Gegen 16 Uhr kamen wir am 04. August mit dem Shinkansen am Bahnhof Ueno in Tokyo an. Nachdem wir ins Hotel eingecheckt haben und uns kurz ausgeruht haben, sind wir los, um noch den Tsukudo-Schrein (築土神社) zu besuchen. Dieser Schrein ist speziell für Samurai und Kampfsport, als Kendo-Betreibender musste ich natürlich dort hin, um mir ein Sieges-Talisman (勝守) zu kaufen. Interessant ist aber auch, dass dieser Schrein ziemlich zwischen zwei Hochhäusern förmlich eingequetscht ist.

Nikko

Am 05. August sind wir um 11 Uhr mit der Tobu-Bahnlinie (東武線) von Asakusa (浅草) Richtung Nikko (日光) los. 1320 Yen weniger und zwei Stunden später kamen wir dann im verschlafenen Örtchen Nikko an, um von dort mit dem Bus weiter Richtung Tempelanlagen, Rinno-ji (輪王寺), dem Schrein Futarasan (二荒山神社) und schließlich dem Mauseoleum von Tokugawa Ieyasu (日光東照宮) mit den drei Affen, die nichts böses sagen, sehen oder hören. Nikko war wirklich schön und dank des abgelegenen Ortes auch sehr idyllisch (abgesehen von den ganzen Touristen). Was mir aber gar nicht gefallen hat waren die Mönche, die bei bestimmten wichtigen Hallen die Talismane wie auf einem Marktplatz unters Volk bringen wollten. Das Ganze sah dann in etwa so aus: einer hat etwas erklärt und am Ende wurde dann der passende Talisman angepriesen, frisch verschweißt in Alufolie. Danach wurde man am Verkaufsstand vorbeigeführt, wo weitere Mönche dahinter nochmal lautstark zum kaufen anregten.

Ach ja, wir hatten auch ziemliches Glück. Dank eines Jubiläums wurde eine Statue von Tokugawa Ieyasu ausgestellt, die man normal nicht zu Gesicht bekommt. Diese Anlage war die letzte Station für uns und fast hätten wir uns dagegen entschieden, dort reinzugehen (das war, bevor ich wusste, dass es diese Statue gibt). Da es auch schon ziemlich spät war, waren wir die letzten zwei Personen, die reingelassen wurden. Dreifaches Glück? Hinter der Kasse saß überraschenderweise eine schwarzhäutige westliche Frau in Nikko-Arbeitskleidung – in Japan scheint immer mehr möglich zu werden.

Die Statue von Tokugawa Ieyasu hätte man eigentlich nicht fotografieren dürfen, aber was tut man als Japanologe nicht alles für die Wissenschaft (yeah, Wissenschaft!!).

Für Nikko muss man auf jeden Fall den ganzen Tag einplanen. Wir haben zwar nicht unbedingt getrödelt, aber wegen den vielen Sehenswürdigkeiten und den langen Fahrzeiten mit dem Zug kamen wir erst wieder um 21 Uhr in Tokyo an.

Yokohama

Am 06. August sind wir dann mit dem Zug nach Yokohama (横浜) gefahren. Mit dem Bus ging es dann weiter Richtung Garten Sankeien (三系園). Dieser Garten war das Highlight der Reise: schöne Gebäude (natürlich aus Kyoto geklaut), leckerer Matcha und leckeres Eis, dazu Schildkröten ärgern. Was will man mehr? Absolut zu empfehlen. Der Garten war so schön, dass wir bis zum Ende um 17 Uhr blieben.

 

Um 17 Uhr ging es dann weiter Richtung Chinatown (中華街). Bunt, schillernd, leckeres Essen. Die Bilder werden dazu mehr sagen ;)

Zurück am Yokohama-Bahnhof war dann noch shoppen angesagt, gegen 21 Uhr sind wir dann ins Bad SkySpa gegangen und haben es uns eine Stunde lang gut gehen lassen. Um 23:30 Uhr ab in den Nachtbus Richtung Kyoto, Ankunft dort um 8 Uhr morgens. Anstrengend, aber schön wars. Insgesamt hat der ganze Spaß etwa 90 000 Yen gekostet. In Zukunft werde ich aber definitiv länger an einen Ort bleiben, statt viele Orte mit jeweils ein bis zwei Tagen Aufenthalt.

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten