Kleine Sake-Kunde: „Deutscher“ Choya vs. japanischen Tsuki no Katsura, Shurakudai etc.

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Kleine Sake-Kunde: „Deutscher“ Choya vs. japanischen Tsuki no Katsura, Shurakudai etc.

Aktualisiert: 27. Juli 2017| 2017-07-27T16:57:43+00:00 Veröffentlicht: 14. Oktober 2011|Thema: Essen und Trinken|Tags: |Regionen: , , , |9 Comments

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Inhaltsverzeichnis

Manche kennen das ja vielleicht. Man hört vom guten Sake aus Japan, rennt in den nächsten Supermarkt, findet nur eine Sorte davon – nämlich Choya – und geht damit nach Hause. Was nun folgt, darüber möchte ich eigentlich gar nicht schreiben. Sagen wir, genüsslich finden es nur wenige, was da im Glas und danach im Mund landet. Manche würden aus genüsslich gar ungenießbar machen wollen. So erging es auch mir und als ich das erste Mal nach Japan kam, war mir Sake bereits so zuwider, dass ich hier keinen Sake trinken wollte.

….aber verdammt, ist der Sake hier in Japan gut!

Temperatur

Zunächst einmal aber eine grundlegende Weisheit über Sake: Guten Sake trinkt man kalt (冷酒) und je schlechter der Sake, desto wärmer, gar heiß sollte er sein (熱燗).

Bei einem Sake in Tetrapack habe ich diese Unterteilung entdeckt:

  • Kalt「令や」
  • „Auf diese Weise“, Zimmertemperatur「そのまま」
  • Erwärmt「ぬる燗」
  • Heiß「熱燗」

Nihonshudo

Auf der Verpackung steht zudem noch oft eine Einteilung namens nihonshudo 日本酒度 oder einfach nur shudo 酒度. Diese geben den Grad der Süße amakuchi 甘口 oder Herbe karakuchi 辛口 an und wird deswegen auch amakarakuchi 甘辛口 genannt.

+6.0

oder mehr

+3.5 bis +5.9+1.5 bis +3.4+1.4 bis -1.4-1.5 bis -3.4-3.5 bis -5.9-6.0

oder weniger

大辛口
sehr herb
辛口
herb
やや辛口
etwas herb
普通
normal
やや甘口
süßlich
甘口
süß
大甘口
sehr süß

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Beispiele:

 
Links: Tsuki no Katsura „Kohaku-Ko“ (月の桂, 1410 Yen, Shudo 5) – Rechts: Shurakudai (聚楽第, 1417 Yen, Shudo 5)

Beides Sake, die mir sehr gut geschmeckt haben und Welten besser als der Choya-Sake sind. Noch dazu in ansehnlicheren Flaschen!

Sucht man Sake, den man im kalten Winter heiß trinken möchte, kann man auch ruhig zu den 2L-Tetrapacks für etwa 1000 Yen greifen. Den sollte man aber nicht unbedingt kühl trinken, um seine Geschmacksnerven zu schonen. Und allgemein ist Vorsicht geboten: Auch wenn Sake nicht so stark nach Alkohol schmeckt, hat er doch ca. 16% Alkohol. Nicht gerade wenig und man sollte Sake definitiv nicht unterschätzen.

So, die Forschung muss weitergehen!

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten
Aktualisiert: 27. Juli 2017| 2017-07-27T16:57:43+00:00 Veröffentlicht: 14. Oktober 2011|Thema: Essen und Trinken|Tags: |Regionen: , , , |9 Comments

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9 Kommentare

  1. Hanna 16. Oktober 2011 um 11:00 Uhr Uhr- Antworten

    Hast Du schon mal nigorizake (濁り酒) getrunken? Es ist wolkig weiß ohne süss zu sein wie amazake (甘酒). Ich musste nur daran denken weil ich einmal eine Flasche nigorizake vom oben genannten Hersteller Tsuki no Katsura an der Arbeit bekommen habe der in meiner Erinnerung sehr gut war.

    • Satori Nihon - Chr. Kaden 21. Oktober 2011 um 16:46 Uhr Uhr

      Nigorizake? Nein, habe ich noch nicht getrunken. Gut, dass er nicht wie Amazake ist, das ist wirklich nicht so mein Fall. Wenn ich mal einen Nigorizake sehe, probier ich den mal. Danke für den Tipp!

  2. JoDerBaer 14. November 2011 um 04:26 Uhr Uhr- Antworten

    An Neujahr 1999 bin ich von Tokyo nach FRA geflogen und vor dem Check-in gab’s Sake in traditionellen viereckigen „Bechern“ aus dem großen Faß geschöpft. Ein Geschenk der Industrie- und Handelskammer Tokyo. Und der schmeckte super! Auch beim zweiten Mal… und beim dritten Mal… und dann wurde der Flug aufgerufen 8-/

  3. Thomas 19. März 2013 um 22:20 Uhr Uhr- Antworten

    Hm, ich habe immer gedacht, Choya wäre japanisch. Mir schmeckt er, ich trinke ihn gerade. Deshalb habe ich gedacht, ich google daa mal. Da war ich aber überrascht! Wenn es noch besseren gibt, dann will ich den gern mal probieren.

  4. Adrian Preuß 30. März 2014 um 21:16 Uhr Uhr- Antworten

    oh je :D Ich hab damals auch selbst in Deutschland guten Sake getrunken gehabt. Heute hatte ich mal wieder Lust drauf gehabt und bestellte beim Sushi noch eine Flasche Sake dabei.

    Ich hab Sake GANZ ANDERS in Erinnerung! Das was ich da bekam (Choya Sake) ist ja schon eher Vodka-Artig und hat irgendwie nichts mit „Wein“ oder wie man auch oftmals sagt „Reiswein“ nichts zu tun?

    • Christian Kaden 7. April 2014 um 11:54 Uhr Uhr

      Genuß ist Choya Sake halt irgendwie nicht :-)

  5. Anna 17. November 2016 um 17:39 Uhr Uhr- Antworten

    Hallo,

    da hier ja einige Erfahrung mit dem Choya sake haben wollte ich mal fragen ob der sich denn als Kochsake, jap. anscheinend ryourishu genannt, eignet? Speziell als Kochsake ausgezeichnete hab ich nämlich keine gefunden. Da gibts nur chinesische. Ich hab davon einen gekauft der auch ganz lecker ist und fischigem geruch wie gewünscht den garaus macht aber japanischer geschmack ist halt was anderes, daher würde ich gerne jap.sake probieren.
    Was meint ihr? Eignet sich der choya zum kochen?

  6. Anna 20. November 2016 um 01:13 Uhr Uhr- Antworten

    Hallo,

    da hier ja einige Erfahrung mit dem Choya sake haben wollte ich mal
    fragen ob der sich denn als Kochsake, jap. anscheinend ryourishu
    genannt, eignet? Speziell als Kochsake ausgezeichnete hab ich nämlich
    keine gefunden. Da gibts nur chinesische. Ich hab davon einen gekauft
    der auch ganz lecker ist und fischigem geruch wie gewünscht den garaus
    macht aber japanischer geschmack ist halt was anderes, daher würde ich
    gerne jap.sake probieren.

    Was meint ihr? Eignet sich der choya zum kochen?

    • Japan-Kyoto 21. November 2016 um 15:29 Uhr Uhr

      Ja, auch wenn sich Choya-Sake nicht zum Trinken eignet, zum Kochen kann man ihn sehr gut verwenden. Teurere Sake wären einfach nur Verschwendung :-)

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