Inhalt
- Flug mit KLM
- Ankunft am KIX in Osaka
- Spaziergang statt Hardcore-Tourismus
- Wetter
- teamLab Kyoto Biovortex
- Allgemeine Shoppingtour, Teekeramik
- Ramen Wajoryomen Sugari
- Tap to Ride: Bahn mit Kreditkarte bezahlen
- Sentaro, rote Bohnenpaste, die ungesunde Obsession
- Doch etwas Tourismus, aber nicht Hardcore
- Kendotraining
- Kobe Animal Kingdom
Der erste Beitrag über den Japanaufenthalt im Februar/März 2026. Zeitraum vom 26. Februar bis zum 8. März, dem ersten Drittel. Viel Ramen. Tap to Ride. Kendo. teamLab Kyoto und mehr.
Überblick 2026 und Rückblick 2025
Eine recht kurzfristige Ankündigung: Vom 25. Februar (morgen, Jakyo muss gerade noch packen!) bis zum 24. März 2026 geht es wieder nach Japan. Aufgrund der Länge leider auch mit Homeoffice, aber beim Urlaub im Urlaub mit einer Onsenlandschaft, die es in sich hat!
Zusammenfassung der Flugerfahrung mit Turkish Airlines. Die Plus- und Minuspunkte von Kyoto im März. Die ersten vier Tage in Kyoto.
Noch mehr Statements über das Wetter im März. Das himmlische Geschenk an die Menschheit: Anko. Die Bahnticketkontrollen werden immer wilder. Und er kommt immer: der Rückreisetag. Dafür mit Shibainu, letzter Onsen, letzte Ramen.
Flug mit KLM
Der Flug war entsprechend den Erwartungen. Das Entertainment-System war modern, bequem zu bedienen und die Auswahl reichhaltig — vor allem auch, was neuere Filme betrifft. Das Essen war zwar durchaus solide, aber verglichen mit den Portionen der anderen Airlines aus den Vorjahren, etwas geringer vom Umfang her. Zum Ausgleich gibt es aber Stellen im Flugzeug, an denen Snacks, Getränke und vor allem ganze Käsesandwiches ausliegen. Hervorzuheben ist auch, dass man zum Trinken häufig kleinere Wasserflaschen bekommt anstatt nur diese Minibecher.
Weniger positiv war der Sitz an sich. In der untersten Holzklasse war die Beinfreiheit für Jakyo (188 cm) nicht vorhanden — die Knie die ganze Zeit am Vordersitz, wenn auch nicht drückend — und die Kopfstütze konnte man an den Seiten nur minimal einknicken, was diese recht sinnlos gemacht hat. Beim Rückflug wird ein Upgrade in Betracht gezogen.









Ankunft am KIX in Osaka
Die Modernisierungsmaßnahmen am Flughafen KIX gingen seit März 2025 definitiv weiter. Statt der riesigen und trostlosen Halle geht es nun in einen kleineren Bereich, der deutlich freundlicher wirkt. Man läuft sich aber trotzdem erst mal die Hacken wund durch die Wegteiler, die nicht angepasst werden, wenn gerade weniger Passagiere ankommen. Und wie gewohnt steht an jeder Ecke jemand, um die Ankommenden auf die richtigen Pfade zu lenken.
Praktischer Erfahrungsbericht mit dem neuen Fast Track zur Einreise nach Japan im November 2022, inkl. folgender Updates.
Wer den QR-Code von Visit Japan Web hat, landet bei einer recht beachtlichen Anzahl an Automaten (neu), an denen man seinen Reisepass und den besagten QR-Code scannt. Hier finden inzwischen auch das Abnehmen der Fingerabdrücke und das Gesichtsbild statt. Ist man fertig, wird man zu den vertrauten Schaltern mit Einreisebeamten weitergeleitet, die alles manuell prüfen, was aber keine zwei Minuten dauert. Der Beamte, an den Jakyo geraten ist, hat recht einladende, nahezu zauberhafte und garantiert lang einstudierte Gesten gemacht, was er denn nun gleich prüft (z.B. das Bild im Reisepass), und war wohl positiv zu Deutschland eingestellt, was Jakyo am begrüßenden “Oh, Deutschland!” und scharfen “Tschüss!” am Ende festmachte, original im O-Ton. Bei der Gepäckausgabe ist dann auch nicht mehr nötig, den QR-Code nochmals an den dortigen Schaltern zu scannen, wenn man nicht explizit dazu aufgefordert wurde. Die Zollbeamtin wollte dann nur noch den Reisepass sehen, und durch war Jakyo mit besserer Hälfte. Insgesamt eine angenehme und zügige Erfahrung — eine deutliche Verbesserung zu früheren Zeiten. Es blieb nur noch, in den Haruka-Expresszug einzusteigen, und schon waren wir in Kyoto. Die Landezeit war etwa um 11 Uhr, die Ankunft in Kyoto etwa um 14 Uhr.
Spaziergang statt Hardcore-Tourismus
Der Ankunftstag am Donnerstag, den 26. Februar, fing mit der recht schnellen Entscheidung an, in den Super-Onsen Tenzan no Yu zu gehen. Wir dachten, um die Nachmittagszeit wäre dort noch weniger los, aber Pustekuchen. Anfangs war es zwar noch nicht richtig voll, aber gewiss gut besucht. Doch nach einer halben Stunde wurde es richtig voll. Der Großteil der Besucher war wenig überraschend im höheren Alter. Und dennoch wurden die heißen Bäder nach einjähriger Abstinenz ausführlich genossen. Die Zeitumstellung schlug dieses Mal härter als sonst auf Jakyo ein, denn ab 18 Uhr ging nahezu gar nichts mehr außer Schlafen. Das angedachte Kendotraining im Butokuden? Unmöglich. Dieser Zustand hielt sogar noch die nächsten Tage an.
Inzwischen geht es für Jakyo in das 17. Japanjahr. Der 17. März 2009 war die allererste Ankunft in Japan. Wie schon bei den Japanaufenthalten nach Corona setzt sich der Trend fort: Für Jakyo ist auch Kyoto die Luft raus. Während früher direkt am ersten Tag nach der Ankunft eine lange Liste an Sehenswürdigkeiten regelrecht abgearbeitet wurde, ist das nun inzwischen durch einen Spaziergang ersetzt worden. Dieser vollzieht sich für gewöhnlich von der Shijo-Straße durch die Innenstadt über Sanjo bis zum Gyoen-Park, wo sich auch der Kaiserpalast Gosho befindet. Die einzelnen Stationen am 27. Februar im Überblick:
- Man kann es sich in Deutschland kaum vorstellen, aber in Japan gibt es so leckeres Quellwasser, dass es sich lohnt, dies von einem bestimmten Brunnen zu beziehen. Daher hat Jakyo in seiner Heimatbasis in Muko (Vorstadt von Kyoto) zwei Wasserkanister zu je 10 l gelagert, die direkt im Rucksack mitgenommen wurden. Wenig überraschend war der Rückweg nicht ganz so angenehm.
- Einstieg in Muko bei Katsuragawa (JR), Fahrt nach Shijo-Karasuma via Kyoto HBF. Von hier aus zu Fuß nach Shijo-Kawaramachi, dann nach Norden Richtung Sanjo-Straße.
- Nahrungsaufnahme bei Ramen Yokuzuna in der Sanjo-Filiale. Solides Tonkotsu-Ramen, aber kein Highlight. In der Irodori-Variante auch mit etwas Kimchi. Lag halt auf dem Weg, und Shinpuku-Saikan war leider zu weit im Norden für den heutigen Tag.
- Nächster Stopp: Teeladen Ryuoen
- Mit Ziel Sugawara’in-Tenmangu-Schrein ging es weiter bis zur Südseite des Gyoen-Parks, und recht spontan machte Jakyo dann auch einen Schlenker durch den Park. Dabei fiel Jakyo auch zum ersten Mal die Residenz Kan’in-no-Miya auf, die mit kostenlosem Eintritt lockt. Nichts Spektakuläres, aber eine ruhige und angenehme Atmosphäre, dazu auch gar nicht so uninteressant, was die ehemaligen adligen Residenzen am Kaiserpalast angeht. Es ging nur kurz durch den Garten, das Museum wurde erst mal noch ausgelassen. Nach einem kurzen Abstecher in den Munataka-Schrein, der auch den Kanko-Schrein (Tourismus-Schrein) beherbergt, ging es weiter zum eigentlichen Ziel…
- … dem Sugawara’in-Tenmangu-Schrein, um die 20 Liter fassenden Kanister zu füllen und quälend nach Hause zu schleppen.
- Mit der Metro ging es dann als letzten Stopp in die Shoppingmall Daimaru an der Shijo-Straße zurück, um sich die leckeren Oman (Kyoto-Dialekt für Manju) von Sentaro zu kaufen: mit süßlicher Rote-Bohnen-Paste gefüllte Kugeln. Auf Google Maps gibt es zum Laden ein tolles Review: “We saw a long queue for this store so we joined in and bought some snacks. No regrets. They were delicious.“ – kurz und prägnant auf den Punkt gebracht.
- Heimfahrt mit der Hankyu bis zur Station Rakusaiguchi.










Weitläufige kaiserliche Palastanlage im Gyoen-Park, die man seit 2016 ohne Anmeldung besuchen kann und zu den lohnendsten Zielen in Kyoto gehört.
Es mag Zufall gewesen sein, doch bei dem Spaziergang machte Jakyo zwei unangenehme Beobachtungen, die mit der wachsenden Ausländerfeindlichkeit zusammenhängen könnten. Bei der ersten Beobachtung wurde eine Ausländerin, die einen Zebrastreifen (ohne Ampel, langsam befahrene Straße) bereits mehr als halb überquert hatte, fast von einem japanischen Senioren angefahren und musste sogar zurückspringen, um dem Auto zu entgehen. Denn das Erschreckende war, dass der Fahrer keinerlei Anstalten zum Bremsen machte und die Ausländerin auch definitiv gesehen hat. Er machte auch keinerlei entschuldigende Geste, sondern fuhr einfach seines Weges, die Situation völlig ignorierend. Das war insgesamt schon ein starkes Stück.
Die zweite Sache war die Erfahrung im Teeladen Ryuoen, den Jakyo jetzt bereits seit 13 Jahren frequentiert. Zwar wurde Jakyo verständlicherweise nach seiner Austauschzeit von den verschiedenen Angestellten dort nicht mehr wiedererkannt, doch es ging immer herzlich zu und es wurde das Gespräch gesucht. Nicht so dieses Mal. Trotz passender Kommunikation auf Japanisch wurde Jakyo mit keinem Wort mehr bedacht als absolut nötig, das Desinteresse hing förmlich in der Luft. Nach kurzer Online-Recherche scheint das leider auch kein Einzelfall gewesen zu sein. Das mag etwas damit zusammenhängen, dass durch den Matchatrend ausländische Reisende große Mengen an Matcha einkaufen, teilweise bis zum Ausverkauf bereits am frühen Morgen. Doch das betrifft eher Filialen in touristisch hochfrequentierten Gegenden und bestimmt weniger den etwas abseits liegenden Teeladen Ryuoen. Doch auch hier steht nun ein Schild auf Englisch am Eingang, dass der Verkauf von Matchaprodukten eingeschränkt wird. Ob das jedoch solch ein Verhalten gegenüber Kunden rechtfertigt? Wilde Zeiten.


Wetter
Die ersten Tage hier, also die letzten Februartage, waren erstaunlich warm. Tage mit um die 15 Grad, tagsüber konnte man schon im T-Shirt herumlaufen. Das hat sich aber ab dem 2. März glücklicherweise wieder gelegt und wir sind wieder bei maximal um die 10 Grad und erstmal auch so anhalten wird. Glücklicherweise? Nun ja, Ramen und Onsen fühlen sich einfach besser an bei niedrigen Temperaturen. Und es macht auch die Situation erträglicher, nur einen recht warmen Mantel mitgenommen zu haben. Aber wofür hat man nicht Uniqlo, wo man teilweise spottbillig sehr funktionale Kleidung kaufen kann?
teamLab Kyoto Biovortex
Am 28. Februar ging es in die teamLab-Ausstellung Kyoto Biovortex, die im Oktober 2025 ihre Pforten öffnete. Die Eintrittspreise sind dynamisch nach Uhrzeit um die 4500 Yen gestaffelt, und man sollte sich auf jeden Fall mindestens 2–3 Stunden Zeit nehmen. Das Konzept ähnelt der Ausstellung Borderless in Tokyo: frei begehbare Räume, mit ein paar aktiveren Attraktionen. Insgesamt eine lohnende Erfahrung, vor allem wenn man insgesamt in noch keiner teamLab-Ausstellung war.





























Allgemeine Shoppingtour, Teekeramik
Der nächste Tag, der 1. März, wurde dann für eine Shoppingtour genutzt. Vorweg: Es ist wirklich ein gutes Gefühl, bei einem Umrechnungskurs von aktuell etwa 1:185 (Euro:Yen) fast schon einfach durch zwei teilen zu können.
Es wurde mal wieder Zeit, dass sich Jakyo eine neue Kyusu (Teekännchen für Grüntee) und Trinkbecher zulegt. Eigentlich wollte Jakyo dafür in die Töpferstraße Gojo zum Keramikladen Totensei Kawasaki, aber dieser hat aktuell kaum offene Tage, und der heutige gehörte natürlich nicht dazu. Aus Bequemlichkeit ging es daher lediglich in die Shoppingmall Takashimaya an der Shijo-Kawaramachi, wo es zwar in der Regel nur sehr wenig Auswahl gibt, doch dieses Mal eine, die Jakyo spontan zusagte. In typischer Manier eine Kyusu aus Tokoname, dazu zwei sehr rustikale und herrlich unförmige Becher. Und eigentlich war vorgesehen, dass alles in der Heimatbasis Muko bleibt, doch in Jakyo regen sich dazu bereits Zweifel.




Weiter ging es danach zu Masaharu-Budogu beim Heian-Schrein, um sich Shinai für das anstehende Kendotraining zu kaufen.
Umtriebiger Keramikladen mit großer Auswahl und kleinen Preisen.
Nachbau eines altertümlichen Palasts und das Unikat unter den japanischen Schreinen: mit knallroter Architektur, Palastgebäuden und weitläufigen Schreingarten.

Ramen Wajoryomen Sugari
Aktuell ist es der 3. März, ein vollkommen verregneter Tag, der deswegen für Homeoffice genutzt wurde. Abends ging es noch in die Innenstadt mit dem Ziel Ramen Wajoryomen Sugari. Dieses Ramen-Restaurant ist aus mehreren Gründen interessant: 1) Die Ladenfront und der Eingang sind wirklich unscheinbar. Klar, man kann sehen, wie innen Leute Ramen essen, doch ein Namensschild? Nicht entdeckt. Man muss daher sehr genau wissen, wie der Laden aussieht, um ihn zu finden. 2) Man muss einem längeren Gang folgen, um zum Bestellterminal (Englisch/Japanisch) zu kommen. Dass hier leere Getränkekisten herumstehen und der Gang allgemein wie ein Lagerraum aussieht, hilft nicht wirklich.
Die Atmosphäre und das Ambiente waren aber über alle Zweifel erhaben. Die Speisekarte ist überschaubar. Es gibt grob Tsukemen, Ramen und Curry-Ramen und diese in den Varianten Chashu (das traditionelle Schweinefleisch für Ramen), Rind-Innereien und Rindfleisch.
Für Jakyo, der eigentlich Fisch leidenschaftlich hasst, war zudem noch eine weitere Begebenheit interessant. Bestandteil der Suppen ist normalerweise Dashi (eine Art Fischbrühe), die geschmacklich und vom Geruch her häufig nicht besonders heraussticht. Deutliches Dashi ist daher nicht Jakyo’s Ding, definitiv nicht. Hier im Laden konnte man es zwar stellenweise deutlich riechen, aber nicht herausschmecken. Glück gehabt! Geschmacklich daher eine eindeutige Empfehlung.









Tap to Ride: Bahn mit Kreditkarte bezahlen
Jakyo ist nun auch endlich mal dazu gekommen, Tap to Ride auszuprobieren. Das ist eine neue Funktion in speziell aufgerüsteten Bahnschranken, mit der man mittels der Kreditkarte direkt oder mit dem Handy kontaktlos per “Tap” bezahlen kann. Da Jakyos Handy häufiger recht träge reagiert, oder man vor dem ersten Mal nicht genau weiß, ob man das Handy doch entsperren muss, war Jakyo entsprechend nervös und hat es nur an wenig belebten Bahnhöfen ausprobiert. Von insgesamt zwei Versuchen bisher haben auch beide nahezu problemlos funktioniert. Beim zweiten Mal wollte das Handy doch entsperrt werden, doch direkt im Anschluss kam der Hinweis, dass dies in Zukunft bei ÖPNV nicht mehr der Fall sein wird und eine entsprechende Einstellung vorgenommen wurde.
Trotzdem sind diese Terminals noch selten in Kyoto, und Tap to Ride kann und wird Jakyos treue goldene Fujin&Raijin IC-Karte nicht ersetzen.

Noch mehr Statements über das Wetter im März. Das himmlische Geschenk an die Menschheit: Anko. Die Bahnticketkontrollen werden immer wilder. Und er kommt immer: der Rückreisetag. Dafür mit Shibainu, letzter Onsen, letzte Ramen.
Sentaro, rote Bohnenpaste, die ungesunde Obsession
Traditionsgemäß macht Jakyo an der Stelle weiter, wo er letztes Jahr aufgehört hat: Unmengen von der süßlich roten Bohnenpaste in Form von Leckerlis essen, speziell die vom Hersteller Sentaro. Wäre der Yen-Kurs gerade nicht so günstig, läge von den Dimensionen her die Vermutung nahe, Jakyo gibt sein ganzes Geld für Crack oder Gold aus.
Eine Auswahl:
- Oman*
- Koshian-Oman: pure Azuki**-Füllung
- Tsubuan-Oman: Azuki- und Shiroan***-Füllung
- Kuromame-Daifuku: Mochi**** mit schwarzen Bohnen und Azuki-Füllung
- Monaka: Sagen wir, ein Azuki-Burger
- Sakuramochi: Pinkes Mochi, oft mit Azuki-Füllung, eingewickelt in einem Kirschbaumblatt
* Oman: Kyoto-Dialekt für Manju. Taschen mit süßem Inhalt.
** Azuki: Rote Bohnenpaste (süß)
*** Shiroan: Weiße Bohnenpaste (süß)
**** Reiskuchen





Doch etwas Tourismus, aber nicht Hardcore
Der 4. März war dann endlich mal ein voller Tag für die Tourismusbedürfnisse im klassischen Sinne. Auch wenn es wenig eilig, erst um die Mittagszeit herum, losging, standen mehrere Stationen mit längeren Laufwegen an. Die Ziele lagen allesamt beisammen in Fushimi. Los ging es von Muko über den Hauptbahnhof von Kyoto, von dort mit der Kintetsu Kyoto zur Station Momoyamagoryo, die erfreulicherweise auch vom Schnellzug angesteuert wurde. Ziele waren der Schrein Gokonomiya, die Grabhügel für den Meiji-Tenno und seiner Frau Dowager Shoken sowie Kanmu-Tenno, und zuletzt der Nachbau der Fushimi-Burg, die einen interessanten Hintergrund hat. Auch wenn es in den Fushimi-Distrikt geht, wo auch der berühmte Fushimi-Inari-Schrein liegt, so befinden sich all diese Orte in einem Cluster ein ganzes Stück weiter südlich. Entsprechend leerer und ruhiger ist es hier allgemein.
Der Gokonomiya ist ein recht beachtlicher Schrein mit reichhaltiger Geschichte, der auch einen kleinen Schreingarten beherbergt, den man für 200 Yen betrachten darf. Der Eingang hierfür befindet sich etwas unscheinbar rechts vom Schreinbüro. Allgemein ist die Gegend auch bekannt für ihr gutes Wasser (was sich die lokalen Alkohol- und Nahrungsmittelproduzenten nicht entgehen lassen), deswegen kann man hier am Schrein auch Wasser abfüllen – wenn auch nicht so bequem wie an den anderen, Jakyo bekannten Stellen.




Weiter ging es in den großen Park, wo sich all die anvisierten Grabhügel und der Burgnachbau befinden. Es hat schon seine 20 Minuten gebraucht, bis Jakyo und bessere Hälfte den ersten Grabhügel von Meiji-Tenno erreichten. Man kann definitiv sagen: ein beachtlicher Grabhügel. Dasselbe gilt auch für die Treppe, die sich davor befindet, aber von Richtung Gokonomiya-Schrein vermieden werden kann. Trotzdem, für die Erfahrung, rauf und runter. Von hier war es dann nur noch ein Katzensprung zum Grabhügel der Gemahlin, deren Grabhügel nahezu identisch aussah.



Derselbe Weg musste dann zum Großteil wieder zurückverfolgt werden, um zur Kreuzung zu kommen, von der es Richtung Norden zuerst zum Burgnachbau (Wikipedia) ging. Interessant ist, dass hier früher ein Burg-Themenpark stand, für den extra die alte Burg rekonstruiert wurde, zumindest äußerlich. Den Themenpark gibt es heute nicht mehr und die Gebäude werden wohl nur noch notdürftig erhalten, machen aber noch einiges her. Vor allem für die hiesigen Krähen, die in einem der Burgtürme ihr Lager aufgeschlagen haben.


Die letzte Tourismusstation des Tages war dann der Grabhügel des Kanmu-Tenno, wo man… keinen Grabhügel sah. Siehe Bild.

Bevor es nach Hause zurückging, wurde noch ein wichtiger Punkt abgehakt, ohne den ein Japanaufenthalt von Jakyo einfach nicht komplett wäre: Essen bei Shinpuku-Saikan! In der nahegelegenen Momoyama-Filiale. Lecker wie eh und je.
Da der letzte Besuch des Tenzan no Yu auch schon wieder mindestens zwei Tage her war, wurde damit der Tag beendet.
Kendotraining
Die folgenden Tage wurden dann wieder alltaglicher. Am 5. März stand das erste Kendotraining an, und zwar im altehrwürdigen Butokuden. Wie üblich eine Stunde ab 19 Uhr mit den bekannten Donnerstag-Sensei wie Ishikawa, Yumigura, Kawakami, Akaboshi etc. Eine bedeutende Änderung wurde jedoch eingeführt: Es gibt nun ein kurzes Warmup mit Suburi! Leicht ironisch, dass Jakyo vor ziemlich genau einem Jahr von einem leitenden Sensei gehört hat, dass Budo eine Sache ist, die kein Warmup benotigt — als kleiner Hinweis an Leute, die sich vor dem Training aufwärmen wollten. Und der Boden wirkt definitiv auch neuer. Am Samstag darauf gab es dann noch Training in einem weiteren lokalen Dojo, welches nebenher eine Aussicht auf ganz Kyoto anbietet.


Das Butokuden ist die älteste Trainingshalle aus dem 19. Jahrhundert in Kyoto, welche immer noch aktiv als Dojo für Budo (Kendo, Iaido etc.) genutzt wird und Austragungsort des prestigeträchtigen Kendoturniers Enbu-Taikai ist.
Kobe Animal Kingdom
Recht spontan wurde dann noch beschlossen, am 8. März den für japanische Verhältnisse recht akzeptablen Zoo Kobe Animal Kingdom zu besuchen. Hier fand 2016 die erste Begegnung von Jakyo mit den wundervollen Capybaras statt. Der Zoo ist inzwischen deutlich größer geworden und vieles hat sich geändert.







Morgen geht es dann für fünf Tage nach Nagano.
Aber davor noch zwei Ramenbilder: Links von “Start with Men” (kurz: Stamen), was leider nur eine Filiale in Muko hat, nicht in Kyoto selbst. Man kann sich hier eine deftige Suppe bestellen, die lecker an den Nudeln hängen bleibt. Was dann aber weniger gut zum Schlürfen ist. Rechts eine große Portion von Yokuzuna.



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