Sporthalle Shinmachi-Campus

Der Kendobu (剣道部, oder auch Kendo Club) ist die offizielle Vertretung der Doshisha Universität, was Kendo betrifft, und gehört zur Sportfakultät. So darf nur der Kendobu die Doshisha Universität auf Universitätsturnieren vertreten – z. B. auf der universitären Kansai- oder Alljapanische Meisterschaft. Dafür erhält der Kendobu Fördergelder und wird bevorzugt mit Trainingshallen und -zeiten versorgt.

Aus dieser offiziellen Vertretung erwächst auch eine gewisse Erwartungshaltung. Mitglieder im Kendobu können nicht nur täglich trainieren, es wird sogar erwartet. Ausnahmen gibt es nur wenige, wie zum Beispiel, wenn sich ein Training mit einer Vorlesung überschneidet.

Das allgemeine Level im Kendobu ist daher sehr hoch. Wer als Austauschstudent der Doshisha hier mittrainieren möchte, muss daher nicht nur ein gewisses Mindestlevel bereits mitbringen, sondern vor allem auch die Motivation, regelmäßig zum Training zu erscheinen und sich anzustrengen. Wochenlanges Fehlen ohne Rückmeldung geht hier nicht.
Was zu machen ist wird in der Regel nur angekündigt, nicht erklärt. Wenn viele etwas falsch oder unschön machen, gibt es aber einen Einlauf.

Der Trainingsplan sieht zur Zeit wie folgt aus:

  • Aufwärmen und Suburi
  • Kirikaeshi / Oikomigeiko (Sprinttraining)
  • Kihon
  • Kurze Pause
  • Ji-Geiko
  • Ende

Vor Wettkämpfen werden speziell auch Wettkampfsituationen geübt. Und damit das Training nicht langweilig wird, gibt es zwischendurch mal Übungen, bei denen man sich in Europa eine Klage wegen Menschenrechtsverletzung einfangen würde. Beispiel? Zwei Minuten Ji-Geiko, danach jeder zweimal Kakari-Geiko, am Ende 30er-Kirikaeshi, wobei beide gleichzeitig schlagen – und das ganze viermal hintereinander.

Trainingszeiten

Es wird dreimal die Woche auf dem Shinmachi Campus trainiert (Dienstag, Freitag, Samstag) und zwei Mal in Kyotanabe (Mittwoch, Donnerstag).

Webseite

Zielgruppe

Wer als (Austausch-)Student mit dem Gedanken spielt, in den Kendobu zu gehen, sollte sich auf hartes Training gefasst machen und die Absicht haben, regelmäßig zum Training zu erscheinen (ja, auch bei Regen und ja, auch bei Schnee). Anfänger sind hier fehl am Platz und man sollte schon eine Weile Kendo gemacht haben, um hier mitzutrainieren.

Videos

Um einen Eindruck vom Leistungsniveau eines Kendobus zu bekommen, empfehle ich folgende Videoserie: der Halbfinalkampf zwischen der Doshisha (weiß) und Ritsumeikan (rot) auf der Kansai Studentenmeisterschaft 2010.

Andere Kendogruppe an der Doshisha: Kenrenkai (Zirkel)

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten