chado

Wasser wird mit Hilfe einer Schöpfkelle aus Bambus entnommen, um damit Tee zuzubereiten.

Außerhalb Japans ist Chado vor allem als Teezeremonie bekannt, worunter wir uns streng vorgebene Handlungsabläufe vorstellen. Chado lediglich auf diese Handlungsabläufe zu beschränken würde dieser Kunst aber nicht gerecht werden. Übersetzt man den Begriff Chado direkt, dann kommt man näher an die eigentliche Sache, den „Teeweg“, eine Lebensphilosophie.

Die Zeremonien haben sich aus den Denkweisen von Chado entwickelt und symbolisieren diese. Chado wird mit den Kanji 茶道 geschrieben, dass man einerseits chadô, aber auch sadô lesen kann. Inhaltliche Unterschiede scheint es nicht zu geben. Während die Lesung chadô eher im Westen verwendet wird, sagt man in Japan überwiegend sadô. Weiterhin gibt es noch den Begriff  chanoyu („heißes Wasser für Tee“, 茶の湯), welcher heute eher im formelleren Rahmen benutzt wird und historisch als erster Begriff für Teetrinken in Japan auftauchte. Das westliche Bild der Teezeremonie betrifft eher die japanischen Begriffe sarei (Tee-Etikette 茶礼), temae (vor Gästen Tee zubereiten, 手前) oder chakai (Teegesellschaft, 茶会). Sarei bezieht sich aber auf eine Teezeremonie in einem Zen-Tempel. Das japanische Zähleinheitswort für Tee ist 服 (fuku), welches auch für Pulvermedizin verwendet wird. Daraus lässt sich ableiten, dass Tee früher auch als Medizin angesehen wurde.

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Die sieben Teeregeln des Sen no Rikyu (千利休)

  1. Bereite eine köstliche Schale Tee.
  2. Ordne die Holzkohle auf eine Weise, die es erlaubt, Wasser zu erhitzen.
  3. Im Winter sollen Geborgenheit und Wärme erzeugt werden; im Sommer kreiere ein Gefühl der Kälte.
  4. Ordne die Blumen so an, wie sie auf dem Felde wachsen.
  5. Bereite alles zur rechten Zeit vor.
  6. Auch wenn es nicht regnet, stelle dich auf Regen ein.
  7. Gib denen, mit denen Du dich zusammenfindest, dein ganzes Herz.