Wie angekündigt ging es dieses Mal wieder mit Turkish Airlines in die Luft. Das letzte Mal ist schon eine Weile her, genauer gesagt bin ich das letzte Mal mit Turkish Airlines 2010 geflogen. Ein paar Dinge haben sich verändert, manches ist gleich geblieben. Was das alles ist, erfährt man hier – zusätzlich mit einem Vergleich zu Lufthansa, dem Platzhirsch in Deutschland.

Flug Stuttgart -> Istanbul

Frankfurt ist das für Lufthansa, was Istanbul für Turkish Airlines ist. Wenig überraschend muss daher ein Zwischenstop im Istanbuler Atatürk Flughafen gemacht werden, bevor es von dort aus mit dem Langstreckenflieger Richtung Osaka geht. Der Flug ging in Stuttgart um 18:50 Uhr los, was der Wartezeit am Schalter und am Security Check sehr zugute kommt und dauerte etwa zwei Stunden.

Geflogen wurde mit einer Airbus A321, die wohl vor gar nicht allzu langer Zeit modernisiert wurde. Alles sah modern aus und das Entertainment-System ließ keine Wünsche übrig. Es war überhaupt das modernste System, dass ich je im Flugzeug erleben durfte. Es gab eine Kabelfernbedinung, die vorne ein Multimedialayout hatte, während die Rückseite als Spielecontroller und Tastatur fungierte. Das (Touch-)Display selbst löste hoch auf und sah gestochen scharf aus, war allerdings sehr empfindlich. Es gab eine große Auswahl an Filmen (fast(?) alle auch in deutscher Sprache) und sogar Spielen. Top! So macht auch die Economy Class Spaß. Außer für meine Nebensitzerin, deren Display war kaputt.

Entertainmentsystem Display

Fernbedinung Vorderseite: Multimedia

Fernbedingung Rückseite: Spielecontroller und Tastatur

Es gab eine Mahlzeit an Board, die für Flugzeugverhältnisse ausgesprochen gut war. Lediglich das Gemüse war etwas geschmacklos – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Und ob das Crewmitglied mit dem Kochhut wirklich etwas mit dem Kochen der Mahlzeit zu tun hatte, ist auch fraglich.

Mahlzeit mit Hühnchen, Kartoffelbrei, Gemüse und Beilagen.

Flughafen Istanbul

In Istanbul angekommen bemerkte ich, dass das Gate seit 2010 glücklicherweise geändert wurde. Der Fußweg betrug damit lediglich etwa 200 Meter und keinen kilometerlangen Marsch. Verlaufen war damit auch unmöglich und der innere Sicherheitsbereich musste nicht verlassen werden – das genaue Gegenteil zu 2010 also. Allerdings waren hier sehr viele Gates auf engen Raum, d.h. die ohnehin nicht große Halle war rappelvoll. Auf Sitzplätze sollte man hier nicht hoffen und man muss sehr genau aufpassen, wann Boarding anfängt. Eine Durchsage dazu habe ich nicht wahrgenommen.

Planmäßig waren zwei Stunden Aufenthalt vorgesehen, aber mit 20 Minuten Verspätung und Boarding eine Stunde vor Abflug (!) blieb nicht viel Zeit für Duty Free Shopping übrig. Sonderlich große Auswahl gab es hier sowieso nicht.

Gate für den Flug nach Osaka – und für viele andere auch.

Flug Istanbul -> Osaka

Im Langstreckenflieger von Istanbul nach Osaka folgte die Ernüchterung. Hier wurde leider noch nicht modernisiert, d.h. es gab nur die altmodischen, teilweise flimmernden und reaktionsunfreudigen Touch-Displays. Es gab auch hier eine Kabel-Fernbedingung, die aber ebenso veraltet war wie das Display und kein Spielecontroller-Layout besaß – Spiele hab es sowieso nicht. Die Filmauswahl war zwar immer noch groß, aber dafür gab es keine deutsche Sprachausgabe mehr – dafür Englisch, Japanisch und weitere Sprachen.

Essenstechnisch gab es wieder das berüchtigte Minced Beef mit Couscous, das aber sicherlich nicht schlecht ist.

Minced Beef mit Beilagen. Dazu: Efes Bier

Der Flug dauerte etwa 12 Stunden und kam 15 Minuten früher als geplant war (erfahrungsgemäß die Regel bei Langstreckenflügen). Die Beinfreiheit war nicht gerade berauschend (188cm), aber die Knie berührten im aufrechten Sitz nicht den Sitzplatz des Vordermanns. Das änderte sich leider, wenn man sich etwas bequemer hinsetzen wollte. Entspricht insgesamt aber der Beinfreiheit von anderen Fluglinien in der Economy Class.

Das Flugzeug war auch deutlich voller als 2010. Es gab nur wenige freie Sitze. Trotzdem ist hier die Chance, einen freien Nebenplatz zu haben, deutlich höher als bei Lufthansa.

Turkish Airlines im Vergleich zu Lufthansa

In Sachen Entertainment-System ist Turkish Airlines der klare Gewinne. Mit einer riesigen Auswahl an Filmen zieht TK problemlos an Lufthansa vorbei. Dass es aber zwischen Istanbul und Osaka keine deutsche Tonspur mehr gibt, könnte viele Leute stören.

Essenstechnisch nehmen sich die beiden nicht viel, aber vielen dürfte die Essensauswahl bei Lufthansa besser gefallen. Vor allem, da auch japanisches Essen zur Auswahl steht, bei TK leider nicht.

Preislich ist TK durchschnittlich günstiger, auch wenn es je nach Termin große Unterschiede gibt. Mit 625 Euro gehörte TK zu den günstigsten Fluganbietern im November.

Beim Freigepäck gewinnt TK erneut eindeutig. Man hat insgesamt 30kg frei, die man auf so viel Gepäckstücke wie man will aufteilen kann – Übergewicht kostet 10 Euro pro Kilo. Bei Lufthansa hat man entweder ein oderzwei 23kg schwere Gepäckstücke frei, das ändert sich jährlich. Das Übergewicht lässt sich Lufthansa fürstlich entlohnen mit 40 Euro pro Kilo.

Bei der Flugzeit hat Lufthansa die Nase vorne. Die 11 Stunden von Frankfurt nach Osaka kann TK mit seinen 16 Stunden nicht schlagen. Lufthansa fliegt aber immer morgens, TK abends, was die Reise bei TK angenehmer macht.

Gewinner und meine persönliche Empfehlung: Turkish Airlines

Infos und Wertung

Abflug spät Abends aus Osaka
Höchste Chance auf unbelegte Sitzplätze zwischen Istanbul und Osaka (im Vergleich zu Lufthansa und KLM)
Kurze Laufwege zum Umsteigen in Istanbul…

…dafür teilweise lange Aufenthaltsdauer (3-4 Stunden)
Keine Auswahl zwischen westlichen und japanischen Essen
Direkt von Deutschland aus keine deutschen Ansagen mehr, die meisten sogar nur auf türkisch

Flug mit Turkish Airlines Istanbul - Osaka
3.8 von 5
Reisedauer
Verpflegung
Entertainment
Service Allgemein
Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten