An dieser Stelle möchte ich zwei Bilder zum Thema „Kanji und Kana“ zeigen.

Bild 1 – modern vs. klassisch

Ja, das Tierchen ist total putzig. Aber darum geht es nicht. Was man hier sieht, ist zunächst verballhorntes Englisch, sprich Katakana cha~ji (チャージ, engl. „charge“) und gleich dahinter in Klammern das eigentliche, klassische japanische Wort dafür, nyûkin (入金). Beides heißt „mit Geld aufladen“. Was liegt dem zu Grunde?

In den letzten Jahrzehnten kommt immer mehr … „Englisch“ … in die japanische Sprache: Englisch, welches den japanischen Silben bzw. Aussprache angepasst wird. Diese Wörter gelten als modern und /oder cool. Cha~ji wird hier wohl benutzt, um die Generation unter 30 anzusprechen.

Damit die armen Omas und Opas nicht vor lauter Planlosigkeit in Panik geraten, wurde wohl direkt dahinter noch das „urjapanische“ Wort dahintergeschoben.

Mir wurde auch gesagt, dass wenn ich für Café das Wort kissaten (喫茶店)  benutze, höre ich mich an wie ein Opa. Das hippe Wort ist nämlich kafue~ (カフェー). Ironischerweise ist das zweite Kanji von kissaten das Kanji für Tee.

Bild 2 – Kanji und Hiragana sind total überbewertet

… klar, oder? Wir können schon regelrecht froh sein, dass zumindest ein Kanji und ein Hiragana verwendet wurde und wir uns nicht nur mit „herushi~

[Kanji, Hiragana] desa~to sui~tsu“ herumschlagen müssen.

In elektronischen Wörterbüchern findet man wohl daher auch regelmäßig ein Übersetzungswörterbuch Katakana -> Japanisch (klassisch).

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten