Inhalt
Vom 14. bis zum 17. September 2024 machte Jakyo mal wieder das, was inzwischen zweifelsfrei zu seinen Lieblingsaktivitäten in Japan gehört: mit dem Mietauto die südwestliche Insel Kyushu erkunden! Mit dem Shinkansen ging es von Kyoto nach Fukuoka, wo Jakyo mit seiner besseren Hälfte sich mit zwei weiteren Freunden traf, um von Fukuoka aus mit dem Mietauto dieses Mal das nordwestliche Kyushu zu bereisen. Die ersten Stationen lagen aber im zentraleren Innenland, wo Jakyo unbedingt ein paar verpasste Sachen von 2022 nachholen und teilweise einfach auch nur wiedersehen wollte.
In eigener Sache
Leider hat Jakyo nicht mehr viel Zeit und Drang zum Artikelschreiben für die Webseite Japan-Kyoto (Jakyo), daher erscheinen viele Artikel teils mit starker Verspätung. Aber sie werden erscheinen. Hier nun endlich der erste Teil der Kyushu-Reise vom September 2024. Der zweite Teil ist in Arbeit, aber wird vor der anstehenden Japanreise im März 2026 wohl leider nicht mehr fertig.
Tag 1 und 2 der Kyushureise im September 2025. Neue Ecken der alten Bekannten Yufu und Aso-Kuju-Nationalpark. Übernachtung im urigen Ryokan und Super-Hotel. Malerischer Schrein und Wasserquelle, dazu tolle Onsen.
Einleitung
Recht spontan erfuhr Jakyo, dass zwei Freunde im September ebenfalls in Japan sind, allerdings auf der südlichen Hauptinsel Kyushu. Und genauso spontan wurde dann eine Reise nach und in Kyushu geplant. Denn mit dem Mietauto durch Kyushu zu fahren hat Jakyo schon 2022 ins Herz geschlossen, da braucht es keine Überzeugungsarbeit mehr.
Die ersten zwei Tage der Reise führen Jakyo und Freunde zunächst in bekannte Regionen, die schon 2022 besucht wurden. Die Rede ist 1) vom Berg Yufu (jap. Yufusan) mit der Onsenstadt Yufuin. Der Berg ist wirklich schön und ein ungewöhnlicher Anblick, das wollte Jakyo noch einmal zu einer anderen Jahreszeit sehen, bevor hier dann eine neue Station besucht wurde (die Schlucht von Yufu). Und 2) vom Aso-Kuju-Nationalpark in Zentralkyushu, der 2022 einen hervorragenden Eindruck machte, doch leider auch sehr neblig war und von Jakyo daher eher nur durchfahren wurde.
Die zwei weiteren Tage wurden dann für die nordwestliche Ecke von Kyushu verwendet, für Jakyo komplettes Neuland — wenn man Nagasaki und Shimabara nicht dazuzählt.
Kyushu im Herbst 2022
Kyushureise Herbst 2022, erster Tag, 27. November: Ankunft in Fukuoka, der Yabakei-Fels, die Stadt Usa mit Schrein.
Auch der zweite Tag fängt mit einem Ziel an, der mit Bus oder Bahn nicht zu erreichen ist: der Tempel Futagoji. Noch mehr gilt das für die Tempelruine Kyu-Sentoji, der direkt im Anschluss besucht wurde. Berg Yufu: der Beginn des Patagoniens von Japan. Relativ früh dann die Ankunft in der Onsenstadt Yufuin.
Kyushu ’22 Tag 3: Abfahrt aus Yufuin. Begegnung mit der Jietai. Nabegataki-Wasserfall. Der wundervolle Aso-Kuju-Nationalpark. Takachiho mit seiner Schlucht und der gruseligen Höhle. Nobeoka, das niemand kennt.
Kyushu ’22 Tag 4: Nach dem erlebnisreichen dritten Tag zwischen Yufuin und Takachiho folgte der deutlich entspanntere vierte Tag mit drei Stationen. Mit Takachiho waren wir bereits in der Präfektur Miyazaki angekommen und am 30. November ging es dann von Nobeoka aus strikt Richtung Süden zu den Schreinen Aoshima-Jinja und Udo-Jingu.
Der letzte Tag auf der Hauptinsel Kyushu bestand aus dem Besuch des lokalen Hauptschreins Kirishima-Jingu und dem Besuch der Mizonokuchi-Höhle, die enormes Gruselpotenzial aufweist. Insgesamt stand ein ruhiger Tag zur Erholung an.
Tag 1: Shinkansen und Ekiben, Berg Yufu und Yufu-Schlucht, Oma- und Opa-Onsen
Samstag, 14. September 2025
Shinkansen
Den Anfang der Reise macht wie üblich der Aufbruch zum Kyoto Hauptbahnhof, von wo aus wir mit dem Shinkansen direkt nach Fukuoka an der Nordspitze von Kyushu fahren konnten — bei einer Fahrtdauer von etwa drei Stunden und zum Preis von knapp 17.000 Yen. Für die Reiseverpflegung kauften wir uns Ekiben. Das sind spezielle Mahlzeiten, die extra für den Konsum im Shinkansen konzipiert sind — hauptsächlich durch die Abwesenheit von Gerüchen. Ekiben setzt sich zusammen aus “eki” für Bahnhof und “ben” kommt vom allgemein bekannten Bento, den japanischen Essensboxen. Und Jakyo war aufgeregter, als er hätte sein sollen, nachdem er ein Gyudon-Ekiben fand, welches sich nach dem Ziehen einer Schnur auch noch selbst erwärmte – Wahnsinn!





Um 8:09 Uhr erfolgte die Abfahrt aus Kyoto, um 10:52 Uhr dann die Ankunft in Fukuoka mit dem Nozomi-Shinkansen. Dort ging es zügig zum Mietautoverleih, denn unsere erste Station des Tages, der Berg Yufu, lag etwa drei Autostunden entfernt und das Ziel nach dem Berg — die Yufu-Schlucht — war wegen Tageslicht zeitkritisch!




Yufu-Berg und Yufu-Schlucht
Gegen 14:15 Uhr kamen wir am Fuß des Bergs Yufuinsan (auch: yufuindake) an. Statt braun-goldener Flächen wie im Herbst 2022 erwartete uns dieses Mal ein spätsommerliches Grün. Leider war es auch stark bewölkt, was die Ansicht etwas trübte. Viel mehr Zeit als kurz in diese Ansicht einzutauchen, blieb auch nicht, aber sollte Jakyo ein drittes Mal hier vorbeischauen, wird es endlich mal zur Spitze hochgehen.




Es ging weiter zur Schlucht des Yufu-Flusses (yufugawa-kyōkoku), wo wir gegen 15:15 Uhr ankamen und nur schlappe 100 Yen Eintritt zahlen mussten. Die Schlucht teilt sich in zwei Erlebnisse auf: Zum einen kann man lediglich die Treppen zur Schlucht hinuntergehen und dann auch in diesem Anfangsbereich bleiben – mit Felswand, Fluss und Flussbett zum Verweilen. Abenteuerlustige können die Schlucht entlangwandern und nach etlichen Kurven bei einem Wasserfall ankommen. Doch eines sei klipp und klar gesagt: Das geht nur mit Schuhen. Etwas traditionell wollte die weibliche Hälfte der Reisegruppe im Anfangsbereich bleiben und es sich gemütlich machen. Die männliche Hälfte, also Jakyo und Freund, musste natürlich auf Abenteuer gehen. Doch keiner hatte Sportschuhe dabei. “Pah, was soll schon problematisch sein, ohne Schuhe?” dachten wir uns draufgängerisch, und haben keine fünf Minuten später gewinselt ob der spitzen Steine unter unseren nackten Füßen. Nur_mit_Schuhen. Jakyo und Begleitung gaben wirklich ihr Bestes, den Wasserfall zu erreichen, aber als es kurz nach 16 Uhr wurde– gegen 17:30 Uhr wird es in Japan langsam dunkel, in einer Schlucht natürlich früher – wir nur elendig langsam vorankamen und wir auch nicht wussten, wie weit der Wasserfall noch entfernt war, machten wir uns immer noch quälend und frühzeitig auf den Rückweg. Was für ein Erlebnis, aber Jakyo kann die Wanderung entlang der Schlucht nur empfehlen — daher auf jeden Fall Schuhe mitbringen, die nass und schmutzig werden dürfen. Der Wasserfall wird beim nächsten Kyushu-Urlaub erreicht.







Übernachtung: Sanrinkaku (Ryokan)
Um 17 Uhr machten wir uns sodann auf den Weg zu unserem Onsen-Ryokan namens Sanrikaku, tief in den hügeligen Wäldern nordwestlich des Kuju-Bergs. Ein rustikales Etablissement, dem man seine lange Geschichte an fast jeder Ecke ansehen konnte – zum größten Teil im positiven Sinne, der Rest war zumindest interessant. Die Besitzer waren ein (sehr) älteres und sympathisches Ehepaar, bei dem man aber auch jeden Satz selbst im Japanischen wiederholen musste, und an Englisch brauchte man gar nicht erst zu denken. Im Sanrinkaku konnte man auch komplett abschalten: kein Handyempfang, kein Fernseher — nur man selbst, ein toller Onsenbereich, aber leider auch die Kakerlake, die sich im Tee-Service versteckt hatte. Es gab mehrere Bäder zu besuchen, doch bei 35 °C Außentemperatur war auch das Wasser heißer als sonst, womit selbst Jakyo als erfahrener Onsen-Gänger seine Probleme hatte. Das war auch eine gute Erinnerung daran, nie wieder im Hochsommer (wozu inzwischen bedauerlicherweise nun mal auch der September gehört) nach Japan zu gehen. Ramen und Onsen machen im japanischen Hochsommer deutlich weniger Spaß.




















Da im Ryokan kein Essen serviert wurde, fuhren wir zum nahegelegenen Dorf Oguni und fanden uns dort im Tarafuku ein. Ländlich rustikal, ordentliche Portionen zu guten Preisen, und wahrscheinlich trifft sich hier das halbe Dorf regelmäßig.

Trauriger Exkurs: Jakyo hatte es damit schon vermutet und nach einem kurzen Gespräch bestätigte es sich auch: Es ist wahrscheinlich, dass es das Sanrinkaku nicht mehr lange geben wird. Ein Onsen-Ryokan wie Sanrinkaku wird liebevoll “Ojiisan-Obaasan-Onsen” genannt — “Oma-Opa-Onsen” — und gemeint sind damit allgemein Einrichtungen (nicht nur Onsen oder Ryokan), die ländlich liegen und von hochbetagten Eigentümern betrieben werden. Eigentümer, die aufgrund der abgeschiedenen Lage und entsprechender Entbehrungen keine Nachfolger finden und deren Betrieb damit sehr stark von der Gesundheit der Eigentümer abhängt. Bereits jetzt gibt es im Sanrinkaku deswegen Einschränkungen: Wie zuvor erwähnt serviert das Sanrinkaku keine Speisen mehr, da es die Eigentümer einfach körperlich nicht mehr schaffen.
Tag 2: Aso-Kuju-Nationalpark
Sonntag, 15. September 2025
Am zweiten Tag ging es in den von Jakyo heiß geliebten Nationalpark Aso-Kuju im Herzen von Kyushu. Hin zu neuen Orten (Daikanpo-Aussichtsplattform, Shirakawa-Quelle, Komezuka), die begeisterten, und zu einem Ort, an dem man letztes Mal knapp vorbeigefahren ist und der auf Social Media so begeisternd aussieht, dass der Besuch selbst immer etwas Enttäuschung beinhalten muss: der Kamishiki-Kumanoimasu-Schrein.
Aussichtsplattformen
Um 09:30 Uhr verabschiedeten wir uns vom Sanrinkaku und fuhren gen Süden Richtung Aso-Kuju-Nationalpark, wo wir mehrere Stationen ansteuerten. Nach einer halben Stunde erreichten wir dank einer verpassten Ausfahrt eine erste, kleinere Aussichtsplattform, die schon einen beachtlichen Ausblick anbot.


Wir fuhren dann den recht langen Bergpass zurück und nahmen die richtige Ausfahrt zum eigentlichen ersten Ziel, dem “großen Aussichtspunkt” daikanbō 語大観峰. Dort war entsprechend der Ferienzeit recht viel los, die zahlreichen Parkmöglichkeiten gut ausgefüllt und der ebenfalls beachtliche Souvenirshop prall gefüllt — mit Souveniren und Besuchern. Zum Aussichtspunkt an sich führte ein etwa 350m langer Weg, der glücklicherweise ohne Treppen auskam und nur mit leichten Steigungen. An einem wolkenlosen Sommertag sollte man sich hier gut um Sonnenschutz kümmern, denn Schatten gibt es abgesehen vom Souvenirshop keinen. Was die Aussicht betrifft, lassen wir einfach die Bilder sprechen:













Die Fahrt zum nächsten Punkt hatte auch ihre Reize:



Kamishiki-Kumanoimasu-Schrein
Die nächste Station war dann schon der Kamishiki-Kumanoimasu-Schrein, an dem wir etwa gegen 12:30 Uhr ankamen. Dieser Schrein hat in den letzten Jahren sehr viel Aufmerksamkeit durch Social Media erfahren, da er fotografisch bildschön in Szene gesetzt werden kann. Vorausgesetzt, er ist menschenleer und man erwischt den perfekten Lichteinfall. Ersteres ist durch Social Media natürlich sehr unwahrscheinlich geworden, in der Ferienzeit auch unmöglich. Lichttechnisch haben Jakyo und Begleitung lediglich einen ganz normalen, bewölkten und leicht regnerischen Tag erwischt.
Der Schrein besteht zum Großteil aus einer zentralen, langen Treppe, die einer Steigung hinauf zu einer besonderen Felsformation führt. Die Felsformation besteht aus einem beachtlichen Loch in der Felswand, das auch der Grund für die Errichtung des Schreins ist. Shintoismus als Naturreligion.










Der Schrein ist ohne Zweifel sehr atmosphärisch, aber letztendlich hängt das auch von der persönlichen Toleranz gegenüber Touristenmassen ab. Man gehört ja selbst dazu.
Wasserquelle Shirakawa
Die letzte Station des Tages war die malerische Wasserquelle Shirakawa, die sich direkt südlich des Aso-Vulkans befindet. Der äußere Bereich ist frei zugänglich und beinhaltet schon die Möglichkeit, im seichten Flusswasser etwas herumzuplanschen. Der innere Bereich ist kostenpflichtig, aber die 100 Yen zur (“Beitrag zur Erhaltung der Stätte”) sind kaum der Rede wert. Hier eröffnet sich auch die malerische Perspektive auf die Wasserquelle: ein Teich mit kristallklarem Wasser, welcher stellenweise noch mit Pflanzen ästhetisch bereichert wird. Hier füllt man sich auch das Wasser ab. Wer keinen Behälter hat, kann am Eingang Plastikflaschen in allen möglichen Größen kaufen: 1 l, 2 l, 5 l, und sogar 10 l. Jakyos bessere Hälfte musste energisch einschreiten, da die Idee aufkam, 10 Liter Wasser bis nach Kyoto zurückzubringen.
Der Reisberg Komezuka
Die letzte Station des Tages war der Hügel Komezuka, der nach seiner Ähnlichkeit zu einem Reishaufen benannt wurde. Kann man zustimmen.





Übernachtung: Hizenya (Kanko-Hotel)
Zur zweiten Übernachtung ging es in das phänomenale Kanko-Hotel (siehe Infobox) namens Tsuetate Hizenya, welches schön eingebettet in einer malerischen Schlucht am Fluss Tsuetate liegt und berühmt für seine Onsen ist. Das war dann auch das Hauptthema für den Abend, die Nacht und den kommenden Morgen. Gehobene Preisklasse, aber dank des guten Umrechnungskurses mit pro Nacht zwischen 100 und 150 Euro bekommt man sehr viel für sein Geld geboten. Lasset die Bilder sprechen! Sogar ein paar Bilder von einem der mehreren(!) Onsenbereiche konnte Jakyo knipsen — ein seltener Glücksfall.


















Abendessen und Frühstück waren jeweils ein sehr reichhaltiges Buffet, was keine Wünsche offen ließ. Sogar lokales Tonkotsu-Ramen war im Angebot, all you can eat. Zur allgemeinen Belustigung aller verwechselte der ältere Ramenkoch bei der Ausgabe die für Jakyo gedachte Schüssel mit Ramen mit der Ingwer-Zutatenschüssel. Nichts gegen Ingwer, aber das war dann doch etwas zu viel des Guten.




Um es noch zu toppen, war der Eintritt in den lokalen “Super-Onsen” auch inklusive. Dieses Badehaus namens kisshō no yu befand sich die Straße runter und war schnell mit dem Bus zu erreichen. Tolle Bäder, sehr stilvoll eingerichtet. Kommt man von oben, wie in unserem Fall, so geht man erst mal durch ein langes Treppenhaus, welches aus poliertem Holz gebaut wurde. Leider war hier zu viel los, als dass Jakyo an einen Schnappschuss im Badebereich denken konnte.





Insgesamt die beste Übernachtung der Reise, absolut empfehlenswert.
“Kanko-Klasse”
Der Begriff “Kanko-Klasse” wurde scherzhaft von Jakyo definiert und steht für eine spezielle Art von Hotels in Japan. Gemeint sind damit hochpreisige (und trotzdem häufig Zimmer zu Schnäppchenpreisen ergattern kann), allerhand Service anbietende Hotelkomplexe, in denen man das Leben draußen komplett vergessen kann. Häufig haben diese Hotels das Kanko im Namen. Definiert werden Kanko-Hotels von einem Souvenirshop, Buffets und ganz wichtig, mehreren Onsen-Landschaften, in denen man viel Zeit verbringen wird.
Preislich kann man mit viel Glück bereits ein Zimmer für etwa 100 Euro erwischen. Normal sind eher um die 200 Euro mit Luft nach oben.
Kanko 観光 ist das japanische Wort für Tourismus.
Im zweiten Teil mit zwei weiteren Reisetagen geht es in den Nordwesten von Kyushu. Die Töpferstädte Imari und Arita. Übernachtung in der Onsenstadt Ureshino. Die kleineren Inseln Irohajima. Das Kliff Nanatsugahama. Und zuletzt der Wasserfall Shiraito.
Tag 1 und 2 der Kyushureise im September 2025. Neue Ecken der alten Bekannten Yufu und Aso-Kuju-Nationalpark. Übernachtung im urigen Ryokan und Super-Hotel. Malerischer Schrein und Wasserquelle, dazu tolle Onsen.

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