Tee aus Shikoku: Goishi Tee

Goishi Tee
Goishi Tee während der Trocknung

Goishi – Auf meiner Reise in Shikoku bin ich im Touristenshop vom Tal Iya auf einen Tee aufmerksam geworden, der mich etwas an Ziegeltee erinnerte. Es handelte sich um einen Tee namens Goishi (碁石茶), dessen Blätter im getrockneten Zustand in quadratischer Form gestapelt und zusammengepresst werden. Den Namen Goishi teilt sich der Tee mit den Steinen des japanischen Spiels Go, obwohl diese rund und nicht viereckig sind.

Werbung

Ursprung und Geschmack des Goishi Tees

Der Ursprung liegt in der heutigen chinesischen Provinz Yunnan. Dort wurde der Tee damals von einem Stamm namens Puran zusammen mit Humus in Bambuszylindern fermentiert. Zusammen mit dem Grüntee kam der Goishi Tee dann über Gelehrte und als Luxusartikel ab dem 8. Jahrhundert nach Japan.

Geschmacklich ist der Goishi Tee dem Schwarztee sehr ähnlich, allerdings kann man eine deutliche Zitronennote erkennen.

Herstellung des Goishi Tees

Kultivierung. Die Blätter der Teepflanzen werden gleichmäßig der Sonne ausgesetzt. Um das zu erreichen, wird bei zu dichten Wachstum ältere Äste abgeschnitten.

Ernte. Die Blätter werden Anfang Juli geerntet. Alte und neue Blätter werden gleichermaßen geerntet.

Dämpfen. In einem großen Kessel wird Wasser gekocht, anschließend werden die Teeblätter in einem dafür vorgesehen Eimer für 1 bis 2 Stunden gedämpft.

Ruhen lassen. Kleinere Äste werden aussortiert und die restlichen, etwa 50cm bis 70cm langen Äste mit Blättern auf einer Matte ausgebreitet und zusammen mit Humus für etwa 7 bis 10 Tage liegen gelassen.

Einlegen. Nun werden die Teeblätter mit der, bei der Dämpfung entstandenen, Flüssigkeit in einem Holzeimer für etwa 20 Tage eingelegt und durch ein Gewicht von oben zusammengedrückt.

Schneiden. Die Blöcke werden daraufhin außerhalb des Eimers zerkleinert. Anschließend werden sie wieder in den Eimer zurückgelegt, dann folgt das Warten auf gutes Wetter.

Trocknen. Bei gutem Wetter werden die Blöcke im Garten auf einer Matte ausgebreitet und im Sonnenlicht für etwa 3 Tage getrocknet.

Verpacken. Nach vollendeter Trocknung wird der nun fertige Goishi Tee in Strohsäcke verpackt und ausgeliefert.

Weiterführende Informationen (japanisch) und Quelle der oberen Bilder: http://www.m-ys.co.jp/goisitya.html


Zubereitung Goishi Tee

Wenn man ein kleines Teekännchen (etwa 350cl) benutzt, kann man je nach Vorliebe ein oder zwei Goishi Plättchen verwenden. Beim ersten Aufguß kann man sofort in die Tasse einschenken, beim zweiten und dritten Aufguß nach etwa 20 bis 30 Sekunden.

Für eine größere Menge (etwa 2 Liter) kann man 3 bis 5 Goishi Plättchen verwenden bei einer Ziehzeit von etwa 5 Minuten.

Kyoto
Kyoto

 

Das könnte dir auch gefallen
2 Kommentare
  1. zoomingjapan sagt

    Hört sich lecker an!
    Ich bin ja eh so ein Grüntee-Fanatiker, wobei das in letzter Zeit arg nachgelassen habe … keine Ahnung warum.
    Diesen Goishi habe ich, glaube ich, noch nie probieren dürfen!
    Das nächste Mal, wenn ich nach Shikoku fahre (vlt. schon diesen Monat) werde ich mich mal umsehen! :)

    1. Christian Kaden sagt

      Inzwischen habe ich diesen Tee einer deutschen Freundin zum probieren gegeben – sie fand ihn widerlich :o
      Ich habe wohl eine andere Vorstellung von „Schwarztee mit Schuss Zitrone“, aber ok, ist auch etwas länger her, als ich das das letzte Mal getrunken habe.

Hinterlasse eine Antwort

Mit der Verwendung des Kommentarfelds erklärst du dich bereit, dass Japan-Kyoto deine Daten gemäß der Datenschutzerklärung speichert (Email, IP-Adresse und weitere eingegeben Daten).

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Japan-Kyoto Newsletter
Der Japan-Kyoto Newsletter besteht aus gelegentlichen E-Mails über neue Beiträge und wichtigen Updates.
Abonnieren
close-link