Shikoku Tag 5, Matsuyama: das Badehaus Dogo Onsen

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Shikoku Tag 5, Matsuyama: das Badehaus Dogo Onsen

Aktualisiert: 13. Oktober 2016| 2016-10-13T22:59:13+00:00 Veröffentlicht: 29. August 2012|Thema: Eine Woche Shikoku 2012, Japanischer Tee, Vorgestellte Artikel (Featured)|Tags: , , |Regionen: , , , |4 Comments

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Matsuyama 松山
Dogo-Onsen 道後温泉

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Eine Woche Shikoku

Matsuyama, Dogo-Onsen – Es kam die Zeit, da mussten wir uns von den heißen Quellen im Tal Iya verabschieden, aber wir verzagten nicht; denn wir fuhren einfach zur nächsten heißen Quelle. Zum krönenden Abschluss der Reise aber nicht zu irgendeiner heißen Quelle, sondern zum Badehaus Dogo-Onsen (Wikipedia) in Matsuyama.

Die Stadt Matsuyama

Nach etwa vier Stunden Fahrt von der Station Oboke nach Dogo-Onsen in Matsuyama gab es gleich mal wieder Pluspunkte für die Straßenbahnen. Warum hat nur Kyoto keine Straßenbahn, außer im äußersten Westen? Matsuyama machte auf jeden Fall einen sehr schönen und sympathischen Eindruck und es gab hier bestimmt noch viel mehr zu sehen, aber wir waren nur wegen dem Badehaus Dogo-Onsen hier und waren folglich nur in dessen Umgebung. Wobei es auch hier etliche Sachen zu sehen gab.

Wie die Botchan Uhr…

…ach ja, fast alle liefen hier im Viertel im Yukata herum…

…oder die große Einkaufsstraße…

…oder einfach auch nur der Bahnhof von Dogo-Onsen selber.

Wir haben uns für ein traditionelleres Ryokan entschieden, dem Sachiya (さち家). Nicht günstig, aber auch nicht teuer und sehr freundliche Besitzer, tolle Zimmer und klasse Service. Jedes Mal, wenn wir zum Badehaus Dogo-Onsen gegangen sind, wurde uns ein kleiner Korb mit Handtüchern und Seife in die Hand gedrückt, da diese Sachen nicht immer im Eintrittspreis vom Dogo-Onsen inklusive, aber dazu später.

Eingang Sachiya

Das Begrüßungsgeschenk war auch erste Klasse: Tee, dazu die lokale süße Spezialität Botchan (坊っちゃん, ähnliche wie Dango, nur besser) und feuchte Handtücher.

Alle Bilder von Matsuyama

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Das Badehaus Dogo-Onsen

Dogo-Onsen ist die älteste heiße Quelle in Japan, deren Geschichte sich auf inzwischen über 1000 Jahre erstreckt. Das aktuelle Gebäude wurde 1894 errichtet und verteilt sich auf drei Stockwerke. Am vollsten scheint das Badehaus am frühen Morgen und am Abend zu sein – wir waren jeweils einmal am Dienstag um 20 Uhr drin (extrem voll) und am nächsten Morgen Mittwoch um 10 Uhr (sehr leer).

Das Badehaus Dogo-Onsen war übrigens auch die Inspiration für den Film „Chihiros Reise ins Zauberland“ (engl. Titel „Spirited Away“) von Hayao Miyazaki. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich vorher diesen Film anschauen – dann wird man das Treiben im Badehaus wohl auch mit anderen Augen betrachten können.

Jetzt aber: Auf zum Badehaus Dogo-Onsen!

Am Abend

Am Tag

Innen

Grüntee mit der Süßigkeit Botchan war auch fast immer inklusive, welcher auf einer tenmokudai (天目台) serviert wurde – bis dato dachte ich, das macht man nur bei Matcha. Lustigerweise wird hier Matcha dann ohne tenmokudai serviert – und kostet 400 Yen extra.

Normalerweise ist im gesamten Badehaus das Fotografieren verboten. Ausnahme ist das eigene Privatzimmer im 2. Stockwerk. Mit sehr viel Glück aber konnte ich ein Bild vom Tama no Yu machen. Nachahmung nicht empfohlen ;-)

Dogo-Onsen

Das Bad Tama no Yu, aufgenommen früh morgens in einem glücklichen (vor allem einsamen) Moment

Eintrittspreise und Tarife erklärt

Dogo-Onsen hat verschiedene Tarife, die Zugang zu jeweils unterschiedlichen Badbereiche und Attraktionen bieten.

Was es im Dogo-Onsen alles zu sehen und erleben gibt:

  • Bad 1, Erdgeschoss: Kami no Yu (神の湯)
    • Das Bad mit der größten Kapazität und im Männerbereich sogar mit zwei Räumen vertreten.
  • Bad 2, 1. Stock: Tama no Yu (霊の湯)
    • Das edlere und exklusivere Bad
  • Die Räumlichkeiten für den Kaiser, Yushinden (又新殿)
    • Räumlichkeiten und Bad exklusiv für den Kaiser – wird heutzutage aber nicht mehr genutzt
  • 2. Stock: Privaträume und das Zimmer von Botchan

Insgesamt werden vier Tarifstufen angeboten. Handtücher und Yukata sind dabei immer nur Leihgaben, diese sollte man nicht mitnehmen. Handtücher und Yukata sind entweder inklusive oder können an der Kasse für eine kleine Gebühr ausgeliehen werden. Es ist von Vorteil, direkt im Yukata zu kommen und seine eigenen Handtücher mitzubringen. Meistens bekommt man diese vom eigenen Gasthaus gestellt.

Tarif 1: Basis

Zugang zu: Bad Kami no Yu
Inklusive: nichts (kein Handtuch, kein Yukata, nichts), nur Bad
Verweildauer: etwa 60 Minuten
Preis: 400 Yen

Tarif 2: Gehoben

Zugang zu: Bad Kami no Yu und Ausruhplatz (1. Stockwerk)
Inklusive: Tee, Kekse und Leih-Yukata
Verweildauer: etwa 60 Minuten
Preis: 800 Yen

Tarif 3: Noch gehobener

Zugang zu: Bad Kami no Yu, Bad Tama no Yu und Ausruhplatz (1. Stockwerk, anderer)
Inklusive: Tee, Kekse, Leih-Yukata und -Handtuch, Besichtigung des Yushinden
Verweildauer: etwa 60 Minuten
Preis: 1200 Yen

Tarif 4: Premium

Zugang zu: Bad Kami no Yu, Bad Tama no Yu und privates Zimmer (2. Stockwerk)
Inklusive: Tee, Süßgkeit Botchan und Leih-Yukata, Besichtigung des Yushinden
Verweildauer: etwa 80 Minuten
Preis: 1500 Yen

Besichtigung des Yushinden separat ohne Badbesuch kostet 250 Yen.

Die Besichtigung des Botchan Zimmers scheint ab Level 2 inklusive zu sein, aber ich bin mir da nicht mehr sicher. Ab Level 3 auf jeden Fall.

Und die Tarifstruktur auf japanisch

Alle Bilder vom Dogo-Onsen

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Weiterführende Informationen

Besucht am
21. und 22. August 2012
Sprache
Nur japanisch
Kanji
道後温泉
Öffnungszeiten
6-22 Uhr
Link (japanisch)
Sonstiges
Handtücher unbedingt selber mitbringen!
Verhaltensregeln in japanischen Badehäusern

Das Dogo-Onsen Bier

Und was ist nach einer Stunde in einer heißen Quelle, halb verbrüht, noch etwas nebelig im Kopf, genau das richtige? Ein kühles Bier! Und Bier gibt es hier überall in den Varianten Stout, Altbier, Weizen und Kölsch – jeweils im schönen Glas oder einer schönen Flasche. Eine der wenigen Fälle, in der ich modernes Kanjidesign durchaus für gelungen halte. Direkt neben dem Badehaus gibt es eine Bar für das Dogo-Onsen Bier (siehe erstes Bild), ansonsten kann man sich das Gebräu auch in fast jeden Souveniershop im Umkreis kaufen.

Das Dogo-Birukan (ernsthaft, es wird nicht bakushukan gelesen!)

 

Google Street View im Badehaus Dogo-Onsen

Ja, Google war auch schon hier – allerdings nur in einem Baderaum des Kami no Yu für die Männer. Der zweite Baderaum des Kami no Yu unterscheidet sich aber nur im Bild, welches an der Wand hängt.

Fazit

Matsuyama ist definitiv eine Reise wert und könnte der Höhepunkt jeder Shikokureise werden, was nicht zuletzt dem fantastischen Badehaus Dogo-Onsen zu verdanken ist. An dieses Onsen Erlebnis wird man sich lange zurückerinnern. Beim ersten Mal unbedingt Zugang zu beiden Bädern erwerben. Das Wasser ist übrigens ziemlich heiß, lange am Stück bleibt man in einem Bad nicht.

Wer die Zugangslevel verstanden und sich den Eintritt erkauft hat, wird auch im inneren Bereich gut zurechtkommen. Es lohnt sich!

Das war dann auch das Ende der Reise nach Shikoku – am Abend des 22. Augusts ging es mit dem Zug wieder zurück nach Kyoto.

Alle Bilder

Matsuyama

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Dogo-Onsen

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Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten
Aktualisiert: 13. Oktober 2016| 2016-10-13T22:59:13+00:00 Veröffentlicht: 29. August 2012|Thema: Eine Woche Shikoku 2012, Japanischer Tee, Vorgestellte Artikel (Featured)|Tags: , , |Regionen: , , , |4 Comments

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4 Kommentare

  1. zoomingjapan 29. August 2012 um 10:11 Uhr Uhr- Antworten

    Matsuyama mit dem Schloss und Dogo Onsen war damals auch eines meiner Highlights!
    Es ist schon ewig her, dass ich dort war. Damals hatte ich noch keine DSLR-Kamera daher sind meine Fotos von damals auch eher …. naja.
    Du hast es sogar hingekriegt ein Foto von dem Onsen selbst zu machen! Neid!
    Bei mir waren da zu viele Leute drin, das ging also schlecht! ^-^;;

    • Christian Kaden 29. August 2012 um 23:12 Uhr Uhr

      Wir waren auch zweimal drin. Morgens ab 9 Uhr scheint es wirklich generell leerer zu sein, weil die ganzen Rentnerreisegruppen früh morgens reingehen und danach Sightseeing machen. An dem Morgen war ich zweimal im Tama no Yu: einmal mit Smartphone in der Tasche, damit es am Ruheplatz oben nicht gestohlen werden kann, aber zuviele Leute im Onsen. Beim zweiten Mal saß meine Freundin oben und ich hab mein Smartphone dann auch oben gelassen – als ich dann raus aus dem Onsen bin, war ich der Letzte. Also schnell hoch, so getan als ob ich was im Onsen vergessen hätte, Smartphone geschnappt, runter und Bild geschossen ;)

    • zoomingjapan 30. August 2012 um 12:05 Uhr Uhr

      Du bist ja ein Schlingel *fg*.
      Bei meinem letzten Onsenbesuch im Freien, hatte ich meine Kamera um den Hals als ich den Eintrittspreis bezahlt hab. Die meinten gleich „No photos!!“ …. ich nehm doch die Kamera nicht mit rein, was denken die denn? Die wurde schön draußen in den Coin Locker zu den anderen Wertsachen gepackt.
      Dabei war den Onsen eh nicht gut versteckt. Vom Waldweg draußen hatte man zumindest halbwegs gute Sicht auf das Männerbad und nackte Tatsachen *hust* …

    • Christian Kaden 6. September 2012 um 23:19 Uhr Uhr

      Was ähnliches habe ich im Tal Iya im dortigen Onsen erlebt. Auf dem Hang ein Hotel mit Hotelbad, dazu eine Bahn hinunter ins Tal zu einem natürlichen Onsen. Die Bahn fuhr direkt am Fenster am Hotelbad für die Männer vorbei, sehr gut einsehbar :o

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