Die letzten Tage in Tokyo waren relativ langweilig. Irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen bzw. die Stadt an sich hat uns nicht gefallen, daher war die Entdeckungslust vor allem gegen Ende nicht sonderlich groß. Nach vier Monaten Kyoto ist man wohl an den traditionelleren Stadttyp gewöhnt, oder man kann sagen, Tokyo hatte nicht die „Seele“ wie es sie in Kyoto gab. Schwer zu erklären. Irgendwie war Tokyo nur eine weitere Metropole, wenn auch eine riesige.
Am Ende haben noch den Gokoku-Tempel und Shinjuku nochmal genauer inspiziert. Jedoch waren wir dann beide froh am 4. August endlich in den Nachtbus Richtung Aomori einsteigen zu können.

Und die zwei Tage Aomori haben sich richtig gelohnt. Zwar ist die Stadt auch nicht unbedingt sehenswert, aber am 5. und 6. August fanden die beiden Nachtumzüge des Nebuta-Festivals statt, was ich jedem nur wärmstens empfehlen kann. Am ersten Tag haben wir nur zugeschaut, am zweiten Tag dann mit eigenem (gekauften) Kostüm mitgetanzt. Ein sehr intensives Festival, vor allem da man – wenn man richtig mitmacht – zwei Stunden am Stück durch die Gegend hüpft, zwischen lauter Trommelmusik und leuchtenden Umzugswägen.
Entgegen der Info auf der off. Homepage des Festivals kostet ein selbstgekauftes Kostüm nicht 10 000 Yen, sondern um die 4000 Yen – ein deutlicher Preisunterschied. Da mieten schon 2900 Yen kostet, lohnt sich der Kauf meiner Meinung nach auf jeden Fall, dann hat man auch gleich ein nettes Souvenir. Man sollte sich vielleicht nur ein andersfarbiges Okoshi (Unterrock für den Yukata) kaufen, da der Okoshi im gekauften Set pink war ;-)

An dieser Stelle eine Warnung an alle Touristen, die nach Aomori wollen:
Nur Unterkünfte innerhalb der Stadt Aomori buchen! Die Präfektur  von Aomori ist verkehrstechnisch Brachland. Laut Touristencenter kommen sehr viele Touristen nach Aomori, wollen dann in ihr Hotel außerhalb, was aber nicht klappt weil sie praktisch nicht hinkommen und schon gar nicht wieder am selben Tag zurück. D.h. canceln und neue Unterkunft suchen.
…genau das ist meinem Mitreisenden passiert, welcher das Hotel ausgesucht hat, aber wir hatten Glück und haben schnell eine vernünftige Unterkunft innerhalb Aomoris gefunden, an dieser Stelle einen Dank an die netten Leute aus dem Touristencenter ;-)

Heute ist nun der 7. August und wir sind in Hokkaido, genauer gesagt in Hakodate angekommen. Das Gasthaus war ein Glückstreffer, wir wohnen tatsächlich in einem alten, traditionellen Teezimmer und der Besitzer ist sehr locker und nett. Wir gehen jetzt erstmal raus und schauen uns die Umgebung an.

Bilder und Videos, vor allem vom Nebutafestival, gibt es dann vermutlich erst wenn ich wieder in Kyoto bin.

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten