Ab diesem Beitrag ändert sich manches: die Fotos werden von nun an mit einer Canon EOS 60D geschossen, die Bilder aus diesem Beitrag sind meine ersten Gehversuche damit im öffentlichen Raum. Weiterhin benutze (oder teste) ich nun den Bilderdienst Flickr. Mehr dazu in einem späteren Beitrag.

Am 27. August hat es wieder einmal begonnen: Sightseeing!

Nachdem mir meine Freundin am Vorabend Bilder des Shisendo gezeigt hat, war klar: das möchte ich auch sehen! Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie sehr dieser Ort mit dem berühmten Kämpfer Miyamoto Musashi verbunden war. Mit dem 55er-Bus ging es von Shijo-Kawaramachi aus bis zur Bushaltestelle mit dem klangvollen Namen Ichijôji-Sagarimatsu-chô (一乗寺下り松町). Das war so weit im Randgebiet Kyotos, dass wir trotz Tagesticket noch etwas draufzahlen mussten. Angekommen sind wir den kleinen Hügel dort hoch, um dann Richtung Hügel abwärts die drei im Titel genannten Station zu besuchen.

Hachidai Schrein 八大神社

Am Hachidai Schrein hat Miyamoto Musashi vor seinem Kampf gegen die Yoshioka gebetet (laut offizieller Info des Schreins). Andere Quellen sagen, Musashi wollte hier beten, fand es dann aber als Schwäche, sich auf die Gottheiten zu verlassen.

Zuerst wollte ich mir einen  Talisman fürs Lernen kaufen (学業のお守り), aber da hier alles im Zeichen von Musashi war, verzierten den Talisman lauter Katanas, die aber eher wie Säbel aussahen. Das war mir dann doch zu albern und ohne Talisman ging es dann weiter (trotz meiner Talisman-Sammelwut!).

Der Schrein ist nicht sonderlich besuchenswert, aber wenn man in der Nähe ist, kann man schnell reinschauen.

Shisendo 詩仙堂丈山寺

Die Hauptstation des Tages. Einst residierte hier der große Dichter Jôzan Ishikawa (石川丈山). Im fortgeschrittenen Alter lies Jôzan Shisendo als seine Klause erbauen, später ging Shisendo in den Besitz der buddhistischen Shingon-Schule über, heute wird Shisendo als Sôtô-Tempel geführt.

Die Werbebilder für Shisendo sehen wirklich klasse aus. Die Realität hat mich leider etwas anders erwischt. An dem Tag war Shisendo nicht ganz so leer wie auf den Werbebildern, im Gegenteil: der größte Raum war gut gefüllt, und das leider mit alten Herrschaften und Damen, die sich lautstark unterhielten. Die Höhe war aber, dass sich eine Gruppe von Großmütterchen direkt vor den Eingang zum Garten setzten. Bestätigt mal wieder, dass alte Menschen in Japan am gefährlichsten sind.

Shisendo ist dennoch einen Besuch wert, sollte aber nicht unbedingt ganz oben auf der Besichtigungsliste stehen. 500 Yen Eintritt.

Nachtrag 31.01.2012:

Und was Google nicht alles schon „gestreetviewed“ hat…


Größere Kartenansicht

Ichijôji Sagarimatsu 一乗寺下り松

Hier war der Ort, an dem Musashi gegen die Yoshioka gekämpft hat, nachdem Musashi am Hachidai Schrein gebetet hat (laut Hachidai Schrein). Aber das Infobrett hier sagt aus, dass Musashi im letzten Moment kehrt gemacht und nicht gebetet hat, weil es ihm als Schwäche vorkam, sich für den Kampf auf Gottheiten zu verlassen. Kleine Inkonsistenzen machen das Leben schön, nicht wahr?

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Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten