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Über die zweite Hälfte der Japanreise und das letzte Drittel in Kyoto. Überblick Reise nach Nagano.
Der erste Beitrag über den Japanaufenthalt im Februar/März 2026. Zeitraum vom 26. Februar bis zum 8. März, dem ersten Drittel. Viel Ramen. Tap to Ride. Kendo. teamLab Kyoto und mehr.
Reise nach Nagano
Hinweis: Hier handelt es sich lediglich um einen kurzes Abriss, ein separater Artikel folgt
- Die japanischen Alpen sind wirklich wunderschön, keine Überraschung hier!
- Das Zeitalter der Geheimtipps ist vorbei – was bekannt ist, wird besucht. Überraschend hoher Anteil ausländischer Reisender in Hakuba und Nozawa-Onsen.
- Echter Wasabi ist, entgegen anderer Behauptungen, ebenfalls gut scharf. Daio Wasabi Farm in Matsumoto.
- Shiga Kogen ist ein wundervolles Skigebiet, für das man mindestens einen vollen Tag braucht, um alles abzufahren. Grandiose Aussicht auf die flache Ebene, wo Nagano liegt.
- Viele Onsen hier, vor allem wenn es keine Hotelanlagen sind, werden ungefiltert von natürlichen Quellen gespeist. Kann anfangs entsprechend sehr heiß sein, Vorsicht!
- Nozawa-Onsen hat ein interessantes “How to Onsen”-Video auf Vimeo.





























Hochzeit und Beerdigung
Nach der Rückkehr aus Nagano hatte Jakyo die Ehre, jeweils das erste Mal an einer japanischen Hochzeit christlicher Prägung und einer buddhistischen Beerdigung beizuwohnen.
Die Hochzeit im christlichen Stil war wie erwartet recht kitschig. Der westliche Priester, der kein wirklicher Priester war und seine Verse auf Japanisch mit starkem Akzent vortrug, aber unter der Hand akzentfrei sprechen konnte. Vieles von dem Zeremoniell ist darauf ausgelegt, dass die Familien von Braut und Bräutigam sich kennenlernen. Ein Grundgedanke jeder Hochzeit, aber in Japan gefühlt noch etwas auf die Spitze getrieben. Vor der Zeremonie am Altar wurden beide Familien auf zwei Räume verteilt, die mit einem Vorhang getrennt waren. Wer jetzt an “Und hier ist ihr Herzblatt!” denkt, liegt genau richtig. Danach folgte der Gang zum Altar, bevor es dann zum Essen ging, dem längsten Teil. Mit allerlei Ansprachen von Familie und Gästen, zudem alles von einer Moderatorin wirklich dick aufgetragen kommentiert. Im Vergleich zu den typischen hiesigen Hochzeiten war hier alles deutlich strukturierter und detaillierter im Ablauf.
Ein weniger erfreulicher Anlass war die Beerdigung eines Familienmitglieds. In Japan ist die Verbrennung von Verstorbenen Pflicht, u. a. begründet durch den Platzmangel in Japan, sprich auch die Gräber müssen hier kompakter sein. Die Urne mit den Knochen wird einen vorgegebenen Zeitraum zur Trauer präsentiert — für gewöhnlich 49 Tage — bevor diese ins Familiengrab beigelegt wird. Dafür wird ein Stein zur Seite geschoben, um das Innere zugänglich zu machen. Nachdem der Priester seine Verse aufgesagt hat — wegen des tiefen, brummenden Sprechgesangs immer ein Erlebnis — haben die direkten Familienmitglieder jeweils drei Knochen ausgewählt und mit Stäbchen beiseitegelegt. Letztendlich sind aber alle Überreste im Grab abgelegt worden. Die Details dieser Abläufe können stark variieren. Die Auswahl der drei Knochenstücke wird in der Regel direkt nach der Einäscherung vorgenommen, wobei zwei Familienmitglieder ein Knochenstück gleichzeitig halten. Das ist die einzige Ausnahme, ein Objekt mit zwei Paar Stäbchen gleichzeitig zu halten, die sozial akzeptiert ist, da dies explizit diesem Beerdigungsritual vorbehalten ist und entsprechend stark damit assoziiert wird.
Toraya
Jakyo ist schon lange ein Fan von Yokan, einer Süßigkeit, die im Prinzip nichts weiter ist als ein geleeartiger Block. In Kyoto ist Toraya (“Tigerhaus”) wohl der bekannteste Hersteller dieser Süßigkeit, mit Hauptsitz Toraya Ichijo an der Nordwestecke des Gyoen-Parks. Hier befindet sich ein Laden und ein Café, getrennt voneinander. Passenderweise gibt es hier ein Yokan mit Tigermuster.







Demachi Futaba
Demachi Futaba (Google Maps) ist die lokale Institution für gewisse Süßigkeiten, allen voran Ohagi und noch mehr Daifuku. Dieser kleine Laden mit inzwischen beachtlichen Kundenandrang — dank der berüchtigten Werbekampagnen für Kyoto, die ab etwa 2015 anfingen — befindet sich im Demachiyanagi genannten Viertel, wo der Takano-Fluss in den Kamo-Fluss mündet. Nicht weit vom Imadegawa-Campus der Doshisha-Universität. Jakyo selbst war nie ein häufiger Kunde hier, aber der Laden lag von Anfang an im Ohr. Was macht den Laden aber so beliebt? Man sagt, die Daifuku hier sind die fluffigsten von ganz Kyoto. Ob das stimmt oder eher Einbildung ist, möchte Jakyo hier nicht abschließend klären, aber dieser “Fakt” hat sich etabliert. Jeden Tag sieht man daher nun Kaufwillige in einer Schlange, die vor dem Laden bereits mehrfach gefaltet werden muss und sich bis auf die andere Straßenseite fortsetzt. Schlaue Käufer reservieren ihre Wünsche am Vortag telefonisch und holen diese dann ohne Anstehen ab.







Ramen Mugyo
Kleiner Zufallsfund auf der Suche nach einem guten Ramen in der Nähe. Etwas versteckt am Ende einer langen Gasse liegt das Ramen Mugyu (Google Maps) sehr zentral in der Innenstadt. Besonderes Feature: Nur an Regentagen wird Ramen mit Zitronengeschmack verkauft. Eine interessante Abwechslung. Das deftige Tonkotsu war auch sehr solide, insgesamt eine Empfehlung ohne Einschränkung.








Kodaiji, Entokuin und strikte Routen durch Tempel
Insgesamt macht Jakyo nicht mehr viel Tourismus in Kyoto selbst. Häufig nur noch in Begleitung von Freunden und Bekannten, um diesen die alte Hauptstadt zu zeigen. Mit dem Besuch des Kodaiji hat sich auch wieder ein Trend bestätigt, der Jakyo 2024 beim Besuch des Tempels Kenninji aufgefallen ist und mit der Überschrift “Japan auf dem Weg zum Themenpark” beschrieben wurde. Vor allem die berühmten und daher auch stark besuchten Tempel setzen immer auf vorbestimmte Routen statt auf freie Erkundung, wie es früher üblich war. Die Kombination aus dem nostalgischen Wissen um dieses Früher, zusammen mit Aufseherpersonal, das einen direkt anspricht bei bloßer Vermutung, dass man vorhat, in die “falsche” Richtung zu gehen, macht diese Wiederbesuche nicht gerade schmackhaft. Glück hat man, wenn man auf Japanisch erwidern kann, dass man vorher an der Haupthalle vorbeigelaufen ist und man diese jetzt noch gerne anschauen möchte. Mit Verständnis für die Situation muss man aber auch sagen, dass während der Hauptsaison diese strikten Routen wohl kaum zu vermeiden sind, um der Besuchermassen Herr zu werden. Bei wenig Andrang in der Nebensaison sind sie aber unsympathisch.
Der direkt gegenüber dem Kodaiji liegende Subtempel Entokuin hat aufgrund seines Aufbaus schon immer eine festgelegte Route durch den Tempel — geht gar nicht anders — und wird scheinbar von den meisten ausländischen Touristen nach wie vor ignoriert. Nach wie vor eine gute Adresse, wenn man mitten in dieser belebten Gegend etwas Ruhe haben möchte und noch dazu einen wunderschönen “Eckgarten” sehen kann.
Tempel in Gion mit ikonischem Kirschbaum in einem weitläufigen Steingarten, dazu drei interessante Teehütten und tempeleigenen Bambuswald.
Wieder das leidige Thema Hitze. Euro-Yen-Kurs, Inflation und Preisänderungen in Kyoto. Die Rückkehr nach Deutschland, wo dieser Artikel auch zuende geschrieben wurde.
Rückreise mit KML
Am 24. März ging es dann wieder auf den Heimweg. Der Weg zum Flughafen und der Check-In waren dieses Mal absolut ereignislos. Während des Fluges stellte sich dann aber heraus, dass die Route dieses Mal über den Nordpol ging — was die Flugzeit bis Amsterdam auf beachtliche 15-16 Stunden aufblähte und die Gesamtreisezeit auf knapp 20 Stunden. Die eigentlich kürzeren Reisezeiten sind eigentlich einer der Hauptgründe, warum Jakyo gerne KML bucht, im Gegensatz zu Fluglinien, die über den arabischen Raum fliegen und wo 20 Stunden Reisezeit die untere Grenze sind.
Das Upgrade in die höhere Economyklasse mit etwa 10 cm mehr Beinfreiheit machten den Rückflug deutlich angenehmer als den Hinflug. Das Essen und das Entertainment waren wenig überraschend wieder top.





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