wo sich die Haupthalle, das Reinigungsbecken und die dreistöckige Pagode befindet. Ebenso der Haupteingang mit Tor.

Haupteingang Shinnyodo

Photosphere: Hauptplatz Shinnyodo

Das Hauptgebäude hondō

Dreistöckige Pagode mit Temizuya, dem rituellen Reinigungsbecken

Durch das Hauptgebäude und mit 500 Yen weniger gelangt man dann in den inneren Bereich bzw. in ein weiteres Gebäude, wo sich drei Gärten befinden.

Garten Zuien

Garten Zuien mit Buddhahalle

Der Garten Zuien2)Garten Zuien: 随縁の庭 wurde von Chisao Shigemori entworfen, dem Enkel des berühmten Landschaftarchitekts Mirei Shigemori. Dies ist auch der Garten, den ich oben als Alleinstellungsmerkmal genannt habe, da man so ein Gartendesign normalerweise nicht sieht. Wenn man den Spuren des Großvaters Mirei Shigemori folgt, findet man auch heraus, dass dieser u.a. die Gärten vom Tofukuji Tempel und Matsuo Schrein entworfen hat.

Photosphere: Garten Zuien

Garten Nehan

Garten Nehan

Der Garten Nehan3)Garten Nehan: 涅槃の庭 (Nirvana) macht eigentlich nichts weiter als die Szenerie abzubilden, die man im Hintergrund des Bildes sieht, nämlich die Hügelkette, auf der sich das Daimonji befindet. Die Hecke war übrigens nicht von Anfang an vorhanden. Diese wurde erst gepflanzt, als dort Gebäude errichtet worden sind, die sich in das Gesamtbild gedrängt haben. Mit der Hecke wurden diese ausgeblendet.

Photosphere: Garten Nehan

Der Garten ohne Namen

Direkt ums Eck beim Nehan Garten gibt es noch einen weiteren Gartenbereich. Ob dieser auch einen eigenen Namen hat, ist mir leider unbekannt, aber der Hauptgegenstand ist hier eindeutig die Steinlaterne. Diese stammt noch aus der Kamakura Zeit (1185 – 1333) vom Tempel Tomyoji (燈明寺). Der Tempel Tomyoji existiert heute nicht mehr, seine Tempelgebäude wurden aber in Teilen zum Park Sankeien in Yokohama überführt.

Goshuin Shinnyodo

Informationen über die Goshuin

Goshuin Shinnyodo

Goshuin Shinnyodo

Alle Bilder Shinnyodo

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Google Maps Shinnyodo Übersichtskarte

View Temple Shinnyodo, Kyoto in a larger map

Weiterführende Informationen Shinnyodo

Besucht am02. Mai 2013
Eintritt und
Öffnungszeiten
500 Yen
9 bis 16 Uhr
Link (japanisch)
Webseitehttp://shin-nyo-do.jp/ (japanisch, aber unbenutzbar (Codierung))
OrtGoogle Maps
SchreibweisenVereinfacht: shinnyodo
Hepburn (mod.): Shinnyodō,
Kanji und Kana: 真如堂(しんにょどう)
Andere Namen真正極楽寺 shinshōgokurakuji
Shinnyodo-Tempel (Kyoto)
5 von 5
Wertung
JaRegentauglich?
JaMomiji
JaAusruhmöglichkeit?
Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten

Fußnoten   [ + ]

1.Shinnyodo Mae: 真如堂前, Linie 32, 203, 204
2.Garten Zuien: 随縁の庭
3.Garten Nehan: 涅槃の庭