Entsuji-Tempel in Kyoto

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Der Entsuji-Tempel liegt etwas einsam im Norden von Kyoto gelegen. Bekannt ist der Tempel vor allem für seine geliehene Landschaft (jp. shakkei), die den Hieizan-Berg als Hintergrund für seinen Garten integriert. Die Bebauung der Gegend macht dieser Ansicht aber zu schaffen und das ganze Thema “Shakkei vs Neubau” wurde zum Politikum, dem sich die Stadtverwaltung annehmen musste.

Entsuji temple, Kyoto / J2019, Japan, Kansai, Kioto, Kyoto, 京都, 日本, 関西
Die berühmte geliehene Landschaft im Entsuji

Entsuji-Tempel

Allgemein

Ursprünglich wurde der Entsuji-Tempel als kaiserliche Villa für den Tenno Go-Mizuno’o im Zeitraum von 1644-48 gebaut. Früher hieß das Viertel hier hataeda 幡枝, entsprechend wurde die kaiserliche Villa “kleiner Hataeda-Palast” — hataeda kogosho 幡枝小御所 — genannt. Die Ursprünge als Villa lassen sich gut an der Architektur erkennen: der Großteil der Fläche wird durch ein traditionelles Haus und den Gärten eingenommen. Die Buddha-Halle ist eher klein und macht den Eindruck, als ob sie nicht Teil der ursprünglichen Gestaltung war — was auch den Tatsachen entspricht. Zum Tempel wurde der Entsuji im Jahre 1678. Etwas weniger als 300 Jahre später (1954) wurde der Garten als Place of Scenic Beauty designiert.

Der Besuch lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Man bezahlt den Eintritt und folgt wem Weg zum Tatamiraum. Hier setzt man sich eine Weile hin und lässt die Gartenansicht auf sich wirken, während im Hintergrund die Sprachaufzeichnung eines Mönchs über den Tempel abgespielt wird. Anschließend schaut man sich den Rest des Tempels an, genauer gesagt einen kleineren Innenhof und die Buddha-Halle (kannondō 観音堂, hier aber kaiondō 海音堂 genannt). Insgesamt aber wenig interessant.

Shakkei vs Neubau

Die Hauptattraktion des Tempels ist auch definitiv der Garten, stellt dieser Garten heute das Musterbeispiel für eine sogenannte “geliehene Landschaft” dar. Dabei wird eine Landschaft als Hintergrund in einen Garten eingebettet, der Entsuji nutzt hierfür — wie etliche andere Gärten in Kyoto auch — die Hügelkette des bekannten Hieizan. Das wird zunehmend aber auch zum lokalen Politikum, denn es kommt immer häufiger vor, dass Neubauten (vor allem Hochhäuser) sich in diese Hintergründe schieben und damit ruinieren. 1992 plante die lokale Verwaltung ein Bauprojekt, welches die Aussicht vom Entsuji auf den Hieizan betroffen hätte. Das Projekt wurde glücklicherweise nach Protesten gar nicht erst umgesetzt. Der Entsuji hat deswegen eine Vorreiterrolle eingenommen, auf dieses Problem hinzuweisen. Dafür wurde Besuchern auch ab 2002 wieder erlaubt, Bilder vom Garten aufzunehmen — früher war Fotografieren komplett untersagt. Man möchte damit die Gartenansicht berühmt machen und gleichzeitig ein Bewusstsein für das Problem mit Neubauten hinweisen. Mit Erfolg. 2007 erließ die Stadt Kyoto schließlich eine Verordnung, die solche Ansichten schützen soll. Schließlich ist der Tourismus für Kyoto eine wichtige finanzielle Säule.

Eindrücke

Verschiedene Wege zum Entsuji

Den Weg zum Entsuji kann man auf verschiedene Art und Weisen angehen. Wer möglichst direkt und schnell ankommen möchte, nimmt den Bus. Wer etwas mehr von der hiesigen Gegend sehen möchte, sollte an der Bahnstation Kokusaikaikan aussteigen und den Fußmarsch auf sich nehmen. Dieser nördliche Teil von Kyoto ist zwar nicht spektakulär, grenzt sich aber deutlich vom restlichen Stadtbild ab. Für den Rückweg sollte man definitiv die Bahnstation Kitayama ins Auge fassen, denn der Weg vom Entsuji zu Kitayama führt durch den schönen Hügelpass batōkannon dōge 馬頭観音峠 (Google Maps), der seinen ganz eigenen Charme hat. Und es geht nur bergab, wenn man vom Entsuji aus startet. Man sollte nicht auf die Idee kommen, den Pass als Anreiseweg zu nutzen, das wäre ziemlich anstrengend.

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Bewertung

Kyoto & Kansai Reiseführer

JAKYO
2.5
von 5

Entsuji-Tempel

Kleiner Tempel mit ruhiger Atmosphäre, der berühmt für seine "geliehene Ansicht" im Garten und Speerspitze einer Bewegung ist, diese zu erhalten (Stichwort Hochhäuser). Eher für die lokale Politik interessant als für internationalen Tourismus.

Infos & Features

Öffnungszeiten & Eintritt & Anreise

※ Saisonal können die Öffnungszeiten um eine halbe Stunde abweichen.
※ Sofern nicht anders vermerkt: täglich geöffnet.

Mittwochs geschlossenÖffnungszeit
10:00 - 16:00 Uhr
Preis
400 Yen

MatchaPreis
400 Yen

Zeitaufwand: 

Bus | Haltestelle Nishi Hataeda (~160 m), Linie #46, die an der Bahnstation Kokusaikaikan startet und endet.
Haltestelle Jidosha Kyoshujo mae (~500 m), Linie #46, die zwischen den Bahnstationen Kitayama und Kokusaikaikan verkehrt.

Bahn | Chikatetsu-Linie: Station Kitayama (~1.7 km) oder Endstation Kokusaikaikan (~1.8 km). Empfehlung: Hinweg Kokusaikaikan, Rückweg Kitayama.
Eizan-Kurama-Linie: Station Seikadai-Mae (~1.3 km)

Interaktive ÖPNV-Karte Kyotos | Bahnlinien in Kyoto

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