Das Handwerksgeschäft Kaikado in Kyoto stellt seit seiner Gründung 1875 Dosen zur Aufbewahrung in höchster Qualität her. Kaikado nennt sich selber chazutsu no kaikadō (茶筒の開化堂) und nimmt damit Bezug auf seinen Ursprung im Geschäft mit Teedosen. Gleichzeitig betont Kaikado aber auch, dass seine Dosen auch für quasi alles andere geeignet ist, wie z.B. Kaffe, Nudeln etc. – Dosen halt, die allerdings auch ihren Preis haben.

Japan-Kyoto Wertung

Geschichte von Kaikado

Kaikado wurde 1875 gegündet, kurz nachdem Japan nach einer langen Phase der Selbstisolierung gezwungen wurde, sich wieder zu öffnen. Der Gründer von Kaikado, Kiyosuke, entwickelte die die erste Teedose aus Zinn, welches nun vermehrt aus England importiert wurde. Solche Teedosen waren damit nun allgemein auf dem Markt erhältlich.

In der Zeit vor der Erfindung des Kühlschranks war besonders die Luftdichte von Behältern besonders, um die Qualität und das Aroma der eingelagerten Ware zu erhalten, besonders bei Tee. Für Teehändler waren die Teedosen von Kaikado ein Segen und verbreiteten sich rasch.

Die weltweite Ausrichtung startete mit dem 6. Nachfahren, Takahiro, ebenso wie die Zusammenarbeit mit verschiedenen Teefirmen. Heute kann man Kaikado Teedosen u.a. in Italien, UK, Schweiz und Frankreich käuflich erwerben.

Quelle: Kaikado

Die Besonderheiten von Kaikado Teedosen

Ein besonderes Merkmal der Dosen von Kaikado (neben ihrer langer Haltbarkeit und ihrer Luftdichte) ist die Veränderung ihres Farbtons. Nach längerer Zeit in Benutzung verändert sich der Farbton nämlich weg vom glänzenden „frisch gefertigt“, hin zu einem sanfteren „in Würde gealtert“.

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Messing, Zinn und Kupfer im Laufe der Jahre
©Kaikado

Ein weiteres Merkmal ist die Genauigkeit, mit der die Dosen hergestellt werden. Am Besten sieht man das, wenn man den Deckel wieder auf die Dose legt. Sitzt der Deckel, rutscht er von selbst sanft herunter, bis die Dose geschlossen ist. Das sieht man gut in den Videos weiter unten.

Anfahrt

Kaikado verkauft seine Behälter in verschiedenen großen Kaufhäusern, aber natürlich auch in einem eigenen Laden südlich von der Kreuzung Kawaramachi-Gojo (河原町五条), allerdings etwas versteckt in einer kleinen Seitenstraße. Die nächste Haltestelle ist die Bushaltestelle Kawaramachi Shomen (河原町正面), die sich direkt gegenüber dem Tempel Enjuji mit seinem markanten Eingang befindet. Von dort aus lediglich ein paar Meter nördlich und die nächste kleine Straße rechts rein. Fährt man mit dem Zug, ist die Keihan-Linie am nächsten mit ihrer Haltestelle Kiyomizu Gojo. Von dieser überquert man den Fluss Kamogawa über die große Brücke bis zur nächsten großen Kreuzung, von dort aus nach Süden und am besten ebenso nach dem Tempel Enjuji Ausschau halten und als Referenzpunkt nehmen.

Eingang Tempel Enjuji

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Kaikado mit seiner schweren, schwarzen Eingangstür

Den Laden kann man durch die massive, schwarze Schiebetür betreten, deren rechte Hälfte man nach links schieben muss. Man kann darüber lachen, dass ich so genau darauf hinweise, aber das ist definitiv gar nicht so leicht bemerkbar gewesen, es weist auch nur ein winziger roter Pfeil darauf hin. Die Tür selber ist auch richtig schwer zum schieben.

Ist diese Hürde überwunden, kann man sich endlich den prächtigen Behältern innen widmen.

Impressionen: im Hauptgeschäft

Nun kann man das ganze Glitzern und Blinken bewundern.

Teil der Auswahl von Kaikado

Den Großteil des Angebots machen musterlose Dosen aus, aber es gibt auch welche mit Muster.

Neben den Behältern gibt es noch ein winziges Sortiment an Teelöffeln japanischer Art und ein wenig Teegeschirr.

Ich habe mich für einen Behälter mit Muster entschieden, erfreulicherweise bekommt man dazu dann einen der Teelöffel geschenkt, der noch mit dem eigenen Namen graviert werden kann. In unserem Fall wurde dazu ein junger Herr in Jeans aus dem Hinterzimmer gerufen, der sich dann gleich in einer Ecke an die Arbeit machte und danach ebenso schnell wieder verschwand.

Einkäufe und Veränderungen

Gekauft am 25. Februar 2012 und die Veränderungen werden natürlich dokumentiert.

Ganz frisch: Dose aus Kupfer mit Teelöffel, 25. Februar 2012

25. Februar 2012

Drei Monate später, 28. Mai 2012

Preise bei Kaikado

Auch hier hat Handwerk seinen Preis. Die Behälter der normalen Größe ab 100g fangen mit 9450 Yen an. Bei den Preisen denkt man sich vermutlich, dass man lieber zu einer kleineren Dose greifen sollte, um etwas zu sparen. Leider skaliert sich der Preis kaum nach unten, selbst wenn man nur eine 20g Dose haben möchte. Es macht also preislich kaum einen Unterschied, ob man sich nun eine 200g oder 40g Dose kauft. Leider.

Wo kann man jetzt Kaikado mit Geld bewerfen? In Deutschland noch nicht, dafür aber z.B. in Frankreich, UK und Italien. Die Einkaufsmöglichkeiten stehen auf der englischen Seite von Kaikado im Fußbereich unten.

Kaikado auf Youtube

Ein eigenes Video, die die Dose von oben vorstellt. Am Ende sieht man auch gut, wie der Deckel sanft heruntergleitet.

Sehr schönes Video über Kaikado im Allgemeinen mit Ausschnitten aus der Herstellung. Sprache: japanisch.

Update: das folgende Video wurde inzwischen leider komplett deaktiviert.
Für das folgende Video wurde das Einbetten leider deaktiviert, daher nur der Link. Es ist das ausführlichste Video, aber leider auch nur auf japanisch. Weiteres Manko: die Moderatorin ist ein Mädchen aus der Popgruppe AKB48, die ordentlich ihre eigene Unwissenheit zur Schau stellen muss. Zum Ausgleich ist ihr Gegenpart aber der Seiji YAGI, Kaikado Inhaber in der 5. Generation. Zum Video: http://youtu.be/STYhpxYU11s

Infos und Wertung

Schöne Dosen aus Handarbeit, die aber ihren Preis haben

Alle BilderFlickr
Google Photos
Besucht am25. Februar 2012, April 2014
SpracheNur japanisch
Schreibweisenkaikadō
開化堂
かいかどう
WebseiteKaikado.jp (japanisch und englisch)
Öffnungszeiten9 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertags geschlossen – Link
Adresse84-1 Umeminato-cho, Shimogyo-ku Kyoto, Japan 600-8127
〒600-8127 京都市下京区河原町六条東入
Tel.:+81 75 351 5788
Fax:+81 75 351 5801
Email: info@kaikado.jp
Google Maps
Sonstiges

+ Dosen in allen möglichen Größen und verschiedenen Materialien…
+ …die man für ziemlich viel verwenden kann, nicht nur für Tee.

– Kein Englisch bzw. nur sehr rudimentär.
– Wertarbeit, daher relativ teuer.
– Lage etwas abgelegen und versteckt in einer Seitenstraße.

Kaikado Dosen (Kyoto)
4 von 5
Lage
Qualität
Service
Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten