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Japanische Esskultur: Oyakodon und Ichigo Ichie

Aktualisiert: 16. August 2017| 2017-08-16T15:16:54+00:00 Veröffentlicht: 19. April 2017|Thema: Essen und Trinken, Traditionen|Tags: |Regionen: , , |

Fragt man einen deutschen Touristen, was er in der japanischen Stadt XY gemacht hat, wird man wohl zuerst von Sehenswürdigkeiten hören. Fragt man allerdings einen japanischen Touristen, was er in derselben Stadt gemacht hat, so wird sich der Großteil der Antworten nur um eine Sache drehen: welche lokalen Spezialitäten gegessen wurde.

Es gibt kaum eine weitere Sache, die bei nahezu allen Japanern so stark verankert ist wie die Esskultur. Essen in Japan ist unglaublich wichtig – was bei dem Angebot auch nicht verwunderlich ist, denn Japan ist eine Oase guten Essens. Und natürlich hat sich um den ganzen Essenswahn auch so bestimmte Eigenheiten (Merkwürdigkeiten?) entwickelt, die hier anhand des Beispiels Oyakodon mit dem berühmten Oyakodon-Restaurant Tamahide in Tokyo vorgestellt werden sollen. Eine Great Big Story, in Kooperation mit ANA.

Gesponsorter Inhalt | Dieser Artikel ist gesponsort von der Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA). Mehr Informationen am Ende des Artikels.

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Über die Kirschblüte Sakura und Hanami in Japan

Aktualisiert: 22. November 2017| 2017-11-22T17:58:26+00:00 Veröffentlicht: 13. April 2015|Thema: Japanische Feste, Traditionen, Wissenswertes|Tags: , , , |Regionen: , , , |

Jedes Jahr im Frühling wird Japan pink. Sehr pink. Auch die Einheimischen wechseln ihre Farbe in dieser Zeit sehr oft, allerdings zu blau. Es ist nicht schwer festzustellen, dass Japaner deutlich enthusiastischer auf ihre Jahreszeiten reagieren als Einheimische anderer Weltregionen. Besonders aber bei den Kirschblüten, die sich ab Ende März von Süd nach Nord durch ganz Japan ziehen.

Titelbild: Kirschblüte am Izumo-Schrein

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Eine neue Geisha obersten Ranges – Tayu – in Kyoto

Aktualisiert: 25. Februar 2017| 2017-02-25T19:13:05+00:00 Veröffentlicht: 26. Januar 2015|Thema: Neuigkeiten, Traditionen|Tags: , |Regionen: , , , |

Seit dem 26. Oktober 2014 kann sich der Stadtteil Shimabara von Kyoto rühmen, seine nunmehr fünfte Tayu zu haben. An diesem Tage machte sich eine junge Frau namens Nakagawa Yoshie zum Shimogamo-Schrein auf, um sich dort den Gottheiten zu präsentieren und von nun an unter dem Namen Aoi-Tayu((葵太夫 aoi tayū)) bekannt zu sein.

aoi-tayu-hono-shimogamo

Tayu wird ein eher weniger bekannter Begriff sein. Das wird auch daran liegen, dass der Rang Tayu heutzutage nur noch im Stadtteil Shimabara in Kyoto und Shinmachi in Osaka verwendet wird. In der Edo-Zeit (1603-1868) zudem noch in Nagasaki und Tokyo. Damals stellte Tayu der höchste Rang unter den Unterhaltungskünstlerinnen dar und war denen vorbehalten, die weibliche Schönheit und höchste Kunstfertigkeiten auf sich vereinigten.

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Uchimizu – den Boden mit Wasser besprengen

Aktualisiert: 19. Juni 2017| 2017-06-19T19:00:17+00:00 Veröffentlicht: 17. Juli 2014|Thema: Traditionen|Tags: |Regionen: , , , |

Schüttet in Deutschland jemand Wasser auf die Straße, handelt es sich meist um Schmutzwasser mit Ziel Kanalisation. In Japan aber hat der dort Uchimizu (打ち水) genannte Brauch aus der Edo-Zeit eine ganz andere Bedeutung mit sowohl praktischen Nutzen als auch ästethischen Wert.

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Sehr effektives Uchimizu
(c) Chieko Uemura, Flickr

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Briefwechsel: sama statt yuki – Japaner und ihre Höflichkeit

Aktualisiert: 13. Oktober 2016| 2016-10-13T22:59:15+00:00 Veröffentlicht: 29. Juli 2012|Thema: Sonstiges, Traditionen|Tags: |

Es gibt ja immer wieder diese japanischen Phänomene, die wir nicht so recht verstehen, weil wir schlicht und einfach nichts vergleichbares im eigenen Kulturraum haben. Vieles davon hat mit der Höflichkeit der japanischen Kultur und deren sozialen Umgangsformen zu tun. So wie dieses Beispiel.

Es kann vorkommen, dass man von einer Firma o.ä. einen voradressierten Brief bekommt, den man zurückschicken muss. Als Absender würde man normalerweise das sehr höfliche ~sama (様) als Anrede bzw. Namenssuffix nutzen. Die Firma selber jedoch, an die der Brief gehen soll, kann natürlich wegen der japanischen Etikette nicht von Anfang an ~sama verwenden und weglassen geht auch nicht wirklich. Die Lösung? Man verwendet einfach das sehr neutrale ~yuki (行), salopp gesagt „soll zu XY gehen“.

Jetzt kommt aber der Absender in die Bredouille. Für diesen wäre es nun wiederum unhöflich, dieses ~yuki zu verwenden. Was macht man nun? Man streicht das ~yuki aus und ersetzt es mit dem angemessen ~sama.

Brilliant, schlicht und einfach.

Neujahr 2011/12: Gerangel im Tempel Chionin und im Yasaka- und Fushimi-Inari-Schrein.

Aktualisiert: 21. Februar 2017| 2017-02-21T00:18:55+00:00 Veröffentlicht: 2. Januar 2012|Thema: Japanische Feste, Sehenswürdigkeiten, Traditionen, Vorgestellte Artikel (Featured)|Tags: , , |Regionen: , , , , |

Mein erstes Mal Neujahr in Japan, wie aufregend! Oder auch nicht, habe ich mir doch eher eine gemütliche Nacht ohne Feuerwerk vorgestellt. Nun, es gab wie erwartet kein Feuerwerk, dafür aber ein Gerangel ohnesgleichen. Wie auf einem Rockkonzert, nur ohne Rockmusik. Was?

In Japan ist es üblich, zu Neujahr einen Tempel oder Schrein aufzusuchen (hatsumōde 初詣). Hört sich wirklich einfacher an als es ist, zumindest in Kyoto. Praktischerweise lagen der Tempel und die Schreine, die wir besuchen wollten (Chionin, Yasaka und Fushimi-Inari) alle an der Bahnlinie Keihan, wir konnten uns daher ein Neujahrsticket für 1000 Yen kaufen.

Chionin 知恩院

Der Tempel Chionin ist für sein Neujahrsevent berühmt, schlagen hier die Mönche 106 Mal die riesige Tempelglocke (die größte Glocke in Japan). Nach den 106 Glockenschlägen (Beginn etwa 22:45 Uhr) sind die Menschen von ihren Sünden gereinigt. Doch bevor das alles anfing, mussten wir ein Leid in Kauf nehmen, welches uns das ganze Neujahr über verfolgte…

verdammt lange Schlangen!

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Das Glockenschlagen an sich war aber sehr sehenswert. Das Rumgeschubse und Gerangel um die besten Plätze vorne war aber jenseits von Gut und Böse und nichts für zarte Gemüter.

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Video: Neujahr 2011/12 im Tempel Chionin, Kyoto. Das Spiel an der Glocke und Übersicht.

Video: Neujahr 2011/12 im Tempel Chionin, Kyoto. Mönche und Detailaufnahmen.

Yasaka-Schrein 八坂神社

Ehrlich gesagt dachte ich, schlimmer als beim Chionin kann es nicht werden. Dann mussten wir uns zwei (!) Stunden lang in der Schlange für den Yasaka-Schrein anstehen, um bis zum Altar vorzukommen. Sowas macht man als Ausländer einmal und nie wieder.

Yasaka Shrine, Kyoto

Das Besondere am Yasaka-Schrein war, dass man dort eine Schnur bekommen konnte, mit der man heiliges Feuer mit nach Hause nehmen hätte können. Hätte man nun mit diesem Feuer etwas zu essen gemacht, würde man im Neujahr von Krankheiten verschont werden. Da wir anschließend direkt nach Fushimi-Inari weiter gegangen sind und mit brennender Lunte nur schlecht in eine Bahn einsteigen konnten, müssen wir nun leider auch im Neujahr mit Krankheiten zurecht kommen.

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Ist man dann endlich als Teil einer Gruppe (es wurde alles kontrolliert und geregelt durch die Polizei, nur schubweise wurden Leute eingelassen) auf das eigentliche Schreingelände vorgerückt – praktischerweise an vielen Marktständen vorbei – wusste man sofort, warum das ganze so reglementiert wurde…

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Fürs Neujahr konnte man sich einen besonderen Pfeil kaufen, der das Haus vor Bösem schützen soll – allemal besser, als ihn ins Knie zu bekommen!

Yasaka Shrine, Kyoto

Und da 2012 im chinesischen Kalender das Jahr des Drachen ist, konnte man auch putzige Drachen auf den Ema (絵馬) bewundern.

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Fushimi-Inari-Schrein

Nach der kurzen Gebetseinlage und der Flucht aus dem Yasaka-Schrein ging es weiter Richtung Süden, zum Großschrein von Fushimi. Es war inzwischen zwei Uhr und das Neujahr hing uns schon früher als erwartet leicht zum Hals raus. Zum Glück war es in Fushimi aber wesentlich entspannter. Zwar war der Schrein auch voller Leute (am Eingang vor allem betrunkene junge Leute, lag wohl am Konbini), aber wenigstens war kein Reglement wie am Yasaka mehr nötig.

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Das Chaos machte vor dem rituellen Reinigungsbecken leider nicht Halt…

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…und Kami-Sama war wirklich nicht amused.

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Aber bevor es auf den Rückweg ging, um zuhause den ersten heißen Sake des Jahres zu genießen, gelangen doch noch ein paar schönes Fotos.

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Welch anbetungswürdiger Schrein!

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Sogar Döner gab es… („Döner“…)

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…und noch mehr Gerangel, das wir uns aber nicht mehr antaten. Genug gelitten für Neujahr.

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Nachtrag: Neujahr 2011/12, Nachtrag: Heian-Schrein und Shimogamo-Schrein

Alle Bilder vom Neujahr 2011/12 auf Flickr

Matcha Zubereitung und Vorbereitung

Aktualisiert: 11. April 2017| 2017-04-11T14:21:42+00:00 Veröffentlicht: 18. Dezember 2010|Thema: Traditionen, Wissenswertes|

Für die Zubereitung eines Matchas muss man keineswegs das feine Regelwerk des Teewegs (Chado) erlernt haben. Matcha kann man auch ein Alltagsgetränk genießen, das sehr gesund ist und einen frisch in den Tag starten lässt. Die benötigten Gegenstände sind inzwischen auch in Deutschland leicht zu bekommen – mal mehr, mal weniger teuer. Die traditionellen Utensilien lassen sich aber oft auch mit hier alltäglichen Utensilien ersetzen. Bei der Matcha Zubereitung sollten nur ein paar Eckpunkte beachtet werden, die hier den Schwerpunkt bilden.

Video: Vorbereitung des Matcha

Bevor man Matcha zubereitet, kann man Vorbereitungen treffen, damit später im Getränk selber keine Klumpfen zu finden sind. Dazu kann man das Matchapulver vorab sieben.

Video: Matcha Zubereitung

In diesen Video wird eine der Möglichkeiten gezeigt, mit der man Matcha zubereiten kann.

Video: Das Schaumschlagen im Detail

Video: Utensilien reinigen

Nach der ganzen Zubereitung jetzt: wie reinigt man seine Utensilien, ohne dass Tränen fließen?

Anleitung mit Bildern

Utensilien und Vorbeitung

Die Zubereitung von Matcha kann anfangs aufwändig erscheinen, ist im Grunde aber relativ simpel. Möchte man den Matcha mit traditionellen Utensilien zubereiten, braucht man dazu folgendes:

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Oben: Hishaku
Unten von l. n. r.: Chasen – Matcha Chawan – Matcha in Natsume – Chashaku

  • Hishaku 「柄杓」
    Schöpfkelle für Wasser aus Bambus. Vorteil: Die Füllmenge ist auf die benötigte Wassermenge abgestimmt.
  • Chasen 「茶筅」
    Rührbesen aus Bambus.
  • Matcha Chawan 「抹茶茶碗」
    Trinkschale, die meistens einen großflächigen Boden für die Rührbewegung hat.
  • Matcha in Natsume 「抹茶」「棗」
    Der gemahlene Tee in traditioneller Dose, die heutzutage aus vielen Materialien wie Plastik, Holz oder Bambus bestehen kann.
  • Chashaku 「茶杓」
    Messlöffel aus Bambus.

Bis auf den Chasen kann man alles relativ einfach mit in Deutschland üblichen Küchenutensilien ersetzen, aber das soll an dieser Stelle nicht empfohlen werden. Es gilt aber: Lieber Matcha trinken als keinen Matcha trinken, egal mit welchen Utensilien.

Im Winter sollte die Trinkschale mit etwas heißen Wasser vorgewärmt werden, damit der Matcha während der Zubereitung nicht zu kalt wird. Im Sommer ist das nicht unbedingt nötig – er kann sogar kalt getrunken werden! Der Chasen sollte auch gleich angefeuchtet werden, um mögliche Absplitterungen zu vermeiden.

Der Matcha sollte vorher auf jeden Fall gesiebt werden, siehe Video oben. Ohne Sieben können leicht Klümpchen entstehen, die den Matchagenuß trüben. Entweder siebt man jeweils eine kleine Portion für einen Matcha (z.B. direkt in die Trinkschale), aber man kann auch eine kleinere Menge auf Vorrat absieben.

Matcha in die Trinkschale füllen

Zunächst füllt man etwas Matcha in die Trinkschale. Benutzt man den Chashaku, kann man nach eigenen Vorlieben etwa einen bis zwei gehäufte Chashaku nehmen. Traditionell heißt es oft einen gehäuften und einen halb gehäuften Chashaku. Das entspricht grob einen leicht gehäuften Teelöffeln.

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Wasser in die Trinkschale füllen

Anschließend füllt man einen halb gefüllten Hishaku in die Trinkschale, was etwa 150ml entspricht. Man sollte nicht direkt aus dem Wasserkocher kochendes Wasser in die Schale füllen, da das Wasser dann zu heiß wäre. Durch den Hishaku kühlt sich das Wasser auf passende 90°C ab, was in der Trinkschale dann etwa 80°C ergibt.

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Den Matcha zerschlagen

Im letzten Schritt wird der Matcha zerschlagen. Dabei sollte man die Trinkschale zur Stabilität mit der einen Hand von oben halten, während man mit der anderen Hand mit dem Chasen den Matcha zerschlägt.

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Der Chasen im Detail

Der Chasen sollte dabei relativ weit oben gehalten werden und es reicht theoretisch aus, ihn mit Zeigefinger und Daumen zu halten. Aber lieber so halten, wie er besser in der Hand liegt. Teelehrer achten darauf, dass die Finger nicht über den Bambusknoten (fushi) ragen, nach denen sich der Chasen fein verästelt.

Was das Verrühren angeht, fängt man klein und langsam direkt auf dem Boden der Trinkschale an, um den Matcha gut aufzulösen. Anschließend hebt man den Chasen leicht und verrührt nun schneller und in einer größeren Bewegung, bis sich der Matcha ganz aufgelöst hat und keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Die Sache mit dem Schaum ist eine Frage der persönlichen Vorliebe oder der jeweiligen Teeschule. In der Urasenke-Teeschule wird Wert auf einen feinen und durchgängigen Schaum gelegt, in anderen Teeschulen weniger. Es ist also keineswegs notwendig, eine perfekte Schaumkrone zu kreieren!

Die Schlagbewegung an sich sollte aus dem Handgelenk kommen, d.h. hauptsächlich eine Bewegung in einer Linie zum Unterarm, der sich bei einer perfekten Bewegung so gut wie nicht mitbewegt. Das geht lockerer und schneller und man verkrampft bei Verwendung der richtigen Technik nicht. Das mag für eine Schale Matcha nicht wichtig sein, aber wehe dem, der vielen Gästen Matcha zubereiten muss und den ganzen Arm benutzt. Die Richtung des schlagenden Chasen kann von oben nach unten in der Schale sein und am Ende eine m-förmige Bewegung.

Damit kriegt man die letzten verbleibenden Schaumbläschen aber nur schwierig fein. Zum Schluss hebt man also den Chasen soweit, dass er nur noch den bereits entstandenen Schaum berührt, den man nun in langsamen, großen Bewegungen zerschlägt. Das sollte auch die letzten Bläschen klein bekommen. Man kann jetzt den Chasen noch einen Kreis in der Matchaschale drehen lassen, bevor man ihn aus der Mitte heraus aus der Trinkschale hebt.

Dann fehlt nur noch, den Matcha zu genießen.

Matcha Zubereitung