Wie jedes Jahr am 16. August war es wieder soweit: als Abschluss des Obon-Festes wurden fünf große Zeichen (eigentlich sechs) auf fünf verschiedenen Bergen (sagen wir besser: Hügel) in Brand gesetzt, um den Toten den Weg zurück in ihre spirituelle Welt zu zeigen. Daher auch der Name „Gozan no Okuribi“ (五山送り火), aber „Daimonji“ (大文字) ist der gängigere Begriff.

Die Namen der fünf Zeichen sind:

  •  大文字, daimonji (): das Kanji für „Größe“, 大, Ostkyoto.
  • 妙・法, myô und hô: „Wundersamer Dharma“, Kanji  妙 und 法.
  • 舟形, funegata: kein Kanji, sondern ein Schiffsbild.
  • 左大文字, hidari daimonji: das Kanji für „Größe“, 大, Westkyoto.
  • 鳥居形, toriigata: kein Kanji, sondern ein Bild eines shintoistisches Tor.

Alle sechs Zeichen kann man nur von den Dächern hoher Gebäude sehen, Hotels verlangen dafür meist einen saftigen Eintritt – 10 000 Yen (~90 Euro) aufwärts. Daneben gibt es öffentliche Orte, von denen man ein oder mehrere Zeichen gut sehen kann, die meistens dann auch sehr gut besucht sind. Wir haben uns für die Brücke Imadegawa-Kamogawa entschieden, von der man daimonji und hô gut sehen kann und funegata gerade noch so. Man sollte sich aber auf eine Menge Japaner gefasst machen und je älter, desto unfreundlicher.

Die Orte der Feuerstellen kann man auch auf meiner Google-Maps Karte einsehen, unter „Kansai / Kyoto / Feste / Daimonji-Okuribi“.

Bilder

Leider habe ich meine neue Kamera noch nicht, daher an dieser Stelle nur ein paar schlechte Bilder vom Handy :(

daimonji

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten