Im Rahmen der Setsubun-Feierlichkeiten finden derzeit überall in Kyoto Rituale statt. Zu den Highlights zählen hier sicherlich die zahlreichen Dämonentänze (Oni-Odori 鬼踊り), die mit dem Verjagen derselbigen enden. Ich konnte mir Feierlichkeiten beim Mibudera (Google Maps) und beim Rozanji (Google Maps) anschauen.

Setsubun im Mibudera-Tempel

壬生寺

Eine Besonderheit beim Mibudera waren die Teller, die man selber beschriften konnte und dann an einer Sammelstelle abgegeben hat. Diese werden später bei einer Zeremonie alle zertrümmert.

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Weniger episch kann man die Feierlichkeiten am 02. Februar im Mibudera folgendermaßen beschreiben: Alte Männer, die Spaß in lustigen Kostümen haben.

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Auf einer Bühne im hinteren Teil fand noch ein Theaterstück statt, bei dem es eine reichlich unheimliche Maske zu bewundern gab.

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Video: Setsubun Mibudera 2012

Das Ritual mit dem Pfeil und Bogen fand ebenso am Rozanji statt. Es wurden Pfeile in verschiedene Richtungen verschossen, wohl um die Dämonen zu vertreiben.

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Setsubun im Rozanji-Tempel

廬山寺

Verweis: Rozanji Tempel in Kyoto – Heimat des Genji-Monogatari

Im Rozanji wurde es an 03. Februar interessanter, oder auch: kriegerischer. Der Tempel war sehr gut besucht…

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…und wie ich anhand der Gespräche der Personen um mich herum heraushören konnte, warteten viele Leute nur auf den Tanz der Dämonen – zu Recht! Zuvor liefen aber noch etliche wichtige Würdenträger in den Tempel ein.

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Dann schließlich, der Tanz der Dämonen!

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Hervorragend war die musikalische Begleitung, vor allem die Muscheln dieser zwei Herren:

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Die tiefen Töne (zu hören im Video) untermalten das Auftreten der Dämonen sehr gut.

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Die Ankündigungen waren teilweise mehr oder weniger freiwillig komisch:
「間も無く、鬼が逃げます。」„In Kürze fliehen die Dämonen!“  – Was beim Publikum dann ordentlich für Erheiterung gesorgt hat.

Kurz vor Ende wurden dann noch Süßigkeiten ins Publikum geworfen – genau die richtige Zeit für das ältere Publikum, die typische japanische Zurückhaltung und Höflichkeit über Board zu werfen. Es ging schließlich darum, Süßigkeiten abzugreifen!

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Für allgemeine Erheiterung sorgte ein älterer Herr, der fanatisch der jungen Dame im Kimono zurief, sie solle die Süßigkeiten bitte in seine Richtung werfen. 「お姉ちゃん、こっち!」

Da ich fotografiert habe, erwischte ich keines dieser Süßigkeiten. Kurz bevor ich gehen wollte, hat mir ein älterer Herr seine zwei Errungenschaften geschenkt – natürlich nicht, ohne seine Englischkenntnisse zu präsentieren. Egal, trotzdem Danke!

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Video: Setsubun Rozanji 2012

Dacharchitektur

Ja, langsam entwickel ich auch ein Faible für die Dacharchitektur japanischer Tempel und Schreine. Der Gyoganji hat wirklich seine Spuren hinterlassen.

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten