Während des Japanaufenthalts im März 2026 fiel die Wahl auf die obligatorische innerjapanische Reise auf das Gebiet um die Stadt Nagano herum, mitsamt den japanischen Alpen. Kalte Temperaturen, Schnee, Snowboarden und Onsen — die perfekte Kombination!
Tag 1: (Burg) Matsumoto, Wasabi und Hakuba
Montag, 9. März
Matsumoto
Bei der Ankunft am Bahnhof Matsumoto begrüsste uns ein etwa drei bis vier Meter hoher Godzilla – sehr sympathisch. Die Umgebung des Bahnhofs enthüllte auch nichts weiter als das Ambiente einer typischen japanischen Großstadt, aber ohne überfrachtet zu wirken. Die Essensautomaten hier wirkten direkt etwas wilder als in Kyoto, mit u.a. Kartoffelgerichten und Wasabi-Gyoza. Nachdem wir beim Autoverleih unser Mietauto für die Reise abgeholt haben, ging es zur nahegelegenen Burg von Matsumoto.







Die schwarze Burg Matsumoto zählt zusammen mit Himeji und Kumamoto zu den drei wichtigsten historischen Burgen Japans. Mit den japanischen Alpen als Hintergrund macht die Ansicht auch wirklich was her. Ob man das Innere auch besucht haben muss, ist hingegen eine andere Frage. Japanische Burgen unterscheiden sich nicht extrem voneinander – wer schon zwei oder drei Burgen besucht hat, kann sich das vermutlich sparen. Es ist teilweise recht eng und man muss viele Treppen erklimmen. Dafür wird man oben aber mit schönen Aussichten auf die Stadt und die Alpen belohnt.












Zum Mittagessen ging es ins Ramen-Restaurant Tonkotsuya Zun, Jakyos Empfehlung.


Daio-Wasabi-Farm
Die nächste Station war die Daio-Wasabi-Farm weiter nördlich. Das Farmgelände ist öffentlich zugänglich, das Geld wird dann im Restaurant und im Geschäft gemacht. Hier wird definitiv echter Wasabi serviert (auch zu Eis) und Jakyo kann die Behauptung abtun, dass echter Wasabi nicht scharf wäre – ist er aber. Nicht aggressiv, aber wer das Aroma auch nur halbwegs in den Nasenbereich bekommt, kann sich auf spitze Lippen einstellen.







Hotel Hakuba Highlands
Zur Übernachtung ging es in das Hotel Hakuba Highlands in die gleichnamige Stadt und Skigebiet Hakuba. Bei der Fahrt durch die Stadt fiel anekdotisch auf, dass nur westliche Touristen unterwegs waren – Hakuba hat sich international durchaus etabliert. Dabei wird auch das Konzept von Apres Ski importiert und ausführlich von den internationalen Touristen zelebriert. Berüchtigt dafür ist der Westteil der Stadt, wo die Hotels direkt an den Pisten liegen. Unser Hotel lag hingegen im Ostteil am Hang, was die Lage ruhiger machte und im hoteleigenen Onsen ein tolles Panorama auf die Bergkette bot. Das Hotel bot morgens und abends Buffet an, welches keine Wünsche offen lies.










Tag 2+3: Togakushi und Snowboarden in Shiga-Kogen
10. und 11. März
Nationalpark Togakushi
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück und Frischmachen im hoteleigenen Onsen ging es auf den Weg in das Naturschutzgebiet Togakushi, welches sich höhergelegen auf der Bergkette zwischen Hakuba und dem Skigebiet Shiga-Kogen (unser Ziel für den Nachmittag) befindet. Die höhere Lage machte den Besuch zu einem sehr schneereichen Erlebnis. Es gab zwei Ziele: den inneren Schrein Okusha des Togakushi-Schreins und der Kagami-See. Der Kagami-See lag etwas weiter in der Landschaft, weshalb wir dafür im Touristenbüro (Google Maps) direkt neben dem Chusha (“mittlerer Schrein”) extra Schneestiefel ausgeliehen haben. Der Weg zum Okusha wäre im Notfall auch mit Sneakers machbar gewesen, da der Schnee auf dem geraden Weg zum Schrein wohl geplättet wird. Der Weg zum Kagami-See ist aber deutlich rustikaler und wilder und ohne Schneestiefel in dieser Jahreszeit nicht machbar.

Der Weg vom Parkplatz zum Okusha ist denkbar einfach. Bzw. zu dem Zeitpunkt nur die Hälfte des Weges zum Zuishinmon-Tor, denn der Rest des Weges zum Okusha selbst war aufgrund von Lawinengefahr leider gesperrt. Aber auch nur bis zum Tor war der Weg lohnenswert, denn vom Tor aus hat man den berühmten Blick auf den Weg zwischen den mächtigen Bäumen hindurch. Sogar Menschenleer, wenn sich denn alle an die Absperrung halten würden. War natürlich nicht so. Es gibt immer diese eine Gruppe oder Familie, die meint, die Einhaltung von Regeln sei optional, und so stapfte zu diesem Zeitpunkt eine größere Familie munter weiter den abgesperrten Weg hoch.








Vom Zuishinmon-Tor aus machten wir uns auf den Weg querfeldein in Richtung Kagami-See. Der Schnee lag hoch, aber die Wege waren zum Glück noch gut erkennbar und begehbar ohne nennenswerte Anstrengungen. Überall hingen Warnschilder wegen Bären, daher immer Augen auf und regelmäßig laute Geräusche machen. Der Weg führt am Tenmeiinari-Schrein vorbei, kurz danach kamen wir auch schon am See an. Für die etwa 1500 Meter haben wir etwa 20 Minuten gebraucht. das Panorama mit dem zugefrorenen See war wunderschön, aber wohl kein Vergleich zum Herbst, wenn der See seinem Namen wirklich gerecht wird und die Berge und die Herbstfärbung wiederspiegelt. Kagami = Spiegel.





Snowboarden in Shiga-Kogen
Zurück zum Auto, Scheestiefel zurückgeben, los zum nächsten Ziel: Das Hotel Ichinose im Skigebiet Shiga-Kogen, wo wir am Nachmittag noch Snowboarden wollten. Das Hotel lag direkt an der Piste, perfekt! Da wir unser Zimmer noch nicht beziehen konnten, wurden wir zunächst in einen großen, mit weichen Teppich ausgelegten Raum gelotst. Hotels in Japan haben häufig diese riesigen Räume, die dazu gedacht sind, seine Koffer abzustellen oder einfach nur für den Aufenthalt, wenn man noch nicht auf das Zimmer kann. Sowohl vor dem Checkin als auch nach dem Checkout, wenn man z. B. den Abreisetag noch zum Skifahren nutzen möchte. Da der Hoteleigene Onsen in direkter Nähe lag, hat man hier quasi ohne Zimmer immer noch alle Optionen — sehr praktisch. Was Jakyo direkt zum nächsten Punkt bringt: Wie kann man jemals wieder Skifahren, ohne nach Feierabend auf der Piste direkt in den Onsen gehen zu können?
Das Skigebiet Shiga-Kogen hat eine beachtliche Größe (Karte). Mit jemanden auf etwas über Anfängerniveau braucht man sicherlich den ganzen Tag, um das Skigebiet einmal abzufahren. Erfahrenere Skisportler schaffen das vielleicht in einem halben Tag. Es werden alle Schwierigkeitsgrade bedient und es gibt viel Abwechslung. Jakyo hat es besonders die schmale Strecke #13 von Terakoya runter durch den Wald angetan, über die man auch eine sehr lange Strecke runter ein anderes Skigebiet fahren kann. Von der Spitze des Bergs Terakoya hat man bei wolkenlosen Wetterverhältnissen auch eine grandiose Aussicht runter direkt auf Nagano. Das Layout ist generell sehr Snowboardfreundlich. Nur eine Stelle ist etwas anstrengender für Snowboarder: der Übergang zum Terakoya-Skigebiet.
Der erste Nachmittag war leider neblig und wolkenverhangen. Am nächsten Tag hatten wir dafür Idealwetter.








Hotel Ichinose
Hotel Ichinose, ebenfalls mit Buffet, welches keine Wünsche offen lässt.









Der erste Beitrag über den Japanaufenthalt im Februar/März 2026. Zeitraum vom 26. Februar bis zum 8. März, dem ersten Drittel. Viel Ramen. Tap to Ride. Kendo. teamLab Kyoto und mehr.
Über die zweite Hälfte der Japanreise und das letzte Drittel in Kyoto. Überblick Reise nach Nagano.
Eine recht kurzfristige Ankündigung: Vom 25. Februar (morgen, Jakyo muss gerade noch packen!) bis zum 24. März 2026 geht es wieder nach Japan. Aufgrund der Länge leider auch mit Homeoffice, aber beim Urlaub im Urlaub mit einer Onsenlandschaft, die es in sich hat!
Der zweite Teil wird in der zweiten Augusthälfte 2026 veröffentlicht. Mit Kosuge-Schrein, Nozawa-Onsen, Ryokan Yorozuya, dem Affenpark Jigokudani, Obuse und Shibu-Onsen.

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