Das Tagesziel war der Chusonji-Tempel (中尊寺) bei Hiraizumi (平泉). Ursprünglich wollten wir mit dem Zug hinfahren für 1890 Yen, aber im letzten Moment haben wir im Hotel einen Flyer entdeckt, auf dem ein Schnellbus (高速バス) direkt zum Chusonji bewarb. Dieser Bus war sogar etwas schneller (1 Stunde 30 Minuten) und gleichzeitig mit 1700 Yen etwas günstiger. Abfahrtszeiten waren 9 Uhr und 10 Uhr von Bushaltestelle 46 am Sendai-Bahnhof, Rückfahrzeiten 14 Uhr und 15 Uhr von Chusonji.

Direkt neben der Bushaltestelle Chusonji war das Grab von Benkei (弁慶), auf dem Gelände vom Chusonji wurde ihm ein eigenes Tempelgebäude gewidment (inklusive Benkei-Talisman, japanisch Mamori). Diese relativ kleinen Tempelgebäude machten einen Hauptteil des Chusonji aus. Am Hauptgebäude (本堂) konnte man eine Spezialität des Chusonji erwerben, den Kônencha – ein Tee, dessen ursprüngliches Rezept bis in die Heian-Zeit zurück reicht und aus 24 verschiedenen Pflanzen gemacht wird, u.a. Kartoffeln und Pilzen. Geschmacklich dem Hojicha ähnlich und soll sehr sehr gesund sein.
Für den Chusonji selbst musste man keinen Eintritt bezahlen, aber für zwei größere Hallen. In der einen befanden sich drei große, goldene Bhudda-Statuen inklusive Museum, in der anderen befand sich ein kleines, ebenso goldenes Tempelgebäude mit vielen kleinen Bhudda-Statuen. Am Ende des Geländes befand sich noch ein kleiner Shinto-Schrein mit No-Bühne, deren Dach eher wie eine Wiese aussah, aber insgesamt sehr schön und eben sehr naturalistisch.

Eigentlich wollten wir noch den Tempel Moutsuji (毛越寺) besuchen, aber der Chusonji hat doch mehr Zeit in Anspruch genommen, obwohl er nicht ganz so weitläufig war, wie wir es anhand von Bildern vermuteten. Wir sind um 10 Uhr mit dem Bus von Sendai losgefahren und mit dem 15 Uhr Bus zurück. Wer also den Chusonji und den Moutsuji sehen möchte, sollte auf jeden Fall den 9 Uhr Bus nehmen und sich bei beiden Tempeln nicht ganz so viel Zeit lassen. Anschauen sollte man beide, schade für uns. Wer übrigens vier bestimmte Tempel um Sendai besucht, kann sich für 1000 Yen ein extra Stempelheft kaufen und von diesen Tempeln vier Stempel sammeln (und wieder ein Stück Erleuchtung, yeah). Die besagten Tempel sind der Chusonji und Moutsuji in Hirazumi, der Yamadera (山寺, Tempel am Berg) westlich von Sendai (der wirklich schön auf Bildern aussah!) und der Zuiganji (瑞巌寺) in Matsushima (松島). Nächstes Mal dann…

Bilder vom Chusonji

Zurück in Sendai haben wir uns dann auf den Weg gemacht, um den Stadtherren Date Masamune (Date-chan!) die Ehre zu erweisen. Genauer gesagt seiner Statue am ehemaligen Sendai-Schloss (仙台城跡 – dass es nicht mehr gibt). Die Statue haben wir per Auge auf Google Maps gesucht. Das führte dazu, dass wir auf einem Sportplatz mit einer anderen Statue landeten, die zwei Kilometer vom Hotel entfernt war. Glücklicherweise war das aber nicht ganz so der Umweg, nach weiteren zwei Kilometern in fast dieselbe Richtung und pünktlich zum Anbruch der Dunkelheit haben wir Date-Chan dann gefunden.

Bilder von Sendai und dem ehemaligen Sendai-Schloss

Am nächsten Morgen ging es dann per Bus nach Hirosaki (弘前) in der Nähe von Aomori (青森).

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten