Unterrichtssprache

Eigentlich heißt es, dass der Unterricht speziell für Ausländer auf Englisch ist, aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Der Brief- und Emailverkehr findet auf Englisch statt und nur einer der insgesamt vier Lehrer benutzt Englisch auch als Unterrichtssprache. Da sich die Lehrer immer von Woche zu Woche abwechseln, hat man daher mal japanisch, und nur selten mal englisch als Unterrichtssprache – im Notfall übersetzen aber die sprachkundigen Mitschüler.

Grundlagen: Warigeiko 割稽古

Wie immer fängt alles mit den Grundlagen in, im Chado warigeiko genannt. Zu den Grundlagen gehören u.a.:

  • Falten des Fukusa (袱紗 oder 帛紗) – ein Tuch, das man zur rituellen Reinigung der Gegenstände verwendet.
  • Einzelne Abläufe innerhalb einer temae (手前 Form der Zubereitung), wie die rituelle Reinigung der Gegenstände.
  • Fußarbeit, wie man sich im Teeraum bewegt.
  • Verbeugungen (Shin, Gyô und Sô).
  • etc.

Immer wieder: die Rolle des Gasts

Was man ebenso von Anfang an übt, ist das sogenannte kyaku no keiko (客の稽古) – die Rolle des Gasts. Im Chado gibt es nicht nur ein sehr feines Regelwerk für den Gastgeber und Zubereiter des Tees, sondern ebenso für die Gäste. Das sollte aber wirklich niemanden davon abhalten, auch ohne Kenntnis dieser Regeln an einer temae teilzunehmen. Hier gilt aber: lieber ohne „Ritual“, als mit falschen „Ritual“.

Da es keinen Sinn macht, eine temae ohne Gäste zu üben, müssen von den Schülern also auch immer welche die Rolle des Gastes übernehmen. Als Anfänger wird man hier sehr ins kalte Wasser geworfen – was aber auch nicht weiter schlimm ist. „Learning by doing“ ist eine sehr verbreitete Unterrichtsmethode in Japan, speziell bei den klassischen Künsten und eben auch im Chado. Und es hat sich bewährt.

Was man für den Unterricht immer braucht…

…und man selber so schnell wie möglich kaufen sollte sind folgende Sachen:

  • Weiße Socken 「白足袋 shirotabi」 für die Unterrichtsräume.
  • Fukusa 「袱紗」: Tuch, mit dem man die Teeutensilien rituell reinigt.
  • Kobukusa 「古袱紗」: Kleines Tuch, mit dem man Dinge übergibt (z.B. Chawan)
  • Kashikiri 「菓子切」: Zum zerschneiden und aufnehmen der Süßigkeiten.
  • Kaishi 「懐紙」: Papier, welches als Tellerersatz für die Süßigkeiten verwendet wird.
  • Fukusabasami 「袱紗ばさみ」: Kleine Tasche, in der alles aufbewahrt wird.
Diese Sachen braucht man vor allem für die Rolle des Gasts. Wenn man günstig kauft, bekommt man alles für etwa 60 Euro, siehe auch „Begleitende Unterrichtsmaterialien“ unter ICI: Anmeldung, Kosten, begleitende Unterrichtsmaterialien.

Die erste Temae: Ryakubon 略盆

Gegen Ende des ersten Semesters kommt dann die erste temae (手前 Form der Zubereitung) hinzu, die man selber als Gastgeber üben darf: ryakubon (略盆). Ryakubon ist die simpelste Form der temae und wird exklusiv nur in der Urasenke ausgeübtDer Matcha wird dabei auf einem Tablett (盆 bon) zubereitet. Insgesamt wird für Ryakubon nicht viel spezialisiertes Teegeschirr benötigt und die benötigten Gegenstände hat man sich schnell und ohne größere Kosten zusammengekauft. Ideal also, um auch zuhause üben zu können.

Benötigt werden:

  • Matchaschale (茶碗 chawan), -besen (茶筅 chasen) und -löffel (茶杓 chashaku)
    • …sollte man bei Interesse eh im Hause haben!
  • Tablett (盆 bon). Normalerweise wird ein yamamichi-bon (山道盆) verwendet, dessen Rand wie Berge gewölbt ist.
  • Natsume (棗) – die Dose für den Matcha.
  • Kensui (建水) – ein Gefäß, in dem das Reinigungswasser landet. Lässt sich leicht durch irgendein Gefäß ersetzen, welches man im Hause hat.
  • …und natürlich Matcha und heißes Wasser.

Irgendwann geht es dann in die zweite Temae über, die eher dem Standard entspricht: Usucha. Für diese braucht man dann schon ausgefeiltere Utensilien, wie zum Beispiel einen eisernen Wasserkessel (茶釜, chagama), der sehr teuer werden kann.

Weitere Temae:

  • tana usucha 棚薄茶: Zubereitung mit transportablen Regal.
  • chabako 茶箱: Zubereitung mit Utensilien aus einer „Teekiste“.
  • koicha 濃茶: Zubereitung eines starken Matchas.
  • etc.

Generell wird man im ICI sehr verwöhnt, was den Unterricht angeht. Die Übungsräume sind alles originale Teezimmer, die vom 14. Oberhaupt der Urasenke, Tantansai, geplant und 1956 fertig gestellt worden sind. Natürlich sind auch die benutzen Teeutensilien allesamt wertvolle Stücke.