Rokkakudo – Manche fleißige Kyotogänger werden vielleicht irgendwann vor dem (Luxus-) Problem stehen, dass sich Tempel nach unzähligen Tempelvisiten langsam anfangen zu ähneln. Oder langweilig werden. Das ist natürlich kein Grund, mit den Erkunden aufzuhören, aber vielleicht ist es dann an der Zeit, den Tempel Rokkakudo (六角堂) – oder offiziell Chōhōji (頂法寺) – zu besuchen. Dieser Tempel sticht aus dem Einheitsbrei der Tempel deutlich heraus – wenn es diesen Einheitsbrei überhaupt gibt.

Der Tempel Rokkakudo besticht vor allem durch zwei Charakteristiken: zum einen durch sein sechseckiges Hauptgebäude, zum anderen ist Rokkakudo von Hochhäusern umgeben – eine Seltenheit in Kyoto und eher etwas, was man in Tokyo oft finden kann. Die Unmengen an Tauben könnte man auch erwähnen, aber nicht im positiven Sinne.

Auch geschichtlich hat Rokkakudo eine besondere Stellung, ist der Tempel die Geburtstätte der Blumensteckkunst Ikebana und wurde laut Überlieferung vom Prinzen Shotoku Taishi im 6./7. Jahrhundert gegründet. Mehr dazu im Artikel auf Kyoto-Entdecken.de, durch den ich überhaupt erst auf diesen Tempel aufmerksam geworden bin.

Impressionen Rokkakudo

Rokkakudo
Rokkakudo
Rokkakudo Temple
Rokkakudo
Rokkakudo

Am Eingang zum westlichen Hochhaus (Starbucks) ist ein Hinweisschild auf japanisch angebracht, dass man mit dem Aufzug hochfahren kann, um Rokkakudo von oben zu betrachten. Danach scheint es keine weitere Hinweise zu geben, in welches Stockwerk man fahren sollte und von wo aus man genau den Rokkakudo betrachten kann. Man trifft also auf jede Menge verwirrter Japaner und irgendwann findet man dann auch ein Fenster, mit dem man seine Mission beenden kann.

Rokkakudo

Alle Bilder Rokkakudo

Alle Bilder vom Tempel Rokkakudo auf Flickr

Weiterführende Informationen Rokkakudo

Webseite: http://www.ikenobo.jp/rokkakudo/about.html (japanisch)

Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Rokkaku-d%C5%8D_(temple) (englisch)

Eintritt: frei

Öffnungszeiten: Täglich von 6 Uhr bis 17 Uhr

Begeisterter Kyoto-Insider und ambitionierter Amateurfotograf mit Vorliebe für Tempel und Schreine.
Interessen: Kyoto als Erkundungsgebiet, Tee- und traditionelle Kultur in Japan, Erfahrungen in Schriftform pressen
Sportlich: Kendo – das japanische Fechten