Manche kennen das ja vielleicht. Man hört vom guten Sake aus Japan, rennt in den nächsten Supermarkt, findet nur eine Sorte davon – nämlich Choya – und geht damit nach Hause. Was nun folgt, darüber möchte ich eigentlich gar nicht schreiben. Sagen wir, genüsslich finden es nur wenige, was da im Glas und danach im Mund landet. Manche würden aus genüsslich gar ungenießbar machen wollen. So erging es auch mir und als ich das erste Mal nach Japan kam, war mir Sake bereits so zuwider, dass ich hier keinen Sake trinken wollte.

….aber verdammt, ist der Sake hier in Japan gut!

Temperatur

Zunächst einmal aber eine grundlegende Weisheit über Sake: Guten Sake trinkt man kalt (冷酒) und je schlechter der Sake, desto wärmer, gar heiß sollte er sein (熱燗).

Bei einem Sake in Tetrapack habe ich diese Unterteilung entdeckt:

  • Kalt「令や」
  • „Auf diese Weise“, Zimmertemperatur「そのまま」
  • Erwärmt「ぬる燗」
  • Heiß「熱燗」

Nihonshudo

Auf der Verpackung steht zudem noch oft eine Einteilung namens nihonshudo 日本酒度 oder einfach nur shudo 酒度. Diese geben den Grad der Süße amakuchi 甘口 oder Herbe karakuchi 辛口 an und wird deswegen auch amakarakuchi 甘辛口 genannt.

+6.0

oder mehr

+3.5 bis +5.9+1.5 bis +3.4+1.4 bis -1.4-1.5 bis -3.4-3.5 bis -5.9-6.0

oder weniger

大辛口
sehr herb
辛口
herb
やや辛口
etwas herb
普通
normal
やや甘口
süßlich
甘口
süß
大甘口
sehr süß

Beispiele:

 
Links: Tsuki no Katsura „Kohaku-Ko“ (月の桂, 1410 Yen, Shudo 5) – Rechts: Shurakudai (聚楽第, 1417 Yen, Shudo 5)

Beides Sake, die mir sehr gut geschmeckt haben und Welten besser als der Choya-Sake sind. Noch dazu in ansehnlicheren Flaschen!

Sucht man Sake, den man im kalten Winter heiß trinken möchte, kann man auch ruhig zu den 2L-Tetrapacks für etwa 1000 Yen greifen. Den sollte man aber nicht unbedingt kühl trinken, um seine Geschmacksnerven zu schonen. Und allgemein ist Vorsicht geboten: Auch wenn Sake nicht so stark nach Alkohol schmeckt, hat er doch ca. 16% Alkohol. Nicht gerade wenig und man sollte Sake definitiv nicht unterschätzen.

So, die Forschung muss weitergehen!

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten