Normalerweise hört man ja, dass einem das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, wenn es regnet. Gluthitze statt Regen hört man dagegen seltener, kann aber genauso abtörnend sein, wie auch in diesem Fall.

Der Plan sah wie folgt aus:

Hokoku-Schrein (豊国神社), Sanjusangendo (三十三間堂), Yogen-in (養源院) und Chishaku-in (智積院).

Die Realität:

Das Schlachtfeld war ein relativ kleines Areal an der Shichijo-Straße (七条), 200 Meter südlich meiner Wohnung. Über die westliche Flanke sind wir rein in den Hôkoku-Schrein, wo uns der erste unerwartete Feind erwartete – ein Flohmarkt. Zwei oder drei Fotos geknippst, dann die erste Planungänderung – direkt nach Süden Richtung Sanjusangendo stürmen. Unterwegs musste uns irgendein Japaner mit einer speziellen Handystrahlenwaffe getroffen haben, denn der erste, ernst zu nehmende Motivationseinbruch machte sich bemerkbar. Schuld daran könnte aber auch die unbarmherzige Sonne gewesen sein, die ihre mörderischen Strahlen erbarmungslos auf unsere Häupter schickte. Wir waren noch keine 30 Minuten aus dem Haus, da waren wir schon in schweiß gebadet.

Nächste Ernüchterung: Sanjusangendo, 600 Yen Eintritt. Relativ teuer, selbst für einen Tempel.

Was noch störte oder seltsam am Sanjusangendo war: a) Atmosphäre war wieder sehr auf den Verkauf angelegt, wenn auch diesmal nicht so schlimm wie in Nikko mit den Marktschreiern. b) Auf den Erklärungsschilder befand sich meist nur ein japanischer Satz, die englische Erklärung darunter war aber ein ganzer Aufsatz! Habe ich so noch nicht erlebt. Nur wenige Tafeln waren rein auf japanisch oder auch auf japanisch ausführlich.

Dennoch fand ich den Sanjusangendo relativ interessant, vor allem wegen den vielen Bhudda-Statuen (diesmal habe ich mich nicht getraut, ein Bild zu machen) und dem alten Bogenschießen-Ereignis Toshiya (通し矢). Und trotz der Panoramafunktion meiner Kamera hatte ich Probleme, den ganzen Sanjusangendo aufzunehmen.

Offizielle Webseite SanjusangendoWikipedia Sanjusangendo

Siehe auch Panorama-Bilder!

Sichtlich entkräftet haben wir uns den Yogen-in und Chishaku-in dann komplett erspart und haben uns wieder nach Hause begeben, Eis-Zeit!

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten