Im Nordwesten von Kyoto wartet der Daitokuji auf neugierige Besucher. Eigentlich handelt es sich hier um ein großes Tempelgelände mit zahlreichen Subtempeln, die nur so darauf warten, ihre Schätze zur Schau stellen zu dürfen. Warum sich der Besuch lohnt und was es alles zu entdecken gibt, mehr dazu hier.

Japan-Kyoto Wertung

Über Daitokuji

Der Tempel wurde von 1315 bis 1325 von Shūhō Myōchō (宗峰妙超; auch Daitō Kokushi (大燈國師, 1282–1337)), Schüler des Zen-Meisters Nampo Jōmin (南浦紹明, 1235–1308), unter der Schirmherrschaft der Hanazono- und Go-Daigo-tennō errichtet.

Von 1333 bis 1341 gehörte er kurze Zeit zu den Gozan. Später, unter der Herrschaft der Ashikaga-Shōgune, war er einer der bedeutendsten Rinka-Tempel.

Eine der bekanntesten Persönlichkeiten am Tempel war der Mönch Ikkyū Sōjun (1394–1481), der mit dem späteren Vorsteher, Yōsō Sōi (養叟宗頤, 1379–1458), eine lebenslange, erbitterte Auseinandersetzung über die richtige buddhistische Praxis führte und in den letzten Jahren seines Lebens mit finanzieller Hilfe der Händler aus der Hafenstadt Sakai die im Ōnin-Krieg niedergebrannten Gebäude des Tempels wiederaufbaute.

In der Sengoku-Zeit und der nachfolgenden Azuchi-Momoyama-Zeit avancierte der Daitoku-ji zu einem kulturellen Zentrum des Landes. Der Kriegsherr Toyotomi Hideyoshi (1537–1598) ließ das Grab seines Vorgängers, Oda Nobunaga (1534–1582), auf das Grundstück des Tempels verlegen und schenkte ihm Ländereien. Bedeutende Tee-Meister wie Sen no Rikyū (1522–1591) und Kobori Masakazu, auch Kobori Enshū wirkten in dieser Zeit am Tempel.

Unter der Herrschaft der Tokugawa-Shōgune büßte der Tempel wieder einige seiner Privilegien ein.

Wikipedia

Subtempel

Besucht man den Tempelkomplex, dann hat man es eigentlich auf die Subtempel abgesehen. Der Daitokuji selber ist normalerweise nicht zugänglich, aber die wichtigsten Gebäude (Sanmon-Tor, Butsuden-Halle etc.) kann man gut von außen ansehen, was nicht zuletzt an ihrer Größe liegt.

Impressionen Daitokuji

Daitokuji

Haupteingang zum Tempelgelände mit Parkplätzen, Ostseite

Daitokuji

Sanmon-Tor

Butsuden-Haupthalle

Typisches Pfad durch das Tempelgelände

Eingang zum Subtempel Ryogenin

Eingang des Subtempels Korinin

Goshuin

Informationen über die Goshuin

Siehe die einzelnen Subtemel für Goshuin.

Infos und Wertung

Großes Tempelgelände, wo es viel zu tun gibt. Auch wenn der Daitokuji selber nicht zugänglich ist, enlohnen die zahlreichen Subtempel für die Anreise mehr als genug.

Besucht am
November 2015
Eintritt
Öffnungszeiten
Die Tempelanlage ist durchgängig und kostenfrei begehbar.
Webseite
Adresse
53 Murasakino Daitokujicho, Kita Ward, Kyoto, Kyoto Prefecture 603-8231, Japan
Google Maps
Haltestellen
Bus: Kenkunjinja mae ↔ Daitokuji mae ↔ Kitaoji Horikawa
Bahn: Kuramaguchi ↔ Kita-Oji ↔ Kitayama (Chikatetsu Karasuma Linie)
Schreibweisen
daitokuji
大徳寺
だいとくじ
Weitere Namen
龍宝山 | ryūhōzan
Buddhistische Schule
Rinzai
Weitere Infos
Wikipedia (mehrsprachig)

Große Tempelanlage mit sehr vielen Sehenswürdigkeiten
Paradies für Liebhaber von Steingärten

Daitokuji selber leider nicht zugänglich
Jeder Subtempel mit eigenen Eintrittsgeld
Manche Subtempel haben nicht das ganze Jahr über offen

Die Wertung steht für das gesamte Tempelgelände mit allen Sehenswürdigkeiten bzw. Subtempel.

Daitokuji-Tempelkomplex (Kyoto)
5 von 5
Wertung

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Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten